Doll Panther, Fahrzeugbau 6 Bilder Video Zoom

Schwerlast-Trailer: Kletter-Künstler

Panther heißt bei Doll die Premium-Baureihe an Schwerlast-Trailern. Besonderes Kennzeichen der Tiefbetten und Semisattel: eine hydraulisch gefederte Einzelradaufhängung für zwölf Tonnen Achslast.

Spricht man umgangssprachlich vom Panther, ist ein schwarzer Leopard oder Gepard gemeint – was die Farbe des Fells angeht, eine Laune der Natur. Davon abgesehen beherrscht die Großkatze den für die Art üblichen behänden Gang und erweist sich gar als Kletterkünstler, die Bäume mühelos erklimmt.

Die Schwerlast-Premium-Baureihe heißt Panther

Darum haben sich wohl auch die Marketingstrategen von Doll entschieden, die Schwerlast-Premium-Baureihe auf den Namen Panther zu taufen. Darunter sammeln sich Tiefbetten und Semisattelauflieger mit ein bis zehn Achsen und Panther-Fahrwerks-Technologie – eine hydraulisch zwangsgelenkte Einzelradaufhängung (ERA) an Ober- und Unterlenker mit Niveauausgleich, 70 Millimeter Einfederweg und 240 Millimeter Hub (315 Millimeter Gesamthub).

Damit klettern die Schwerlast-Panther zwar nicht auf Bäume, nehmen aber zumindest Hindernisse auf der Straße recht behände. Das Fahrniveau lässt sich bei Schrittgeschwindigkeit über die links und rechts einzeln geregelte, hydraulische Federung stufenlos ans Gelände anpassen. Der automatische Niveauausgleich der ERA sorgt zudem dafür, dass beim Einlenken in die Kurve keine Seitenneigung auftritt. Das ergibt laut Patrick Spitznagel, Leiter der Sparte Schwertransport bei Doll, ein sicheres Kurvenverhalten des Trailers. Die Achsen lassen sich mit Achsliften kombinieren, eine Wagenheberfunktion ist ebenfalls integriert.

Lenkeinschlag von maximal 55 Grad

Und mit einem Lenkeinschlag von maximal 55 Grad an der letzten Achse sind selbst enge Kurven spielend zu bewältigen.Üblich seien sonst 39 bis 45 Grad Lenkeinschlag, sagt Spitznagel. Das Aggregat ist laut dem Spartenleiter bei den Genehmigungsbehörden als geteilte Achse anerkannt. Im Schwerlastsegment ein Vorteil, wenn es um das zulässige Gesamtgewicht geht. Während Achsen mit durchgehendem Achsrohr der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (§ 34 StVZO) noch mit maximal zehn Tonnen belastet werden dürfen, gestattet der Gesetzgeber einzeln aufgehängten Aggregaten zwölf Tonnen Tragkraft.

Vor zwei Jahren hat der Fahrzeugbauer die Fahrwerkstechnologie vorgestellt. Seither haben sich diese Modelle zum Bestseller entwickelt. Laut Spitznagel verkauft Doll jährlich rund 100 dieser Fahrzeuge, insgesamt sind es 500 bis 600 Fahrzeuge aller Gattungen pro Jahr.

Tiefbetten mit abfahrbarem Schwanenhals

Die Panther-Modellpalette ist in dieser Zeit kräftig gewachsen. Tiefbetten mit abfahrbarem Schwanenhals sind nun genauso verfügbar wie ein Vierfachteleskop etwa für Windkraftanlagen-Transporte. Die maximale Ladelänge liegt dann bei 
55 Metern, Standard ist indes das einfache Teleskop, das die neun Meter lange Ladefläche um 6,5 Meter streckt. Und zur IAA folgen Achtachser mit zwei Achsen hinter dem Schwanenhals und sechs Achsen hinter dem Teleskop. Das soll die Achslastverteilung optimieren.

Für die Panther-Technologie spricht zudem die im Vergleich zu Pendelachsen-Fahrwerken recht geringe Ladehöhe. Als Fahrhöhe nennt Spitznagel 850 Millimeter, wobei die Einfederung immer noch 70 Millimeter beträgt, sodass die Räder nicht schon beim geringsten Einfedern mit dem Außenrahmen auf Tuchfühlung gehen. Das Panther-Fahrwerk baut im direkten Vergleich obendrein weniger raumgreifend. Die Längsträger des Rahmens lassen sich so höher ziehen und im Gegenzug die Wandstärken reduzieren – bei gleicher Stabilität. Das ermöglicht laut Spitznagel eine Gewichtsersparnis von 50 Kilo pro laufendem Meter Rahmen.

Nachlenkung mit Funkfernbedienung

Bleibt als Wermutstropfen der höhere Preis gegenüber Trailern mit Lenkschenkelachsen. Das mildert die umfangreiche Grundausstattung. Hierzu zählen Nachlenkung mit Funkfernbedienung, Dreischicht-Lackierung mit Steinschlagschutz und die Zentralschmieranlage.

Gegen Aufpreis gibt es unter anderem Verbreiterungsauflagen und das Doll-eigene Verzurrpaket, das die Standardzurrpunkte am Außenrahmen um weitere Zurrösen ergänzt. Die Ladefläche rüstet der Schwerlastspezialist mit Stahl- und Holzboden aus sowie mit aufvulkanisiertem Gummibelag, sofern der Kunde sehr hohe Reibbeiwerte wünscht. Dann bleibt beim Schwerlast-Panther auch die Ladung dort, wo sie sein soll.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

Foto

Thomas Rosenberger, Doll

Datum

22. Juni 2012
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