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Carrier Transicold: Wartung bei Kältemaschinen

Um das Risiko von Ausfällen der Kältemaschine zu minimieren, gehört ein regelmäßiger Service am Aggregat zum Pflichtprogramm. Wir haben bei Carrier Transicold eine Wartung begleitet.

Bei Kühltransporten geht es manchmal um sehr viel Geld: Pharma-Ladungen im Wert mehrerer Millionen Euro sind keine Seltenheit, auch Fleisch kann viele Hunderttausend Euro teuer sein. Doch egal ob teures Medikament oder Joghurtbecher für den Supermarkt: Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden, die Kältemaschine am Trailer muss zuverlässig laufen. Der Transportkälte-Spezialist Carrier Transicold ist mit Dutzenden Servicestandorten in Deutschland vertreten. In Wiedemar bei Leipzig hat sich das Unternehmen in die dortige Volvo-Werkstatt eingemietet und erledigt dort seit mehr als zehn Jahren Service- und Reparaturarbeiten an allen Carrier-Kältemaschinen. Heute steht eine Wartung an einem Vector-Aggregat an, Tagesgeschäft für Mechaniker Marius Tutunaru.

Vor Arbeitsbeginn klemmt er die Batterie ab und sichert das Aggregat mit einem Schloss gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten. Dann lässt er das Motoröl ab und wechselt Öl- und Kraftstofffilter. "Ausfälle an den Motoren kommen extrem selten vor", sagt Werkstattleiter Patrick Hoffmann und ergänzt: "Das sind Industriemotoren, die sehr zuverlässig laufen."

Alle 1.500 Betriebsstunden ist eine Wartung fällig

Schwachstelle bei älteren Kältemaschinen war der Antrieb des Generators über die Keilriemen. Wurden diese nicht nach Plan gewechselt und sind gerissen, fiel die Kühlung aus. An älteren Aggregaten sind bis zu sieben Keilriemen verbaut, bei neueren Aggregaten ist der Generator direkt an den Motor geflanscht, es gibt nur noch einen einzigen Keilriemen, der die Wasserpumpe des Motors antreibt. Alle 1.500 Betriebsstunden ist eine Wartung fällig, eine Stunde entspricht rund 80 Kilometer Fahrstrecke. Damit fällt der Service je nach Fahrzeug oft zusammen mit einer Durchsicht der Zugmaschine; viele Kunden verbinden beides miteinander und bringen den Lkw nach "nebenan" in die Volvo-/Renault-Werkstatt.

Am Carrier-Standort in Wiedemar arbeiten neben Werkstattleiter Hoffmann noch drei Mechaniker. Einer ist ständig im Außendienst und wartet Aggregate direkt beim Kunden, ein anderer ist sowohl in der Werkstatt als auch mobil unterwegs – die Werkstatt verfügt über zwei Servicefahrzeuge. Mittlerweile hat Marius Tutunaru an der Kältemaschine den Luftfilter gewechselt und die Kühlflüssigkeit gespindelt. Er prüft alle elektrischen Leitungen auf festen Sitz, hin und wieder kann sich durch Vibrationen ein Kabel lösen. Die Gelbatterie des Aggregats hält erstaunlich lange: Rund vier Jahre verrichtet sie ihren Dienst; die Starterbatterien der meisten Lkw halten nicht einmal halb so lange. Mittels Laptop setzt Marius Tutunaru die Wartungsmeldung zurück und prüft die Abtauintervalle – hier ist alles in Ordnung.

Servicecenter verbraucht pro Monat rund 80 Kilo Kältemittel

Nichts zu beanstanden gibt es auch bei der Dichtheitsprüfung: Tutunaru prüft mit einem Kältemittel-Lecksuchgerät alle Leitungen und Verbindungen, doch alles ist dicht, das Gerät schlägt nicht an. Sollte es doch einmal einen Kältemittelverlust geben, wird die Anlage geleert, das Kältemittel recycelt und wieder aufgefüllt – zwischen fünf und sieben Kilogramm Kältemittel befinden sich in modernen Aggregaten. Das Servicecenter in Wiedemar verbraucht pro Monat rund 80 Kilogramm Kältemittel. Nicht zum typischen Service gehört die Kalibrierung der Temperatursensoren im Trailer.

Hier montiert der Mechaniker ein geeichtes Thermometer unmittelbar neben den Sensoren im Kühlkoffer. Die Messung erfolgt bei 0 Grad und dauert zwischen 1,5 und 2,5 Stunden. Weichen die Temperaturen um mehr als zwei Grad voneinander ab, tauscht Carrier den entsprechenden Sensor aus. Am Trailer von Marius Tutunaru ist alles in Ordnung, nach rund zwei Stunden ist er mit der Wartung fertig, der Kunde kann seinen Kühl-Trailer abholen.

Autor

Foto

Mathias Heerwagen

Datum

18. Oktober 2016
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