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Truck Trial: Heimspiel für die OVS in Amstetten

Seit drei Jahren ist Amstetten Sitz des Europa Truck Trial-Veranstalters OVS. Jetzt wurde hier erstmals ein Lauf zur Europameisterschaft ausgefahren.

Das Gelände: Kompakt, zuschauerfreundlich gut überschaubar, kurze Wege auch für die Starter, deren Camp praktisch in der Mitte des Areals angesiedelt war. Ein buntes „Drumherum“ mit gastronomischen Angeboten ebenso wie Modell-Trial sorgte zusätzlich für ein schönes Ambiente. Viel gewachsener Boden sorgte in den Sektionen für gute Traktion. Nur das Wetter spielte zunächst nicht mit: Starker Regen am Samstag, gepaart mit heftigem Wind, ließ sogar das für den Abend geplante Konzert „ertrinken“. Der Sonntag entschädigte dann mit allerbestem Sommerwetter und guten äußerten Bedingungen für allerfeinsten Truck Trail. Auch die - teilweise bemerkenswert fachkundigen - ließen sich durch die meteorologischen Kapriolen des Samtstags nicht schrecken und waren allesamt und zahlreich am Sonntag wieder da.

Sportlich bemerkenswert war zum Beispiel der Sieg des deutschen Teams 4x4 Aupitz in der kleinen Klasse. Den erneuten Titelgewinn des französischen Teams Manent können die Sachsen-Anhaltiner zwar nicht verhindern - dafür sind sie einen Lauf zu wenig gefahren - mit Blick auf 2012 dürften bei den Franzosen aber die Warnlampen angehen! Die Show in der S 1 gehörte aber  dem Team Action Lev aus Montalieu. Die Unimog-Crew schaffte es nämlich, in der selben Sektion je einen Salto vorwärts und einen rückwärts zu vollführen. In der Klasse S2 wurde zunächst bekannt, dass der Protest der Kassen-Brüder gegen das zweitplatzierte Team in Ostrava nicht zugelassen worden war. Die Tabelle hatte also Bestand. Tomas Prazak und Ondrei Vodicka machten in Amstetten die Titelverteidigung mit einem weiteren Sieg vor den Kassen-Brüdern vorzeitig klar. Dabei sah es erneut lange zeit danach aus, als könne Ex-Champ Bohumir Cap seinen Landsleuten ein Bein stellen. Doch wie schon so oft machte der Avia-Pilot im  späteren Verlauf Fehler, was ihm diesmal den laufstarken Missmut seiner Beifahrerin einbrachte!In der Klasse S3 zog Udo Heidenreich, diesmal mit Klaus Oswald als Sozius, mit dem Meisterschafts-Führenden Gottfried Kelemen gleich. Tolle Ausgangslage für ein spannendes Finale!In der einstmals so glorreichen Klasse S4 war mit dem Team Alsace Truck nur ein Fahrzeug am Start. Mit den so eingefahrenen 10 Meisterschaftspunkten konnten die Neulinge aus dem Elsass bereits hier die Meisterschafts-Korken knallen lassen.

Beinahe hätte Rückkehrer Rudi Reicher den Meisterschaftsführenden in der großen Klasse, dem HS Schoch Team, die bisher makellose Saisonbilanz vermiest. Jedenfalls kamen die Grazer mit ihrem Mercedes SK dem Schoch-MAN arg nahe. Am Ende machten die Laupheimer dann aber doch mit Sieg Nummer 5 im fünften Lauf alles klar - Mission Titel-Rückeroberung in der Königsklasse war vorzeitig geglückt! Das gelang auch deshalb, weil die Titelverteidiger vom HK-Team aus Duisburg auch hier am Start fehlten und den Titel damit kampflos preisgaben. Auch die aktuell Zweitplatzierten in der Tabelle, das Dexter-Team, fehlten wie angekündigt in Amstetten. Wie in der Klasse S4, so sicherte sich auch bei den kleinen Protos ein Team aus dem Elsass den Titel. Die beiden Fahrer - hier hat ja jeder die Herrschaft über eine der beiden Achsen - Frederic Mazzuchini und Denis Baillard machten mit Sieg Nummer vier alles klar vor den Landsleuten vom Team JCCMOG. Wolfgang Bülles ist nach dem Niederbrennen seines Transportfahrzeugs noch nicht wieder einsatzfähig und konnte hier nicht antreten. Blieb bei den großen Prototypen die spannende Frage, wer den Lauf vor der eigenen Haustüre gewinnt: Sowohl Altmeister Sepp Auinger wie auch das Vital Junior-Team von Felix und Jürgen Funke sind in Amstetten daheim. Funke sr. war hier allerdings mit Organisationsaufgaben belastet. Entsprechend eindeutig fiel dann auch der Auinger-Sieg aus, nachdem Felix F. gleich die allererste Sektion vergeigt hatte. Hier bleibt es spannend zum Finale in Nieder-Ofleiden.

Mit 24 Teams nur mittelprächtig besetzt, hätte die Amstetten-Premiere mehr Starter verdient gehabt. Der Lauf hier in Niederösterreich hat jedenfalls das Potenzial, fester Bestandteil im alljährlichen Trial-Kalender zu werden. Dann sicherlich auch mit mehr Startern.

Foto

Robert Eberlein

Datum

5. September 2011
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