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ITTM in Klieken: Truck Trial erwacht aus dem Winterschlaf

Die internationale Truck Trial Meisterschaft ITTM unter dem Dach des DMV startete am Wochenende in ihre dritte Saison – mit neuen Teams und bekannten Gesichtern in neuer Rolle.

Hoppla, da waren die wintermüden Trial-Knochen am ersten Tag noch sehr unbeweglich. Oder warum sonst musste der Bergebagger gleich ein Dutzend Mal ausrücken, um kleine und große Trial-Trucks aus misslicher Lage zu befreien? Das allerdings durchaus zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums. Der Saisonstart im Abraumgelände in einer ehemaligen Sandgrube in Coswig-Klieken an der Elbe ist fast schon Tradition: Wie in den beiden Vorjahren, so starteten auch 2014 die ITTM-Trialer hier in die neue Saison. Und das mit teilweise sehr anspruchsvollen Sektionen, was sowohl die Topografie als auch die gesteckten Tore anging. 26 Teams aus Deutschland und der Tschechischen Republik waren an die Elbe gekommen, davon allein elf in der großen Klasse S5.

Erstaunte Blicke in der S5

Da gab es zur Halbzeit dann auch die ersten erstaunten Blicke: Statt der Abonnementssieger Patrick Töpfer/Torsten Ruppelt übernachteten die Beinahe-Frischlinge vom Team V 12-Fahrspaß, Thorsten Friedrich/Torsten Zöke zu Beginn ihres zweiten Trial-Jahres auf Platz eins. Die favorisierten Mercedes-Fahrer schauten auf ein lädiertes Heck; Folge eines Umkippers am Steilhang mit dem Inga Budde-gesteuerten Damenteam im Cockpit.

Am Ende war dann aber die alte Reihenfolge wieder hergestellt: Töpfer & Crew siegten vor V 12-Fahrspaß und dem Veranstalterteam Grätz/Schoder, die am Samstag noch mit Wasser im Motor geborgen werden mussten.

Die Klasse S 4 ist auch in der ITTM notleidend. Aktuell weist die Starterliste wieder nur die Dauer-Kontrahenten Maik Lindemann und Jan Stendike aus. Am Ende mit Vorteil Lindemann – mit gerade mal elf Punkten Vorsprung.

S3 am Start mit fünf Teams

Mit fünf  Teams präsentierte sich die Klasse S3 da schon deutlich vitaler. Zumal mit dem TT Team Heß aus Bad Langensalza eine neue Crew mit einem blitzsauber aufgebauten IFA W 50 ihren Trial Einstand gab. Am Anfang zögerlich durch die Sektionen tastend, entwickelten Ulrich und Oliver Heß zusehends mehr Selbstbewusstsein, und am Sonntag lief es dann schon richtig rund an. Dabei konnten die Trial-Neulinge bei den Siegern Michael Stendike und Maximilian Seidel ebenso abgucken wie bei den Zweitplatzierten und IFA-Markenkollegen Kai Bräutigam/Florian Ott. Und mit Sandro Gerber und Jörg Eidner fuhr ein weiteres IFA-Team aufs Treppchen.

Viel Neues in der S2

Ja was ist denn da in der S 2 los? Zuerst taucht ein neuer – und bei genauerer Betrachtung altbekannter – Unimog U 1500 im Starterfeld auf und dann ein bestens bekannter Unimog mit altbekannten und neuen Gesichtern, aber in völliger Neuverteilung der Funktionen. Im Einzelnen: Trial-Fans werden sich noch an das Team Zech mit dem schönen silbernen Mog erinnern. Das Fahrzeug wird jetzt vom HSK-Team aus Taucha im Doppelstart (Rene Ritter/Andreas Lange und Simone Meyer/Mark Pauketat) eingesetzt, die früher mit einem Tatra 813 in der S5 unterwegs waren. Dann der bekannte Mog, mit dem Rolf Kempf im vorletzten Jahr ITTM-Meister wurde. Dem Mann aus Vechta haben die Ärzte den Geländesport verboten; zumindest den aktiv im Auto.

Jetzt gibt der überzeugte Tropenhelmträger souverän den Teamchef und setzt zwei Mann-/Frauschaften im gelben Mog ein, wobei jeweils ein Ex-Beifahrer von Kempf am Lenkrad dreht: Peter Schmidt startet gemeinsam mit Tochter Heike und neben Steffen Küster sitzt mit Marc Große Austing, ein Trial-Neuling, auf dem heißen Sitz. Schon bald zeigte sich, wo beim Team Kempf in der Vergangenheit das wahre Potenzial schlummerte. Schmitz fuhr als einziger Starter des Wochenendes nicht nur eine Null-Fehler-Sektion, er war bis zu einem Umfaller auch nahe am Sieg. Den holte sich dann mit Markus Hey/Frank Schröder das erfahrendste Team. Hinter Familie Schmitz machten Küster/Austing den Einstandserfolg für das Team "Q" von Rolf Kempf auf Platz drei perfekt.

Unimog-"Dreirad"

Welchen Platz erreicht man mit drei angetriebenen Unimog Rädern in der kleinen Klasse? Natürlich den Dritten. So jedenfalls das Team Fahlbusch, an deren 404 S gleich am Samstagvormittag das Kreuzgelenk vorne links weggebröselt war. Ein Stück weit ist die Platzierung aber auch der Starterzahl geschuldet. Denn nur drei Teams hatten für die kleine Klasse gemeldet. Das war aber auch schon die einzige negative Anmerkung zur S1, die einmal mehr von Sven Schulze/Susanne Köllner dominiert wurde. Platz zwei für das Team Lauenroth/Becker. Die Jungmänner aus Wanzleben hatten sich ihre Trial-Premiere beim Schlusslauf 2013 erfahren und ließen mit ihrem blitzsauber aufgebauten 416er in Klieken erneut viel Potenzial erkennen. Da geht noch was.

Dass da noch etwas geht, kann auch für die gesamte ITTM konstatiert werden. Aber die Trial-Knochen waren ja noch ein wenig träge und ein paar bekannte Teams offenbar noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht. "Wir werden wohl schon bald mindestens 30 Teams am Start haben," ist Orga-Chef Stefan Schoder zuversichtlich. Beim nächsten Lauf in einem Monat in Tschechien wird das vermutlich schon der Fall sein.

Autor

Foto

Simone Wönne

Datum

14. Mai 2014
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