Renault Fahrerhaus-Vergleich 19 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Konzept-Vergleich

Fahrerkabinen von Renault Trucks

In einer losen Reihe nimmt lastauto omnibus die Kabinen für schweren Verteiler-, regionalen und internationalen Fernverkehr unter die Lupe. Den Anfang machen die noch jungen Baureihen von Renault Trucks.

Nüchterne Buchstabenkürzel haben im Sommer 2013 bei Renault Trucks die vertrauten Namen Midlum, Lander, Kerax, Premium und Magnum abgelöst. Nun stehen C und K für Baustofftransporte und Baustelle, D für Verteiler- und T für Fernverkehr. Den D gibt es mit Niederflurfahrerhaus ("D Access"), typischerweise für Müllsammelaufbauten, sowie als normalen Frontlenker in den Gewichtsklassen 6,5/7,5 Tonnen, 10 bis 18 und 18 bis 26 Tonnen. Die Fahrerhäuser präsentieren sich entsprechend gestaffelt mit 2,0, 2,1 und 2,3 Meter Breite. Viertürig als Crew Cab, kurz, mittellang, lang oder lang mit Hochdach. Es sind reichlich Varianten im Angebot, wobei es den D Wide (2,3 Meter Kabinenbreite) auch als Sattelzugmaschine mit bis zu 430 PS starkem Elf-Liter-Motor gibt, zum Beispiel für Autotransporter – mittlerer Fernverkehr ist also auch dem D nicht fremd. "Global Cab" Fünf- und Acht-Liter-Motoren mit 210 bis 320 PS bilden die weiteren Alternativen. Wenn es im 18-Tonner nur die eine oder andere Übernachtung sein soll, bietet sich das mittellange "Global Cab" mit 2,1 Meter Breite an. Dann ist aber wirklich Schmalhans Küchenmeister. Außenstaufächer gibt es keine, dafür optional eine Doppelsitzbank mit rund 55 Liter Stauraum darunter. Über der Scheibe und unterm Klappbett kommen weitere knapp 150 Liter dazu. Damit hat es sich im Wesentlichen mit geschlossenem Stauraum. In die fahrerseitige Türtasche passen nur schmale Flaschen, weitere kleinere Ablagen finden sich in der linken Flanke, in der Armatur und auf dem gewaltigen, 36 Zentimeter hohen Motortunnel. Aber klar, als Wohn- und Schlafzimmer für wochenlange Touren ist das Fahrerhaus nicht gemacht. Entsprechend liegen die Stärken in einem niedrigen Einstieg mit nur zwei treppenförmigen Stufen und einer stadtgerechten Verglasung mit einer zusätzlichen Scheibe unten in der Beifahrertür. Im Gegenzug lässt sich das Seitenfenster nicht versenken, sondern nur auf halbe Breite elektrisch verschieben. Die Schaltarbeit übernimmt in der Regel ein automatisiertes Getriebe mit sechs (ZF AS-Tronic) oder zwölf Gängen (Volvo I-Shift), der Hebel dafür sitzt am Lenkrad. Hier zeigt sich übrigens noch ein Relikt des Vorgängers Midlum: Der Motorbremshebel befindet sich weiterhin linker Hand, im T ist er inzwischen – wie allgemein üblich – nach rechts gewandert. Die Frontklappe ist unverriegelt, die Einfüllstutzen für Öl, Kühl- und Wischwasser gut zu erreichen. Einen Ölstab gibt es nur am Motor, die verschiedenen Checks werden elektronisch abgerufen. Fahrerhauskippen ist beim D aber grundsätzlich Handarbeit, eine elektrische Kipphydraulik bleibt den größeren Baureihen vorbehalten. Viele Alternativen bei T-Fahrerhäusern Was das Thema auf die T-Fahrerhäuser lenkt. Hier lauten die Alternativen kurz, lang, lang mit Hochdach und Großraumfahrerhaus. Dabei liegt der Unterschied zwischen Version drei und vier nicht in einer noch höheren Dachlinie, sondern in der Montagehöhe: Beim Großraumfahrerhaus namens High Sleeper ist der Kabinenboden völlig eben, der ansonsten 20 Zentimeter hohe Motortunnel entfällt. Im Umkehrschluss sind beim Einstieg vier statt drei steile Stufen zu nehmen, allzu oft sollte die Übung im Tagesverlauf also nicht anstehen. Ein Zugeständnis an kleinere Staturen: Über der vierten Stufe ist als Einstiegshilfe ein zusätzlicher Haltegriff angebracht. Innen angekommen, hat das hochgesetzte Haus eine schicke, als Option erhältliche Einrichtungsvariante zu bieten: Wird bei der Bestellung "Maxispace" angekreuzt, kommt der T High Sleeper in einer Single-Ausstattung auf den Hof. Einen Klapptisch mit