Online Systemlogistik (OSL) stellt die Weichen für die nächste Wachstumsphase. Die Stückgutkooperation erweitert ihren Zentral-Hub in Schlitz bei Fulda für insgesamt 13,5 Millionen Euro. Mit zusätzlichen Umschlagsflächen, neuen Verladetoren und einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw reagiert das Netzwerk auf steigende Sendungsmengen und die zunehmende Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs.
Zentral-HUB stößt an seine Kapazitätsgrenzen
Der Standort Schlitz bildet seit 30 Jahren das Herzstück des OSL-Netzwerks. Bereits Ende der 1990er-Jahre wurde der erste Zentral-Hub erweitert, seit 2005 ergänzt ein zweiter Hub den Standort. Nun folgt der bislang größte Ausbau. Möglich wird das Projekt durch den Erwerb eines benachbarten Grundstücks, auf dem sich bislang die Immobilie eines KEP-Dienstleisters befand. Dadurch kann OSL den bestehenden HUB erweitern und seine Umschlagskapazitäten deutlich ausbauen. „Der Ausbau unseres Zentral-Hubs bietet beste Voraussetzungen, um weitere Partner in unseren Verbund aufzunehmen“, sagt OSL-Geschäftsführerin Petra Welling.
42 neue Tore und fast 4.000 Quadratmeter mehr Fläche
Im Zuge der Erweiterung entstehen am Zentral-Hub 1 dann 42 zusätzliche Tore für die Be- und Entladung von Stückgut. Damit wächst die Zahl der Tore an beiden Zentral-Hubs von 220 auf 262. Zugleich vergrößert sich die Umschlagsfläche durch einen rund 4.000 Quadratmeter großen Anbau auf insgesamt etwa 21.000 Quadratmeter. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen Ende 2026 beginnen. Bereits Anfang Juni wurde das ehemalige Gebäude des KEP-Dienstleisters abgerissen.
Mehr Kapazität für neue Netzwerkpartner
Nach Angaben von OSL sind die bestehenden Zentral-HUBs seit Jahren nahezu vollständig ausgelastet. Zusätzliche Kapazitäten werden benötigt, um neue Partner in das Netzwerk aufzunehmen und die sogenannte Zwei-Partner-Strategie in deutschen Metropolregionen sowie im internationalen Verkehr weiter auszubauen. Nur ein zentral gelegener Umschlagstandort ermögliche es, dass jeder Partner jede Relation innerhalb einer Nacht erreichen könne, betont Petra Welling.
E-Ladepark soll bis 2028 entstehen
Parallel zum Ausbau investiert OSL in die Elektrifizierung seines Netzwerks. Auf dem Gelände entsteht ein E-Ladepark mit 18 Ladepunkten für batterieelektrische Lkw. Nach Berechnungen des Unternehmens können dort künftig täglich bis zu 128 Elektro-Lkw geladen werden. Dafür steht eine Anschlussleistung von mindestens einem Megawatt zur Verfügung. Um Lastspitzen zu vermeiden, soll eine intelligente Software die Ladevorgänge bedarfsgerecht steuern. Ergänzend plant OSL einen 20-MW-Batteriespeicher sowie eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen des Hubs. Die Planungen für die Ladeinfrastruktur sollen im Herbst 2026 abgeschlossen werden. Die Inbetriebnahme des Ladeparks ist für 2028 vorgesehen.
Übergangslösung für Elektro-Lkw
Bis der Ladepark fertiggestellt ist, können OSL-Partner ihre Elektro-Lkw an den Ladeparks Fulda Nord beziehungsweise Niederaula entlang der A7 laden. Beide Standorte liegen rund 16 Kilometer vom Zentral-HUB entfernt.
Bedeutung für Logistikunternehmen
Mit der Investition reagiert OSL gleich auf mehrere Entwicklungen der Branche: steigende Sendungsmengen im Stückgutverkehr, den Ausbau des Partnernetzwerks und die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge. Besonders bemerkenswert ist die Kombination aus zusätzlicher Umschlagskapazität und eigener Energieinfrastruktur. Damit schafft die Kooperation nicht nur Raum für weiteres Wachstum, sondern bereitet ihren zentralen Umschlagplatz auch auf den zunehmenden Einsatz batterieelektrischer Lkw vor.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Online Systemlogistik (OSL)
- Investition: 13,5 Millionen Euro
- Standort: Zentral-HUB Schlitz (Hessen)
- Erweiterung: rund 4.000 m² zusätzliche Umschlagsfläche, 42 neue Verladetore
- Kapazität: insgesamt 262 Tore, rund 21.000 m² Umschlagsfläche
- Elektromobilität: 18 Ladepunkte, bis zu 128 Lkw-Ladevorgänge pro Tag, mindestens 1 MW Netzanschluss, 20-MW-Batteriespeicher, Photovoltaikanlage
- Baubeginn: Ende 2026
- E-Ladepark: Inbetriebnahme 2028







