HR-Summit Logistik und Mobilität

Personalarbeit in der Branche

Lkw und Pkw auf einer Autobahn Foto: Alev Atas/ETM

Zu den gravierenden Herausforderungen in der Transport- und Logistikbranche gehört das Thema Personal. In Frankfurt laden dazu heute die Frankfurter Kommunikationsagenturen Mainblick und Mandelkern sowie das Demographienetzwerk Rhein-Main zum 1. HR-Summit Logistik & Mobilität ein, das neue Impulse und Handlungsvorschläge liefern will. 

Geboten werden Impulsvorträge, Podiumsdiskussionen und Fachforen zu den Themenfeldern Human Resources in neuer Rolle, Digitalisierung und internationale Fachkräfte. Erstmals vorgestellt wird auch das Ergebnis der "Befragung zu den Handlungsfeldern der Personalarbeit in der Logistik" von Dipl.-Ing. Janina Czernin und Prof. Kai-Oliver Schocke von der Frankfurt University of Applied Sciences. 

Dabei gaben rund 83 Prozent der 67 Teilnehmer an, dass sich ihr Aufwand, neue Mitarbeiter zu gewinnen, in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht hat, 79 Prozent haben Schwierigkeiten geeignete Mitarbeiter zu finden – vor allem im gewerblichen Bereich, aber auch für kaufmännische Funktionen.

Schlechtes Image der Branche

Warum es schwieriger geworden ist, geeignete Leute zu finden? 79 Prozent der Unternehmen, die sich an der Befragung beteiligt hatten, führten das schlechte Image der Branche an. Als Gründe, warum geeignete Mitarbeiter nicht zu finden sind, werden zum einen die schlechte Bezahlung im Vergleich zu anderen Branchen, aber auch unregelmäßige Arbeitszeiten beziehungsweise Schichtbetrieb genannt.

Dabei versuchen die Unternehmen durchaus, den Mitarbeitern die Arbeit attraktiv zu machen: 57 Prozent der Betriebe gaben etwa an, Löhne über Tarifniveau zu zahlen. Dabei lohnt ein Blick auf die Herkunft der teilnehmenden Unternehmen: 48 Prozent haben ihren Sitz in Hessen, die andere stammen aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. 58 Prozent bieten eine betriebliche Altersvorsorge und 55 Prozent ein Prämiensystem an. 

Zudem setzten die Firmen in großen Teilen auf unbefristete Beschäftigung - mehr als die Hälfte der Firmen gaben an, mindestens 70 Prozent ihrer Mitarbeiter auf dieser Basis zu beschäftigen. Fluktuation ist auch ein Thema, wenn auch nicht so gravierend wie allgemein angenommen: Fast ein Drittel der Unternehmen kann demnach seine Mitarbeiter durchschnittlich fünf bis zehn Jahre an sich binden, bei 40 Prozent sind die Mitarbeiter sogar zwischen zehn und 20 Jahre beschäftigt, bei 12 Prozent sogar noch länger.

Zeitdruck behindert Weiterbildungsmaßnahmen

Für attraktive Arbeitsbedingungen sind bei 61 Prozent die Personalverantwortlichen auch ausdrücklich zur Unterstützung bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bereit. Allerdings gaben weiter 70 Prozent der Betriebe an, dass die Mitarbeiter jährlich weniger als drei Tage weitergebildet werden – Zeitdruck ist bei fast der Hälfte der Unternehmen das wichtigste Hindernis.

Dabei besteht Bedarf: 45 Prozent würden sich vor allem eine weitere Qualifizierung ihrer Mitarbeiter in Richtung Zeitmanagement wünschen. "Dadurch kann man sehen, dass viele Logistikunternehmen den Termindruck als wichtiges Element der täglichen Arbeit in Kauf nehmen", schreiben die Autoren der Befragung. Die zwei häufigsten fehlenden Fertigkeiten der Mitarbeiter sind demnach auch Führungskompetenzen und IT in der Logistik. 

Personalarbeit in der Logistik hat also weiter eine große Bedeutung – was allerdings noch nicht in allen Unternehmen angekommen ist. Laut der Befragung betrachtet mehr als die Hälfte der Unternehmen die Personalabteilung lediglich als interne Dienstleistung, 37 Prozent gaben an, auch keine Gesamtstrategie zur Personalarbeit zu haben.

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