Sitzecke an der Rückwand gab es zwar schon im Renault Magnum, aber die dann dreigeteilte untere Liege stieß bei den meisten Fahrern auf wenig Gegenliebe. Jetzt wird der Tisch über das einteilige, auf 78 Zentimeter Breite ausziehbare Bett geklappt, bis knapp vor das Armaturenbrett ausgezogen und zum Tafeln auf dem drehbaren Beifahrersitz Platz genommen. Für das Verstauen von Teller und Geschirr liefert Renault auswechselbare Schaumstoff-Formteile mit. Maxispace-Konzept wirkt hochwertig und durchdacht Oben ist statt einer zweiten Liege eine Schrankwand eingebaut, die mit Rollläden verschlossen ist, rund 235 Liter fasst und mit einer weiteren Steckdose aufwartet. Insgesamt sind damit drei mal 24 Volt und zwei mal 12 Volt plus Zigarettenanzünder geboten. AUX- und USB-Anschluss gibt es sowieso. Kurz: Das Maxispace-Konzept wirkt insgesamt sehr hochwertig und im Detail gut durchdacht. Dazu passt dann auch noch die kleine Schublade unter dem Fahrersitz, die sich zur Seite hin ausziehen lässt und allerhand Kleinkram schluckt. Fahrer der tief montierten Night & Day beziehungsweise Sleeper Cab müssen auf die Maxispace-Variante verzichten. Die ausziehbare Liege ist zwar ebenfalls eine Option, aber der drehbare Beifahrersitz ist mit dem einen Meter breiten Motortunnel nicht vereinbar. Gleiches gilt für die kleine Schublade unterm Fahrersitz, sie entfällt. Eine weitere Folge des Motortunnels: Der Kühlschrank unter dem Bett fasst nur rund 25 Liter, im High Sleeper sind es gut 40. Die Standardliege in den T-Häusern ist hinter den Sitzen 69 Zentimeter breit, in der Mitte maximal 80, wobei die Matratze bauchig geformt in den Innenraum ragt. Bei den beiden tief montierten T-Kabinen liegt der Unterschied tatsächlich in der Dachhöhe, was bei der maximalen Stehhöhe rund 1,6 oder gut zwei Meter bedeutet. Bis Oberkante Windschutzscheibe sind die Fahrerhäuser ansonsten identisch. Über der Scheibe fehlen dem kleineren Haus die drei großen Schränke mit rund 200 Liter Fassungsvermögen, es bleiben nur das kleine Wertfach und die offene Ablage rechts. Sleeper Cab Die Sleeper Cab hat zudem weiteren Stauraum in Form der längsgeteilten oberen Liege in petto: Mit hochgeklapptem Vorderteil lassen sich Klamotten und Bettzeug absturzsicher verstauen. Bei beiden langen T-Häusern kommen die weit öffnenden Außenstaufächer zusammen auf circa 230 Liter Fassungsvermögen, wobei die Aufteilung asymmetrisch ist: Das große Staufach auf der Fahrerseite ist komplett von innen wie außen zugänglich, auf der Beifahrerseite ist der vordere Teil zum Innenraum hin abgeschottet und der hintere Teil bei hochgeklappter Liege zu erreichen. So weit gilt das auch für die Außenstaufächer beim High Sleeper, bei dem aber links wie rechts noch weitere Fächer unter dem Kabinenboden hängen. Ein nettes Detail in allen T-Fahrerhäusern: Das obere der beiden Handschuhfächer vorm Beifahrer wird von der Klimaanlage mitgekühlt. Bei dem Vergleich präsentierte Renault das Night & Day-Haus übrigens nicht mit einem T, sondern mit einer Zugmaschine aus der C-Serie. Abgesehen vom etwas höheren Einstieg mit Kipper-Chassis macht das aber keinen Unterschied. Und schließlich geht es ja bisweilen auch mit Baustoffsattel auf längere Fahrt.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 04/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

9. März 2017
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Fred Dremel, Experte für Sozialvorschriften für das Fahrpersonal im Strassenverkehr, Arbeitszeitrecht , Kontrollgeräte Fred Dremel Sozialvorschriften
Von 1980 bis 2013 Betriebsprüfer Arbeitsschutz in Aachen auf dem Gebiet Sozialvorschriften für… Profil anzeigen Frage stellen
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Arbeitsrecht
Ich bin Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ich vertrete Arbeitnehmer und Arbeitgeber… Profil anzeigen Frage stellen
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