Liqui Moly testet Motoröle und Additive für eFuels

eFuels, Motoröle und Additive in der Praxis
Liqui Moly testet Schmierstoffe für eFuels

Die eFuel Group und Liqui Moly wollen herausfinden, wie synthetische Kraftstoffe, Motoröle und Additive optimal zusammenspielen. Erste Tests sollen unter den hohen Belastungen des Motorsports stattfinden.

eFUEL GROUP und LIQUI MOLY wollen herausfinden, wie synthetische Kraftstoffe, Motoröle und Additive optimal zusammenspielen. Erste Tests sollen unter den hohen Belastungen des Motorsports stattfinden.
Foto: Liqui Moly / Rampant pictures

Die eFuel Group und Liqui Moly arbeiten künftig bei der Entwicklung und Erprobung synthetischer Kraftstoffe zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eFuels, Motoröle und Additive aufeinander abgestimmt werden können, um Verbrauch, Wirkungsgrad und Motorschutz unter realen Einsatzbedingungen zu verbessern.

Die Kooperation richtet sich zunächst auf Anwendungen im Motorsport. Später sollen weitere Einsatzfelder im Mobilitätssektor untersucht werden.

eFuels und Motoröl sollen gemeinsam optimiert werden

Bei einem Verbrennungsmotor beeinflusst nicht nur der Kraftstoff den Energieverbrauch. Auch das verwendete Motoröl wirkt sich durch seine Viskosität und seine Reibungseigenschaften auf den Wirkungsgrad aus.

Die Partner wollen deshalb untersuchen, wie sich synthetische Kraftstoffe und moderne Schmierstoffe im Motor gegenseitig beeinflussen. Ziel ist es, Kombinationen zu entwickeln, die möglichst geringe Reibungsverluste verursachen und gleichzeitig einen zuverlässigen Verschleißschutz bieten.

Additive spielen bei Kraftstoff und Schmierung eine zentrale Rolle

Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf Additiven. Diese Zusätze verändern unter anderem die Reinigungswirkung, Alterungsbeständigkeit, Zündwilligkeit oder Schmierfähigkeit von Kraftstoffen und Ölen.

Saubere Einspritzsysteme und Brennräume können dazu beitragen, dass ein Motor dauerhaft effizient arbeitet. Gleichzeitig müssen Additive mit den verwendeten Materialien, Abgasnachbehandlungssystemen und Schmierstoffen kompatibel sein. Liqui Moly bringt nach eigenen Angaben seine Erfahrung aus der Entwicklung von Motorölen, Kraftstoffzusätzen und Schmierstoffadditiven in das Projekt ein.

Was unter eFuels zu verstehen ist

E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die mithilfe von Strom hergestellt werden. Dabei wird Wasserstoff mit Kohlenstoff verbunden, der beispielsweise aus abgeschiedenem Kohlendioxid stammen kann.

Bei der Verbrennung entsteht weiterhin CO₂. Die Klimabilanz hängt deshalb stark davon ab, wie der benötigte Strom erzeugt wird, woher das verwendete CO₂ stammt und wie energieintensiv Herstellung und Transport sind.

Die eFuel Group nennt abhängig von Rohstoffbasis und Lieferkette mögliche Einsparungen der neu in den Kohlenstoffkreislauf eingebrachten CO₂-Emissionen von bis zu 90 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen.

Bestehende Fahrzeuge und Tankstellen im Fokus

Die Partner sehen einen möglichen Einsatz synthetischer Kraftstoffe insbesondere in bereits zugelassenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Kraftstoff die technischen Normen und Herstellervorgaben erfüllt.

Ein Vorteil flüssiger synthetischer Kraftstoffe liegt darin, dass sie grundsätzlich über bestehende Lager-, Transport- und Tankstellenstrukturen verteilt werden können. Für eine breitere Markteinführung sind allerdings ausreichend große Produktionsmengen und wettbewerbsfähige Preise erforderlich.

Denn derzeit ist die Herstellung strombasierter Kraftstoffe noch deutlich energieintensiver als die direkte Nutzung von Elektrizität in batterieelektrischen Fahrzeugen.

Motorsport dient als erstes Testfeld

Der Motorsport bietet den Unternehmen ein geeignetes Umfeld, um neue Kraftstoff- und Schmierstoffkombinationen unter hoher thermischer und mechanischer Belastung zu untersuchen.

Motoren arbeiten dort häufig bei hohen Drehzahlen, Temperaturen und Lasten. Erkenntnisse aus solchen Tests können später in die Entwicklung von Produkten für Straßenfahrzeuge oder andere mobile Anwendungen einfließen.