Duisport, Hafen, Container Zoom
Foto: Duisport/Köppen

Mittelfristprognose Winter 2015/2016

Es läuft gut für die Brummis

Vor den deutschen Straßentransportbetrieben liegen erfreuliche Monate. Wie schon 2015 wird sich die Transportnachfrage bis Ende 2016 um nahezu zwei Prozent beim Aufkommen und um über zwei Prozent bei der Leistung erhöhen.

 Auch für die weiteren Jahre bis 2019 liefert die vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) soeben vorgelegte "Mittelfristprognose Winter 2015/2016" positive Zahlen.Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Entwicklung des Weltwirtschaftswachstums so-wie eine gute Binnennachfrage. Belebend, insbesondere für den privaten Konsum, wirken sich auch die niedrigen Rohölpreise und das niedrige Zinsniveau in Europa aus. Vor diesem Hintergrund wird das Transportaufkommen im gesamten Güterverkehr bis 2019 insgesamt um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr anwachsen, die Transportleistung wird im gleichen Zeitraum um jährlich 1,3 Prozent steigen – ab 2017 wegen ungünstigerer Rahmen-bedingungen allerdings mit sinkender Tendenz. Nach Ansicht der Experten führt das gleichwohl zu einem Zuwachs der durchschnittlichen Trans-portentfernung im deutschen Verkehrsnetz. Während aber die nationalen Gütertransporte nur relativ gering zulegen wer-den, wird für die grenzüber-schreitenden Güterverkehre ganz allgemein ein deutlich höheres Wachstum erwartet. Straßenverkehr wird am stärksten wachsen Wie schon in den vergangenen Jahren wird der Straßengüterverkehr von allen Landverkehrsträgern am stärksten wachsen. Das Aufkommen wird im laufenden Jahr um 1,7 Prozent zunehmen, die Leistung um 2,1 Prozent. Vor allem die Nachfrage nach hochwertigen Gütern und die Zuwächse bei den Importen und Exporten machen sich po-sitiv bemerkbar. Dabei ist ein Trend zu leichteren Baustoffen festzustellen, der zwar zu mehr Lkw – Fahrten führt, sich aber  - besonders im Straßengüternahverkehr, der ja zu 50 Prozent aus Bauverkehren besteht - nicht unbedingt in einer steigenden Tonnage äußert. Positiv zu Buche schlägt vor allem die Entwicklung der Bau-konjunktur im Wohnungs- und   Industriebau, die sich auch 2016 wegen der günstigen Fi-nanzierungsbedingungen für Hypotheken und des Bedarfs an Wohnungs- und Gewerbei-mmobilien fortsetzen wird. Ab 2017 aber wird der Wachstum-strend aufgrund  rückläufiger Rahmenbedingungen auch bei der Straße etwas abge-schwächt;  beim Aufkommen rechnet die Prognose  mit ei-nem  jährlichen Zuwachs von 0,5 Prozent, bei der Leistung sollen es 1,1 Prozent werden. Die größten Zuwächse werden weiterhin bei den Straßengüterfernverkehren und grenzüberschreitenden Straßengüterverkehren erwartet. Anteil ausländischer Lkw wird zunehmen Auch diese Prognose hebt hervor, dass der Anteil ausländischer Lkw weiter zunehmen wird, wobei Fahrzeuge aus Osteuropa besonders hohe Zuwächse erzielen werden. Erwartet wird, dass sich dieser Trend bis 2019 fortsetzt. "Lag 2014 der geschätzte Aufkommens - Anteil ausländischer Lkw noch bei rund 13,4 Prozent und  bei der Leistung bei rund 38 Prozent, dürften diese Anteile bis 2019 auf 14,6 Prozent beziehungsweise auf 39,5 Prozent steigen", so der BAG – Bericht. Als Gründe werden die unterschiedlichen Sozialgesetzgebungen in den EU-Ländern, insbesondere in OstEuropa, genannt. Zwar gebe es in der EU "Bestrebungen", diese Vorschriften weiter zu harmonisieren, die Umsetzung aber werde "nur allmählich" erfolgen.Im Schienengüterverkehr ha-ben sich die 2014 begonnenen Bahnstreiks auch 2015 fortgesetzt und deutliche Spuren hinterlassen. So ging das Transportaufkommen im Vorjahr um ein Prozent zurück, wobei bis auf die landwirtschaftlichen Produkte alle Güterarten betroffen waren. Trotz Rückgang der Mengen aber stieg die Transportleistung der Schiene 2015 um 1,4 Prozent an. "Hier zeigt sich die Attraktivität der Bahn bei langen Transportdistanzen, die zunehmend auch von privaten Bahnen bedient werden", begründet der Bericht die Entwicklung. 2016 soll Schienengüterverkehr deutlich steigen 2016 soll der Güterverkehr der Schiene wieder deutlich steigen, beim Aufkommen um 1,1 Prozent, bei der Leistung um 1,5 Prozent. Für den Zeitraum 2017 bis 2019 dürfte dieses Wachstum auch hier im Einklang mit der Konjunkturentwicklung etwas schächer ausfallen (Aufkommen 0,6 Prozent, Leistung 1 Prozent). Als "Wachstumsmarkt" sehen die BAG – Fachleute den Kombinierten Verkehr“ (KV). Für ihn werden von 2016 bis 2019 überproportionale Steigerungen prognostiziert. Beim Aufkommen sollen es satte 3 Prozent werden, bei der Leistung 2,6 Prozent! Wichtige Ursachen dafür sind der weiterhin stark wachsende Außenhandel und die damit einhergehenden Zunahmen im Seehafenhinterlandverkehr. Dagegen sah es für die Binnenschifffahrt im vorigen Jahr nicht so gut aus. Die erfreuliche Entwicklung zu Anfang des Jahres  wurde durch die Niedrigwas-serperiode in der zweiten Jahreshälfte beeinträchtigt. Entsprechend sank das Transportaufkommen deutlich um 3,2 Prozent und die Verkehrsleistung ging sogar um 7 Prozent zurück. Für 2016 aber wird wieder ein Zuwachs bei Aufkommen und Leistung erwartet, genauso wie für 2017 bis 2019. Mit 0,7 Prozent beim Aufkommen und 0,8 Prozent bei der Leistung fällt es allerdings moderat aus.Veränderungen gibt es auch beim Modal Split. Nach Zugewinnen des Verkehrsträgers Straße von 2014 bis 2016 bei Aufkommen und Leistung von je über 1 Prozent wird der Straßengüterverkehr der Prognose zufol-ge 2016 beim Aufkommen auf einen Anteil von 84,2 Prozent und bei der Leistung auf einen Anteil von 71,8 Prozent kommen. Die Anteile der Bahn gehen in diesem Jahr dagegen auf 8,5 Prozent (Aufkommen) beziehungsweise 17,2 Prozent (Leistung) weiter zurück. Von 2017 an bis 2019 sollen alle Anteile dann relativ stabil bleiben. Lediglich der Straßengüterverkehr wird seinen modalen Anteil bei der Transportleistung gegenüber den anderen Verkehrsträgern noch einmal leicht ausbauen.

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29. März 2016
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