Supertruck, Scania Hauber The Prohibition, Road Train 8 Bilder Zoom

Scania Hauber: Gangs of America

Sein Job kennt keine Gnade. Er ist nicht mehr der Jüngste. Dennoch sieht er aus, als wäre er gerade erst vom Band gerollt.

Beim Scania Torpedo scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. ­Zumindest hat sie keine sicht­baren Spuren hinterlassen. Fast 700.000 Kilometer stehen auf der Uhr des Franzosen von S.T.M (Société Transports Moule) aus Pars-lès-Romilly, gute 120 Kilometer südöstlich von Paris. Die schöne Zugmaschine ist beinahe neun Jahre alt. Donnerwetter, kaum zu glauben.

Torpedo mit V8-Motor und 580 PS

2009 hatte Transportunternehmer Stéphan Moule den Scania als Gebrauchtfahrzeug beim französischen US-Car-Händler Yvan Gaillard in Issoire entdeckt und erstanden. Schon immer hatte Stéphan mit einem derartigen Hauber gelieb­äugelt. Nun war es sogar ein Torpedo mit V8-Motor und 580 PS.

Prohibition in den USA

Im Süden Frankreichs, bei Atelier Décors Lorent in Uchaud, ließ Stéphan den Scania neu lackieren. Gewünscht hatte er sich als Thema die Prohibition in den Vereinigten Staaten von Amerika von 1919 bis 1933, das strenge Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol. So wurde aus dem vormals schneeweißen Hauber ein richtiges Gangsterauto mit aufgemalten Maschinengewehren, Handgranaten und Fluchtfahrzeugen. Selbst Oberschurke Al Capone und sein Gegenspieler, der amerikanische Finanzbeamte und Anführer der "Untouchables" (der Unbestechlichen) Eliot Ness, geben sich ein Stelldichein.

Die Prohibition in den USA erreichte genau das Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt war. Sie konnte nicht verhindern, dass weiterhin Alkohol getrunken wurde. Ganz im Gegenteil. Der Schmuggel ­blühte auf, die Zahl der Straftaten stieg rasant an. Schwarzbrennereien und illegale Kneipen gab es im ganzen Land an jeder Straßenecke. Den Behörden fehlte häufig das Personal für effektive Kontrollen. Die organisierte Kriminalität ging durch die Decke und schuf damals subversive Strukturen, die zum Teil bis zum heutigen Tag funktionieren.

Auch die Motorhaube ist Teil der Gestaltung

Der Scania präsentiert sich ganz in Schwarz und Weiß. Schon alleine diese Maßnahme hat eine genau kalkulierte Wirkung auf den Betrachter. Die Art der Gestaltung passt auch vortrefflich zum Thema und zu den Assoziationen, die jeder mit dieser blutrünstigen und gewalttätigen Periode in Amerika verbindet. Selbst die opulente Motorhaube ist Teil der Gestaltung. Eine riesige Dampflokomotive rundet das Gangsterszenario ab, das hauptsächlich in Chicago und New York spielt.

A.C.M. in Belgien verpasste dem Schweden nach seiner detaillierten Lackierung neue Seitenverkleidungen, eine Chassisabdeckung, eine andere Heckstoßstange, eine hochgezogene Auspuffanlage und natürlich viel funkelnden Edelstahl. A.C.M. nahm sich auch der ledernen Innenausstattung an.

Mit Sand und Gesteinsmaterial in der Kippmulde auf Tour

Der Supertruck hat trotz der Jahre nichts von seiner Ausstrahlungskraft verloren. Niemand sieht der Sattelzugmaschine den harten Einsatz im Baustellen- und Baustoffverkehr an. Doch mit einer Kippmulde des belgischen Herstellers STAS beliefert der Scania schon seit Jahren Betonwerke mit Sand und Gesteinsmaterial. Das erweiterte Einzugsgebiet von Paris gehört zu seinen regelmäßigen Anlaufstellen.

Letztes Jahr gönnte sich Stéphan ein neues Zugpferd, einen einzigartigen grün- und beigefarbenen Scania R 730. Den Achtzylinder-Hauber vermachte er hingegen seinem Sohn Jordan, der gerade erst im Sommer die Lkw-Fahrerlaubnis erworben hatte. Der Junior sitzt seitdem im zarten Alter von 18 Jahren hinter dem Lenkrad und hütet den Lkw wie seinen Augapfel.

Insgesamt besitzen Jordans Eltern, Sarah und Stéphan, aktuell zehn Lastzüge. Dabei hat das Anderssein Methode: Insgesamt befinden sich fünf Fahrzeuge weit außerhalb der Norm – natürlich im positiven Sinn.

Truck: Scania T 164 580 V8 Topline
Erstzulassung: September 2005
Leistung: 580 PS/427 kW
Laufleistung: 690.000 km
Eigentümer: S.T.M, Pars-lès-Romilly, Frankreich
Fahrer: Jordan Moule, Pars-lès-Romilly, Frankreich
Artwork: Atelier Décors Lorent, Uchaud, Frankreich
Anbauteile & Anbauteile & Innenausstattung: A.C.M., Recht, Belgien
Aufgabengebiet: Transporte von Sand und Gestein im Umkreis von Paris

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

3. Juli 2015
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