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Alternoil mit 16 Standorten bundesweit

Bio-LNG im ganzen Land

Foto: Alternoil/Timo Lutz

Der Tankstellenbetreiber Alternoil knüpft ein engmaschiges Tanknetzwerk für fossiles LNG und Bio-LNG aus biologischen Abfallprozessen.

Der Tankstellenbetreiber Alternoil aus Steinfeld (Landkreis Vechta) treibt den Ausbau seines Flüssigerdgas-Netzwerks voran. Er will Flottenbetreibern LNG bundesweit und vorzugsweise an wichtigen Knotenpunkten zur Verfügung stellen. Nur etwa ein Jahr nach der Eröffnung der ersten Alternoil-LNG-Tankstelle in Bakum an der A1 hat das Unternehmen bereits ein ganzes Tankstellen-Netzwerk geknüpft.

Zum Ende des ersten Quartals stehen den Kunden 16 Stationen zur Verfügung. Das Netzwerk reicht von Baden (Ettenheim) bis Berlin (Grünheide) und von Lübeck (Reinfeld) bis München (Eching). Perspektivisch will Alternoil gemeinsam mit Partnern 40 LNG-Tankstellen in Deutschland aufbauen. Schon heute ist der Mittelständler aus Niedersachsen, gemessen an Lokationen, der größte Anbieter des auf -162 Grad gekühlten und verflüssigten Erdgases zum Betrieb von Lkw in Deutschland.

Alternoil mit Zertifizierung nach RED-cert

Der Aufbau der Tankinfrastruktur geht Hand in Hand mit dem Hochfahren der Kapazitäten von Bio-LNG. Alternoil sieht sich auch hier als Vorreiter. „Wir sind das erste Unternehmen, das biogenes LNG auf den Markt bringt und über eine Zertifizierung nach RED-cert verfügt“, erklärt Alternoil-Geschäftsführer Alexander Renz gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. RED-cert ist eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung von Biokraftstoffen und Biomasse auf Basis der Erneuerbare-Energien-Richtlinie, die in Deutschland seit Juli 2010 möglich ist.

Foto: Alternoil
Alternoil bietet neben fossilem LNG auch Bio-Methan unter dem Markennamen Reefuel an.

Bio-Methan unter dem Markennamen Reefuel bietet Alternoil an den eigenen Stationen an. Außerdem wird der Vertrieb ebenfalls kurzfristig über die im Partnernetzwerk aktiven Tankkarten möglich sein. „Es handelt sich um den saubersten Kraftstoff am Markt“, hebt Renz hervor. Aktuell mischt sein Unternehmen zehn Prozent Biomethan bei, das aus Kommunal- oder Agrarabfällen gewonnen wird. Mit dieser Kombination aus fossilem und biogenem LNG sei bereits eine CO2-Reduktion von einem Viertel gegenüber herkömmlichem Diesel möglich. Bei einem 80-prozentigen Anteil sei die Fahrt um 84 Prozent sauberer, was die CO2-Emissionen angeht. Weitere Effekte, die bereits bei fossilem LNG zu erzielen sind: Die Motorengeräusche sinken laut Alternoil um etwa die Hälfte, der Feinstaub-Ausstoß um 95 Prozent, ebenso verringere sich der Ausstoß von Schwefel und Stickoxiden deutlich.

Produktion des Biomethans aus Abfällen

Ein weiteres Argument für die Alternoil-Verantwortlichen: Durch Beimischen des Biogases entsteht keine Tank-Teller-Diskussion in der Öffentlichkeit. Alternoil lässt das Biomethan nicht aus Futterpflanzen, sondern aus Abfällen produzieren – die nicht in Konkurrenz zur Nahrung stehen. Auch etablierte Umweltverbände sähen den Einsatz von Bio-LNG im Schwerlastverkehr positiv. „Durch den Einsatz von LNG und besonders von Bio-LNG können wir einen wirksamen Beitrag leisten, um die Klimaziele bis 2030 und 2050 zu erreichen“, erklärt Alternoil-Chef Renz. Damit verbessere man gleichzeitig das Image des Schwerlastverkehrs in der Öffentlichkeit. Dass die EU-Kommission LNG nicht als den idealen Kraftstoff ansieht und durch Kritik an der Förderpoltik Deutschlands in der Branche Irritationen ausgelöst hatte, stellt Renz gar nicht in Abrede. Seinen Beobachtungen nach hält das Interesse von Flottenbetreibern an LNG-Fahrzeugen von Iveco, Scania und Volvo jedoch an.

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„Das Bundesverkehrsministerium hat betont, dass es zu Gas steht und darin eine Brücke sieht“, sagt Renz. Wenn Gas-Lkw nach 2023 vielleicht auch nicht komplett mautfrei fahren, so sei es durch die neue EU-Vignettenrichtlinie doch sehr wahrscheinlich, dass sie deutlich vergünstigt fahren. Und auch der CO2-Preis, der seit diesem Jahr mineralische Kraftstoffe verteuere, wirke sich bei LNG weniger stark als beim Diesel aus, der sich um sieben Cent je Liter verteuert hat und bis 2026 auf 17,3 Cent erhöht.

Was die weiteren Pläne angeht, liegt die Zukunft für Alternoil im Biogas. Daher baut der Tankstellenbetreiber mit Partnern eine große Produktionsanlage im Raum Fulda auf. Die Jahreskapazität beläuft sich auf rund 36.000 Tonnen. Auch knüpft das Unternehmen sein Tankstellennetz bei Bedarf noch enger. So sei es möglich, kleine Stationen auch auf den Höfen von Speditionen und Werkverkehren zu errichten.

Alternoil baut sowohl XL-Stationen (Bakum, Fulda und Hamburg) mit jeweils vier Dispensern (das Pendant zu Zapfsäulen bei klassischen Tankstellen) und XS-Stationen mit je zwei Dispensern. Die Spedition Paneuropa aus Bakum, die ihren Fuhrpark zur Hälfte auf LNG-Fahrzeuge umgestellt hat, beliefert diese Stationen bundesweit. Aktuell setzt Paneuropa 60 Tankcontainer für die umweltfreundliche und intermodale Logistik ein, die innerhalb des nächsten Jahres auf 120 Stück aufgestockt werden. Und wer Erfahrungen mit LNG sammeln möchte, dem bietet die Firmengruppe auch LNG-Lkw aller drei Fabrikate zur Miete an. Rund 50 Fahrzeuge umfasst der Mietpool aktuell.

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