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Navi als Unfallquelle

Polizei warnt vor blindem Vertrauen

VW T6 Caravelle Foto: VW

Blindes Vertrauen auf das Navigationsgerät kann insbesondere bei Baustellen auf der Autobahn die Unfallgefahr stark ansteigen lassen.

29.07.2016 Regina Weinrich

An einer besonders unfallträchtigen Baustelle auf der A8 am Dreiecke Leonberg werden die Fahrer deshalb per Verkehrsschild auf gefordert, das Gerät zu ignorieren und  Hinweisschildern und Fahrbahnmarkierung zu folgen. Genützt hat das nach Polizeiangaben bislang nicht viel.

Ungewöhnliche Unfallhäufung

Insgesamt 78 Unfälle vom 6. Mai bis zum 15. Juli registrierte die Polizei auf einem nicht einmal drei Kilometer langen Autobahnabschnitt zwischen Leonberg West und dem Autobahndreieck Leonberg. Auf Anweisung ihres Navigationsgerätes wechseln viele Fahrer auf der Strecke von Karlsruhe nach München offenbar trotz gegenteiliger durchgezogener gelber Fahrbahnmarkierung plötzlich auf die linke Spur. Tote sind bislang glücklicherweise nicht zu beklagen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Peter Wiedenhorn. Aber die Unfallhäufung sei sehr ungewöhnlich. "Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten wir hier nur einen Unfall, da musste etwas getan werden."
 
Zunächst wurde eine Gleitschutzwand zur Abtrennung der Fahrstreifen errichtet, berichtet der Sprecher. Nachdem diese insbesondere von Lkw immer wieder beschädigt wurde, hat man klappbare Barken aufgestellt. Aber insbesondere ortsunkundige Fahrer hätten sich trotzdem weiterhin auf ihr Navigationsgerät verlassen und haarsträubende Spurwechsel vollführt. Mitte Juni hat das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart die entsprechenden Hinweisschilder aufgestellt. Die Zahlen sind ernüchternd: Zwischen dem 16. Juni und dem 15. Juli gab es wiederum 33 Unfälle, der Navi gibt offensichtlich weiterhin den Ton an.
 
"Die Beschilderung und die Markierungen auf der Autobahn sind das einzige, was wirklich zählt, nicht die Hinweise eines Navigationsgerätes", sagt Wiedenhorn. Immerhin habe sich inzwischen auf dem Problemstück inzwischen der Verkehrsfluss verbessert und die gefährlichen Spurwechsel seien weniger geworden. Die Fahrer müssten sich insbesondere in Baustellenbereichen an den aktuellen Gegebenheiten orientieren und ein Auge auf den Verkehr haben. "Kopf einschalten!" heißt es auch aus dem
Regierungspräsidium.

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