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Formula Truck in Guaporé: Leandro Totti/VW disqualifiziert

Es dauerte drei Jahre, zehn Monate und sieben Tage und damit eine Periode, die 38 Rennen umfasst, um Scania-Pilot Roberval Andrade wieder an der Spitze eines Rennens der Formula Truck zu sehen.

Der Pilot aus São Paulo hielt nach dem Start die Spitze von der Pole-Position aus bis ins Ziel. Zum 21. Mal in seiner Karriere gewann Andrade damit ein Rennen der Formula Truck. Seinen letzten Sieg feierte Andrade zum Saisonfinale 2010, als er nach 2002 seinen zweiten Titel in Brasilien gewonnen hat. Zuletzt stand er für das längste Intervall ohne Sieg in der Geschichte der Formula Truck. Bis dahin hielt Mercedes-Pilot Wellington Cirino diese Marke mit 28 Rennen ohne Sieg zwischen 2005 und 2008.

Doch weder Cirino noch Andrade haben in der aktuellen Saison eine rechnerische Chance auf den Titelgewinn. Der Wettbewerb ist auf zwei Piloten beschränkt: Felipe Giaffone, der seinen MAN auf den zweiten Platz lenkte und dessen Teamgefährte Leandro Totti, der die Ziellinie auf dem dritten Platz mit seinem Volkswagen kreuzte. Paulo Salustiano wurde Vierter mit seinem Mercedes-Benz.

Totti oder Giaffone

Totti, Gewinner von sechs der bisher acht Rennen in dieser Saison, hält die Führung der Meisterschaft. Doch Felipe Giaffone hat die Chance, bereits im neunten und vorletzten Lauf seinen zweiten Titel nach 2012 in Brasilien zu sichern.

Für den Meisterschaftsführenden Totti war – nach einem Trainingsunfall - der dritte Platz "... ein Gewinn." Doch wie das mit dem Gewinnen so ist, reimt sich darauf "zerrinnen". Denn irgendetwas müssen die Totti-Schrauber beim Wiederaufbau nach dem Trainings-Crash falsch gemacht haben. Denn kurz nach dem Rennen wurde das Fahrzeug von Totti wegen regelwidriger Technik disqualifiziert. Futsch Platz drei und futsch auch die so wichtigen Punkte auf dem Weg zum erneuten Titel für den Volkswagen-Fahrer.

Große Hitze – heißes Rennen

Bei großer, feuchter Hitze von über 30 Grad Celsius startete Roberval Andrade von der Pole Position in das eine Stunde dauernde Rennen, sah sich von Anbeginn an ständigen Angriffen von Totti ausgesetzt.

Als Giaffone in der 13. Runde in die Boxengasse abbog, um eine Drive-Thru-Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Radarzone abzubrummen, spülte es Piquet auf die dritte Position. Zu Beginn der sechsten Runde überwand er Totti und wurde vorübergehend als Zweiter in den Listen geführt. Tottis Truck begann Leistung zu verlieren und suchte die rettende Box auf. Ein loser Draht in der elektrischen Anlage, direkt von der Mannschaft wieder angeschlossen, war die Ursache, die den Titelaspiranten weit nach hinten verbannte. Hier kam ihm die – in Brasilien übliche – geplante Pace Truck Phase zu nutze, mit der zur Rennmitte das Feld einmal eingefangen wird. Hier lag Totti auf Platz 19. Nach zwei neutralisierte Runden gab Mayara Santos am Volant des Pace Truck die Strecke wieder frei. Totti schlüpfe gleich vor auf 12.

Totti mit starker Aufholjagd

In Runde 20 bildeten – von Andrade mit einem Vorsprung von 2s148 angeführt –  Piquet, Salustiano, Giaffone, Cirino und Dirani einen einzigen Zug. Die fünf Fahrzeuge wurden dabei von weniger als zwei Sekunden getrennt. Giaffone übernahm in Runde 21 die dritte Position. Totti war bereits wieder Achter. In der 22. Runde wurde der Pace Truck wieder auf die Piste geschickt. Ein Bergefahrzeug musste raus, um den gestrandeten Truck von Luiz Lopes zu bergen.

Nach dem erneuten "Wiederanpfiff" blieb Andrade Führender. Piquet verlor zwei Positionen an Salustiano und Giaffone. Cirino versuchte dem MAN zu folgen und berührte das Heck des Giaffone-MAN. Totti, nach 24 Runden bereits wieder auf dem siebten Platz, war zu diesem Zeitpunkt weniger als vier Sekunden hinter dem Führenden Andrade.

Gaspedal klemmt

Salustiano verstärkte den Druck auf Andrade als das Rennen in seine letzten zehn Minuten eintrat. Zur Eröffnung der 29. Runde gab es jede Menge Bewegung. Probleme beim Truck von Salustiano, irgendetwas war von der Decke herabgefallen und verklemmte sich unter dem Gas-Pedal. Ausgerechnet in dem Moment, in dem Piquet links angriff. Totti erbte auch diese beiden Positionen, nachdem er seine Aufholjagd zuvor schon mit dem Überholen von Dirani und Cirino gekrönt hatte. Totti sprang damit vom siebten auf den dritten Platz.

Andrade vor Giaffone und Totti – so ging es in die letzten Runden. Zu Beginn der vorletzten Runde betrug der Vorsprung von Andrade gerade mal vier Zehntel. Giaffone versuchte zu überholen. Doch Andrade nahm die Verteidigungslinie, blieb vorne und sicherte sich so denkbar knapp den 21. Sieg seit seinem Debüt in der Formula-Truck im Jahr 2000. Und Totti? Dem nutzte der dritte Platz bekanntlich nichts. Disqualifikation, Punkte futsch. Die Formula Truck bleibt spannend.

Ergebnis des GP Aurélio Batista Félix in Guaporé nach 34 Runden (Top Ten)

  1. Roberval Andrade (Scania), 1h00min47s935
  2. Felipe Giaffone (MAN),  0s762 zurück
  3. Paulo Salustiano (Mercedes-Benz), 8s429
  4. Wellington Cirino (Mercedes-Benz), 11s400
  5. Danilo Dirani (Scania), 13s370
  6. Jansen Bueno (Scania), 13s621
  7. Adalberto Jardim (Volkswagen), 15s514
  8. Valmir Benavides (Iveco), 16s366
  9. Débora Rodrigues (Volkswagen), 16s655
  10. André Marques (Volkswagen), 19s736

Schnellste Runde: Totti, in Runde 2, 1min28s013, Durchschnitt 125,981 km/h

Ergebnis Fahrermeisterschaft nach 8 von 10 Läufen, (Top Ten)

  1. Totti, 183 Punkte
  2. Giaffone, 149
  3. Cirino, 120
  4. Andrade, 93
  5. Piquet, 83
  6. Marques, 72
  7. Salustiano, 73
  8. Monteiro, 64
  9. Dirani, 52
  10. Jardim, 49

Ergebnis Markenmeisterschaft nach 8 von 10 Läufen

  1. MAN, 366 Punkte
  2. Mercedes-Benz, 269
  3. Scania 157
  4. Iveco, 98
  5. Volvo,75
  6. Ford, 44

Autor

Foto

Orlei Silva

Datum

15. Oktober 2014
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