Interview Karl-Heinz Neu, Geschäftsführer Cargobull Telematics Zoom

Interview Schmitz Cargobull Telematics

Neue Angebote schneller auf den Markt bringen

Seit 13 Jahren bietet Schmitz Cargobull Telematics Hardware und Services für die Überwachung von Ladung und Trailer an. Bei seiner neuen Digitalstrategie für die Serviceorganisationen will der Hersteller jetzt von Start-up-Strukturen profitieren, wie Karl-Heinz Neu, Geschäftsführer Schmitz Cargobull Telematics, im Interview betont.

Nehmen wir einmal an, Sie würden gerade die Räumlichkeiten eines Start-ups einrichten: Würden Sie dann eher einen Tischkicker oder eher einen Billardtisch aufstellen?

Ich würde einen Raum mit einem Tischkicker einrichten und einen mit einem Billardtisch. Die Mentalität der Start-up-Entwickler ist sehr unterschiedlich, und beide Spielarten würden wohl Anhänger finden. Wichtiger ist aber, dass in diesen Räumen eine völlig andere Büroorganisation und Arbeitsatmosphäre herrscht, als wir es aus herkömmlichen Bürostrukturen kennen. Spartanischer und doch wohnlicher, auf jeden Fall aber flexibler mit Co-Working Spaces, die sich mehrere Mitarbeiter teilen – Mitarbeiter, die aber auch von zu Hause aus arbeiten können. Es gilt, Flexibilität und Kreativität zu fördern.

Warum ist diese andersartige Arbeitsatmosphäre wichtig?

Wir haben erste Erfahrungen mit unserem Investment in das Start-up "TruckIN" gemacht, das intelligente Plattformen rund um die Themen Fahrer-Rekrutierung sowie Akquise und Abschluss von Frachtaufträgen entwickelt. Mitarbeiter von Start-ups denken häufig nicht in festen Strukturen, sondern in Kooperativen, in der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen, im Austausch von Wissen, im Networking – da gibt es viele Facetten. Häufig denken sie auch nicht gleich in Wettbewerbsstrukturen und differenzieren sofort in Freund und Feind. Stattdessen gibt es eine größere Offenheit und Neugier. Denn es geht ja darum, ständig an neue Informationen zu Technologien, Produkten, Märkten und Kapitalgebern zu gelangen und somit die eigene Produktidee möglichst schnell nach vorn zu bringen.

Die andere Arbeitsatmosphäre entspricht also auch einer ganz anderen Vorgehensweise bei der Arbeit?

Ganz genau. Wenn wir in unserem klassischen Business eine Investition planen, zum Beispiel die Entwicklung einer neuen Elektronik, dann beginnt ein Regelwerk von Anträgen, Entscheidungsvorlagen und Gremiengesprächen. Wenn diese nach einer gewissen Zeit erfolgreich vollzogen sind, dann setzen wir ein Projektmanagement auf und erstellen einen Projektplan. Irgendwann fangen wir dann auch mal mit dem Entwickeln an. In der Regel reden wir dabei über einen Zeitraum von einem halben Jahr und mehr, von der ersten konkreten Idee bis zum Start der Entwicklung gerechnet. In dieser Zeit haben wir aber schon die ursprüngliche Motivation, die aus der Produktidee entsteht, ein Stück weit verloren, denn die Idee ist ja nicht mehr so frisch wie ganz am Anfang. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie durch andere Prioritäten wie Budgetkürzungen, Ressourcenmangel und andere Faktoren nicht oder nicht komplett umgesetzt wird. Ein weltweit tätiges Unternehmen wie Schmitz Cargobull benötigt diese Strukturen und Regeln und ist damit sehr erfolgreich. Doch die Digitalisierung definiert eigene Spielregeln.

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 10/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

10. Oktober 2017
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