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Europa Truck Trial Oberndorf: Kuller-Wochenende auf dem heißen Stein

Beim Europa Truck Trial in Oberndorf/Tirol geht es heiß her. Unimogs kullern den Berg hinab und ein heftiger Sturm sorgt für eine echte Blitz-Siegerehrung.

Schrecksekunde in der S1

Samstag früh: Im ganzen Steinbruch im österreichischen Oberndorf/Tirol herrscht Stille. Langsam senkt sich dei Staubwolke am Steilhang. In der Mammutsektion kommt ein S1-Unimog zu Stehen. Der Überrollkäfig hat seinen Zweck erfüllt und die Aufprallenergie aufgenommen. Mindestens fünf Mal hat sich der kleine orange-blaue Mog des französischen H & Co Teams überschlagen, teils sogar im Fluge. Die Beifahrerin hatte Glück im Unglück. Ihr war der Ritt durch die erste Sektion des Tages schon vorher zu heiß. Sie hat außerhalb der Sektion gewartet und ihren Mann kullern sehen. Das Rote Kreuz bringt den Fahrer ins Krankenhaus. Noch am Samstag kommt Entwarnung: Er ist wohl auf, muss aber zur Beobachtung bleiben. Er soll in der kommenden Woche nach Frankreich verlegt werden.
Ein Grund für den heftigen Unfall könnten die gemischten Gruppen sein. Für einen S5-Truck ist die Abfahrt halb so wild. Ein kleiner Zweiachser kann hier aber leicht ins Kippeln geraten.

Den Sieg in der kleinen Klasse S1 holt sich souverän 4x4 Aupitz mit weniger als halb so vielen Fehlerpunkten wie Team Fahlbusch auf dem zweiten Platz, darunter drei Sektionen mit null Punkten.

S2 mit den meisten Autos

Erfreulicher sieht der Lauf für die Klasse S2 aus, die mit fünf Fahrzeugen die stärkste Klasse ist. Bis auf zwei Ausnahmen mit mickrigen sechs Fehlerpunkten fahren alle fünf Teams zwei Sektionen komplett fehlerfrei.  Den Sieg holt sich hier Titelverteidiger TT Klub Lom mit nur zehn Fehlerpunkten weniger als Team Minimog. Dahinter reiht sich Offner Truck Sport ein, vor Racing Team Avia Future und MSC BlackMog. Mit maximal 1.839 Fehlerpunkten ist die ganze Klasse auf hohem Niveau unterwegs.

S3 und S4 in Unterbesetzung

Die Klassen S3 und S4 gehen noch magerer an den Start als die S1. Nur zwei Starter treten jeweils an. Die Klasse S3 ist ganz in russischer Hand - zumindest, was die Fahrzeuge betrifft. Die Teams Zebra Zil Offroad Team (Platz 1) und Truck Trial Team Kelemen kommen beide aus Österreich. Rund 800 Fehlerpunkte trennen die beiden am Sonntag Abend. In der S4 siegt Team Borzym mit kommodem Vorsprung vor Titelverteidiger Team Alsace Truck.

S5: Sieg trotz Federbruch

Die S5 war neben der S2 die stärkste Klasse im Steinbruch. Mit beinahe 600 Fehlerpunkten Vorsprung geht der Sieg an das HS-Schoch Truck Trial Team, trotz Federbruch am Sonntag und Plattfuß in der letzten Sektion. Team reicher holt sich Platz 2 vor H+M Truck Trial Team. Dahinter haben die Senioren des H&M Alfers Teams den Jungspunden gezeigt, wo der Hammer hängt. Knapp 100 Fehlerpunkte trennen die Doppelstarter.

Ein Rennwagen im Gelände

Die Prototypen-Wertung entscheidet klar Karl Vavrik mit seinem KVK Racing Team für sich. Das Team hat nicht nur die schnellste Sektion -gefühlt- aller Zeiten gefahren, sondern gleichzeitig vier Nuller abgestaubt und zwei Mal nur die Zehn-Punkte-Marke angerissen. Trotzdem liegt Team Auinger nicht einmal 200 Fehlerpunkte dahinter, vor Team Young & Funky.

Raus aus dem Loch!

Der Abend brachte kurz vor der Siegerehrung noch eine mehr oder weniger große, aber dafür nicht minder gewaltige Überraschung: Schon das ganze Wochenende verheißt der Wetterbericht Regenschauer. Da diese bisher ausgeblieben sind, haben sich am Sonntag Abend alle Wolken zu einem massiven Gewittersturm gesammelt. Die Stadt Oberndorf gibt Sturmwarnung aus. Der zur Siegerehrung bestellte Bürgermeister reist wieder ab, um Haus und Hof in Sicherheit zu bringen. Just zu Beginn der flugs ins Zelt verlegten Siegerehrung bricht das Gewitter herein und zieht sich erst in den Morgenstunden wieder zurück. Die Siegerehrung geht gleichsam als die schnellste Truck Trial Siegerehrung der Geschichte ein. Die Ansage von Chefkommissar Schmitz ist klar: "Alle nacheinander vorkommen, Pokal abholen, und dann schnell raus aus diesem Loch!"

Ford Transit Custom

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

9. Juli 2012
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