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Flüssigerdgas bei Lkw

BMW und ARS Altmann setzen auf LNG

ETM Foto: ETM

Die Transport- und Logistikbranche entdeckt "liquefied natural gas" (LNG), auch Flüssigerdgas genannt. Sowohl BMW als auch der  Automobillogistiker ARS Altmann setzen auf LNG. So kommt beispielsweise bei ARS Altmann ein LNG-Lkw mit offenem Auflieger eine reichweiten- und leistungsstarke Alternative zum Einsatz, die aufgrund der besonderen Fahrzeugspezifikationen auch im Fernverkehr einsetzbar ist.

21.02.2018 Ralf Lanzinger

Erst vor wenigen Monaten nahm Altmann einen rein elektrisch betriebenen Lkw mit geschlossenem Auflieger für die Auslieferung von Fahrzeugen im Nahverkehr in Betrieb. Mit den beiden Fahrzeugen reagiert das Unternehmen auf immer striktere gesetzliche Anforderungen und möchte aktiv dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren und den Transportverkehr umweltfreundlicher zu gestalten.

Für ARS Altmann AG ist der mit tiefkaltem, verflüssigtem Erdgas betriebene Automobiltransporter eine echte Alternative zum Diesel-LKW. Denn die Zugmaschine, ein Iveco Stralis NP, erfüllt die strengen Umweltanforderungen der Euro-VI-Abgasnorm und emittiert im Vergleich zum Diesel weitaus weniger Schwefeloxid, Stickoxid, CO2 und Feinstaub. Zudem sind  die Lärmemissionen deutlich geringer. Somit ist das Befahren von Innenstädten auch im Hinblick auf geplante strengere Regelungen und eventuelle Zufahrtsbeschränkungen mit einem LNG-Truck ohne Vorbehalt möglich.

Die Flotte der ARS Altmann AG ist bereits jetzt durchgängig mit Euro-VI-Fahrzeugen ausgestattet, darunter auch zahlreiche Iveco-Zugmaschinen. Der LNG-Truck von ARS Altmann AG wird vorerst im gesamten süddeutschen Raum eingesetzt werden.
 
Von Steyr nach Regensburg und zurück
Auch bei BMW ist LNG im Kommen. Die Logistik des BMW-Werks Regensburg hat mit Iveco und der Spedition Duvenbeck nun einen Pilotversuch absolviert, bei dem ein Lkw mit dem alternativen Antrieb zwei Wochen lang Teil der realen Lieferkette war. Die Vorteile von Lastwagen, die mit LNG betrieben werden, sieht BMW in einer hohen Reichweite, weniger Schadstoffen sowie leisem Betrieb. Als Ergebnis halten die drei Kooperationspartner fest: Flüssiges Erdgas LNG hat als nachhaltige Antriebstechnologie Potential für die Logistik großer Industriefirmen.
 
Im Rahmen des Tests brachte ein LNG-betriebener Lastwagen täglich Motoren vom BMW Standort Steyr in das BMW-Werk Regensburg. Dabei wurden den Angaben nach wertvolle Daten gewonnen, um die Marktreife der Technologie beurteilen zu können.  
 
Hohe Reichweite
Weil Erdgas beim Verflüssigen an Volumen verliert, ergibt sich für den Einsatz von LNG im Schwerlastverkehr ein entscheidender Vorteil: die vergleichsweise hohe Reichweite. So konnte der Iveco Stralis 400 NP die tägliche Hin- und Rückfahrt zwischen Steyr und Regensburg sicher mit einer Tankfüllung absolvieren. Mit Elektroantrieb wären für diese 530 Kilometer mehrere Nachladungen erforderlich. Bei Einsatz von komprimiertem Erdgas CNG (Compressed Natural Gas) müsste generell ein dreimal so großer Tank verbaut werden, um die gleiche Reichweite zu erzielen als mit LNG.
 
Kein Feinstaub
Dr. Thomas Irrenhauser von BMW sieht im LNG langfristig eine "sinnvolle, weil nachhaltige Alternative zum konventionellen Diesel". Im direkten Vergleich liegen die Emissionen von Stickoxid um bis zu 60 Prozent niedriger, die Lärmbelastung im Betrieb um bis zu 50 Prozent niedriger. Feinstaub entsteht so gut wie keiner. "Im Zuge der umweltpolitischen Debatte werden LNG-Lastwagen zunehmend nachgefragt", sagt Mario Männlein vom Projektpartner Iveco. Europaweit habe man bereits 2.000 Fahrzeuge verkauft – und das, obwohl das Netz an LNG-Tankstellen noch Lücken aufweist.
 
Tiefgekühlt auf 130 Grad
Für den Betrieb eines LNG-Lkw kann Erdgas nicht nur aus fossilen, sondern auch aus erneuerbaren Quellen wie der Abfallwirtschaft gewonnen werden. Vor dem Einfüllen in den Tank wird das Erdgas auf eine Temperatur von rund minus 130 Grad tiefgekühlt. Dabei verringert sich das Volumen des Erdgases auf ein Sechshundertstel. Vor dem Einspritzvorgang in den Motor wird das LNG über einen Wärmetauscher wieder in den gasförmigen Zustand überführt.

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