Kögel will aus alten Trailern neue bauen

Kögel startet Recycling-Pilotprojekt
Alter Trailer soll Rohstoff für neuen werden

Wie viel alter Trailer kann in einem neuen stecken? Kögel, TSR und Remondis wollen das herausfinden. Ein zerlegter Light Plus liefert die Basis für einen neuen Konzepttrailer.

Sascha Hähnke (Remondis), André Zick (TSR) und Thore Bakker (Kögel) bei der Vertragsunterzeichnung auf der IAA Transportation 2026
Foto: Kögel

Ein ausgedienter Trailer als Rohstofflager für seinen Nachfolger? Kögel, TSR Resource und Remondis starten auf der IAA Transportation 2026 ein gemeinsames Recyclingprojekt. In ein bis zwei Jahren soll daraus ein neuer Trailer mit möglichst hohem Anteil recycelter Materialien entstehen. Das Ziel ist ein Konzepttrailer, bei dem möglichst viele Primärrohstoffe durch Post-Consumer-Recyclingmaterial ersetzt werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, gebrauchte Bauteile einfach erneut einzubauen. Materialien aus ausgedienten Trailern sollen zurückgewonnen, aufbereitet und anschließend wieder als Rohstoff für die Produktion eingesetzt werden.

Kögel Light Plus komplett zerlegt

Die Vorarbeit hat bereits begonnen. TSR hat einen ausgedienten Kögel Light Plus mit 5.960 Kilogramm Gesamtgewicht vollständig demontiert und seine Bestandteile nach Materialarten getrennt. Das Ergebnis zeigt, wo die größten Rohstoffmengen stecken: Rund 50 Prozent des Gewichts entfallen auf Stahl, etwa 20 Prozent auf Aluminium und circa zwölf Prozent auf Altholz. Die Zerlegung soll nun zeigen, welche Materialien sich in welcher Qualität zurückgewinnen lassen. Gleichzeitig wollen die Partner untersuchen, ob sich Trailer künftig bereits bei der Konstruktion leichter demontieren und sortenrein recyceln lassen.

Neuer Trailer soll in ein bis zwei Jahren entstehen

Im nächsten Schritt geht es darum, die gewonnenen Recyclingrohstoffe zurück in die Fahrzeugproduktion zu bringen. Neben der technischen Machbarkeit wollen Kögel, TSR und Remondis auch Kosten, verfügbare Mengen und notwendige Rücknahmeprozesse untersuchen. „Wir glauben fest daran, dass wir mit unseren Produkten heute schon Primärrohstoffe in der Herstellung eines neuen Trailers ersetzen können“, sagt André Zick, Business Development Manager bei TSR Resource. Und Sascha Hähnke, Geschäftsführer von Remondis Sustainable Services ergänzt: „Die Qualität eines zukünftigen Trailers soll dabei genauso gut sein wie die eines Fahrzeugs, das aus neuen Rohstoffen hergestellt wurde.“

Bis zur praktischen Erprobung des Recycling-Trailers

Kögel liefert das Fahrzeug- und Materialwissen, TSR übernimmt unter anderem Demontage, Aufbereitung und die Entwicklung von Recyclingprozessen. Remondis und TSR sollen den daraus entstehenden ersten Trailer anschließend praktisch erproben. Einen konkreten Rezyklatanteil nennen die Unternehmen bislang bewusst nicht. Erst das Pilotprojekt soll zeigen, wie viel Sekundärmaterial technisch und wirtschaftlich tatsächlich in einem neuen Trailer eingesetzt werden kann.

Vom Altfahrzeug zum Rohstofflager

Kögel will innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre einen fertigen Trailer aus dem Projekt präsentieren. Langfristig soll daraus ein Materialkreislauf entstehen, bei dem Rohstoffe aus ausgemusterten Trailern wieder in die nächste Fahrzeuggeneration gelangen. Damit steht auf der IAA zunächst weniger ein fertiges Produkt als eine Frage im Mittelpunkt: Wie viel neuer Trailer lässt sich tatsächlich aus einem alten machen? Die Antwort darauf müssen Kögel, TSR und Remondis mit ihrem Pilotprojekt erst noch liefern – vielleicht auf der IAA Transportation 2028.

In Kürze: die Key Facts

  • Projektpartner: Kögel Trailer, TSR Resource und Remondis
  • Start: IAA Transportation 2026 in Hannover
  • Projektstatus: Pilotprojekt und Letter of Intent
  • Ziel: Konzepttrailer mit möglichst hohem Anteil an Recyclingrohstoffen
  • Zeitraum: Konzepttrailer innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre geplant
  • Ausgangsfahrzeug: ausgedienter Kögel Light Plus
  • Gewicht des zerlegten Trailers: 5.960 kg
  • Materialanteil Stahl: rund 50 Prozent
  • Materialanteil Aluminium: rund 20 Prozent
  • Materialanteil Altholz: circa 12 Prozent
  • Ansatz: Rückgewinnung und Aufbereitung von Post-Consumer-Materialien
  • Ziel der Entwicklung: Primärrohstoffe teilweise durch Recyclingrohstoffe ersetzen
  • Weitere Untersuchungen: Recyclingfähigkeit, Rücknahmeprozesse, Mengenpotenziale und Wirtschaftlichkeit
  • Praxistest: Erster Konzepttrailer soll von Remondis und TSR erprobt werden
  • Langfristiges Ziel: geschlossenerer Materialkreislauf im Trailerbau