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Spedition Mahlstedt: Wachstum schaffen

Schwertransporte sind das Steckenpferd der Spedition Mahlstedt. Jetzt baut das Unternehmen auch sein Containergeschäft deutlich aus und fängt mit dem Kombinierten Verkehr an.

Wer wächst, braucht Platz. So kommt es, dass die Mitarbeiter der Delmenhorster Spedition Mahlstedt vielleicht bald in das leer stehende Elternhaus von Andreas Mahlstedt einziehen werden. Das schmucke Klinkerhaus auf dem rückwärtigen Firmengelände würde für die Mitarbeiter einen idyllischen Garten bieten, um in den Pausen zu entspannen – und vor allem mehr Platz, etwa für Schulungen. Denn das Unternehmen ist auf Wachstumskurs.

Fuhrpark auf 100 Fahrzeuge aufgestockt

Allein im vergangenen Jahr stockte Unternehmenschef An­dreas Mahlstedt den Fuhrpark von 65 auf knapp 100 Fahr­zeuge auf. Bis Ende 2014 sollen 80 Fahrzeuge der Euro-6-Norm entsprechen. Das neue Herzstück des Mahlstedt-Fuhrparks sind das neue Tiefbettfahrzeug in der "1 plus 3"-Variante und eine Titan-Sattelzugmaschine. "Schwere und große Transporte sind unser Steckenpferd", sagt Andreas Mahlstedt. Tieflader, verbreiterbare Planen­fahrzeuge, Joloda-Systeme – alles da, um die Transporte der Kunden aus der Papierbranche, der Stahlindustrie, der Automotive-­Branche und dem Maschinenbau sowie der Getränkeindustrie zu bedienen. Für Daimler ist Mahlstedt sogar Gebietsspediteur im Schwerlastbereich.

Neu sind aber auch 50 Container-Chassis, die Mahlstedt ebenfalls noch 2013 angeschafft hat. "Unser Containergeschäft in Bremen hat sich sehr gut entwickelt, da haben wir inzwischen ein richtig gutes Standing." Alle neuen Container-Chassis sind mit Telematik aus dem Hause Idem und Schmitz-Cargobull ausgestattet. Die Mehrkosten von 800 Euro pro Stück hat der Spediteur bewusst in Kauf genommen. Telematik erleichtere den Fahrern, der Disposition und der Buchhaltung die Arbeit.

Mit Telematik den Standort des Chassis verfolgen

"Wir können damit verfolgen, wo das Chassis steht. Im Nahverkehr, wo viel auf- und abgesattelt wird, können wir außerdem orten, welches Fahrzeug gerade welches Chassis dranhat." Das ist für Mahlstedt auch deshalb wichtig, weil in Bremen nach eigenen Angaben rund 50 Subunternehmer für die Firma fahren. Zudem macht das Gerät bei zu geringem Reifendruck Meldung an die Werkstatt: "Somit können wir die Reifen optimal ausnutzen und gleichzeitig einen Pannenausfall verhindern", sagt Mahlstedt.

Auch einige Tieflader sind testweise mit Telematiksystemen ausgestattet, um permanent den Reifendruck zu überwachen. Klar, dass auch die knapp 100 Sattelzugmaschinen Telematik haben, in dem Fall von ­Transics. Um alle neuen Fahrzeuge zu bewegen, hat Mahlstedt vergangenes Jahr 50 neue Mitarbeiter eingestellt und will dieses Jahr fünf Berufskraftfahrer ausbilden. "Die Flottenerweiterung vergangenes Jahr war ein ganz schöner Kraftakt, auch für die Mitarbeiter – das habe ich an dem Anstieg der Ausfalltage ­bemerkt."

Man kommt künftig nicht um das Thema Intermodal herum

Anfang Februar konnten die Mitarbeiter in Bremen nochmals einen neuen Kollegen begrüßen – der künftig ausschließlich das Thema Kombinierter Verkehr bearbeiten soll. "Wir sind spät dran an dem Thema", gibt der Speditionschef zu, "aber wenn man ein vernünftiges Portfolio vorzeigen will, kommt man meiner Meinung nach künftig nicht um das Thema Intermodal ­herum." Zuerst will Mahlstedt einige der Container auf die Schiene verlagern, später sollen auch Transporte im Planen­bereich dazukommen. "So reduzieren wir die Fahrten im Fernverkehr und die Fahrer können tagsüber normale Schichten ­fahren, etwa bei Papiertransporten nach Stuttgart."

Weitere Invests im Tiefladerbereich

Im laufenden Jahr will das Unternehmen weitere Invests im Tiefladerbereich vornehmen, zudem soll die Zahl der Containerchassis nochmals erhöht werden. Mahlstedt ist sich des unternehmerischen Risikos bewusst, dass er mit den Investitionen fährt. Aber er fühlt, dass er damit das Unternehmen für die nächsten Jahre ausrichtet.

"In unserer Branche sind die Renditen so gering, da muss man wirklich perfekt arbeiten." Daher hat er vor knapp vier Jahren, als er die Firma nach dem Tod des Vaters übernommen hat, einen Unternehmensberater ins Haus geholt. Seitdem, sagt Mahlstedt, seien die Prozesse im Unternehmen gläserner, Analysen seien besser zu erstellen.

Mahlstedt stellt für eine Hilfsaktion Fahrzeug und Fahrer

Und weil er keiner ist, der den Kopf in den Sand steckt, ­engagiert er sich auch für ­an­dere. Etwa in der Aktion "Delmenhorst hilft", die im vergangenen Jahr die Opfer des Elbe-Hochwassers unterstützte, oder bei der Biker-Brummi-Hilfe (www.bb-hilfe.de), die Hilfsgüter in den Balkan bringt. Mahlstedt stellt für die nächste Tour im Mai Fahrzeug und Fahrer. "Es tut gut, auch mal etwas zurückgeben zu können", sagt er.

Ilona Jüngst

Autor

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Ilona Jüngst

Datum

25. Februar 2014
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