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Active Logistics treibt Digitalisierung voran

Ohne Lieferbeleg papierlos glücklich

Geschäftsmann läuft durch virtuellen Tunnel von Dokumenten Foto: Fotolia/Vladimir Melnikov

Active Logistics digitalisiert Papierbelege. Der Service funktioniert unabhängig vom eingesetzten Transport-Management-System.

Wenn es nach Active Logistics geht, gehören Papierbelege bald der Vergangenheit an. Ob Lieferscheine oder Frachtpapiere – alles soll digital vonstattengehen. Der Prozess beginnt dann bereits bei der Auftragserfassung, die in einem Webbrowser erfolgt. Der besagte Lieferschein, Frachtpapiere oder auch Gefahrgutbescheinigungen können dabei gleich mit hochgeladen werden. Alles zusammen ergibt eine digitale Akte, die den physischen Transport begleitet und gegebenenfalls immer wieder aktualisiert werden kann – etwa durch eine Schadensdokumentation oder einen Ablieferbeleg. "Ziel ist eine digitale Transformation, durch die es keine begleitenden Papierbelege mehr braucht", erläutert Active Logistics-Vorstand Arnold Kriener im Gespräch mit TeleTraffic.

Zertifiziertes Rechenzentrum wird als zentrale Datendrehscheibe genutzt

Weitergegeben werden die Daten in zwei Richtungen: in das Transport-Management-System (TMS) der Spedition und an das Avis-Tool von Active Logistics. In einem solchen Szenario werden Papierdokumente nur noch beim Upload des Kunden sowie als Lieferschein benötigt. "Als Speicherort und zentrale Datendrehscheibe nutzen wir unser nach ISO 27001 zertifiziertes Rechenzentrum", erläutert Hermann Schmidt, Prokurist bei Active Logistics. Das hat neben der Datensicherheit noch weitere Vorteile – sowohl für die Kunden als auch für den TMS-Anbieter. Für die Entwicklung der digitalisierten Supply Chain haben die vier Standorte von Active Logistics (die Zentrale in Herdecke sowie die Niederlassungen in Koblenz, Niederaula und Nürnberg) ihre Ressourcen gebündelt.

Herausgekommen ist eine Lösung, die mit allen drei TMS (Active M-ware, Active L-wis und ALH.4) zusammenarbeitet. Und nicht nur das: Gleiches gilt für jedes webservicefähige TMS – egal von welchem Anbieter. Damit erschließt sich das Unternehmen nicht nur neue Kunden. Darüber hinaus ist auch die ebenso aufwendige wie teure dreifache Entwicklung für die eigenen Lösungen hinfällig (siehe Kasten: Das Unternehmen). Daher verwundert es auch nicht weiter, dass Active Logistics den neu eingeschlagenen Weg weiter verfolgt: Nach derselben Vorgehensweise sollen künftig alle neuen Features und Funktionen für die hauseigenen TMS ausschließlich als Webservices erfolgen. Wobei diese dann ebenfalls für Lösungen von Dritten zugänglich sind.

Foto: Active Logistics
Active Logistics-Vorstand Arnold Kriener: „Mit Smart Contracting können wir die Prozess­kosten deutlich senken.“

Produktivitätssteigerungen durch effektivere und kostengünstigere Prozesse

"Unseren Kunden bieten wir damit hohe Kontinuität ohne großen Migrationsaufwand", erläutert Kriener. So sind die Entwickler gerade dabei, eine neue Calculation Engine (Kalkulationsmodul) in Active M-ware zu implementieren. Eine Lösung, die dann selbstverständlich – dem neuen Credo folgend – auch in den beiden anderen TMS von Active Logistics zum Einsatz kommt. Darüber hinaus wollen die Logistikspezialisten des IT-Unternehmens die Prozessketten ihrer Kunden auch aus Industrie und Handel möglichst weitreichend digitalisieren und automatisieren. Deshalb setzen sie seit Kurzem sogenannte Digital Consultants (Digitalberater) sowie Prozessdesigner ein. Diese gehen direkt in die Unternehmen und ermitteln vor Ort, wie die Prozesse bislang funktionieren. Anschließend bestimmen sie das Potenzial einer möglichen Automatisierung – inklusive der zu erwartenden Produktivitätssteigerungen durch effektivere und somit kostengünstigere Prozesse.

Der Grund für die zunehmende Digitalisierung liegt auf der Hand. "Der Fachkräftemangel hat die Logistik längst erreicht – neben Lkw-Fahrern fehlen vor allem Disponenten und Abrechner", berichtet Kriener. Deren Aufgaben müssen seiner Ansicht nach zukünftig Softwarelösungen mit automatischen Abläufen übernehmen. Weitere Entwicklungsziele will das Unternehmen überdies aus einer Kundenzufriedenheitsabfrage gewinnen. Perspektivisch fordert Kriener insbesondere Logistikdienstleister zu mutigeren Entwicklungsschritten auf. "Mit Smart Contracting, bei dem je nach Auftragsstatus automatische Abbuchungen ausgelöst werden, können wir die Prozesskosten deutlich senken", erklärt er. Die dafür erforderliche Technologie gebe es bereits. Gleichzeitig lasse sich auf diese Weise der Einstieg in die Blockchain gestalten. Grob gesagt geht es um das Vereinfachen der Transaktionssicherheit im Vergleich zu zentralen Systemen. Die Informationen darüber sind dann dezentral und transparent auf viele Rechner verteilt gespeichert – sodass sie nicht manipulierbar sind. Mit einer Art von digitalem Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern wird jede Veränderung genau erfasst und dokumentiert. Für die digitale Akte von Active Logistics wäre die Blockchain ideal geeignet. Bislang befindet sich diese, für die Logistik neue Technologie allerdings ziemlich am Anfang – selbst wenn bereits erste Tests laufen. "In fünf Jahren kann das jedoch schon wieder ganz anders aussehen", erklärt Hermann Schmidt. Auch hier sind die Weichen bei Active Logistics bereits entsprechend gestellt.

Das Unternehmen

  • Die Active Logistics mit Sitz in Herdecke ist die Dachgesellschaft der Active Logistics-Gruppe mit Stand­orten in Deutschland, Tschechien und Österreich
  • In Deutschland gibt es neben Herdecke Niederlassungen in Koblenz, Niederaula und Nürnberg
  • Historisch, durch Übernahmen bedingt, bietet Active Logistics drei TMS-Lösungen an: Active M-ware, Active L-wis und ALH.4
  • Mehr als 230 Mitarbeiter arbeiten für den Software-Anbieter
  • Der Kundenstamm umfasst mehr als 400 Firmen jeder Größenordnung
  • Das Rechenzentrum versorgt 1.000 Standorte mit mehr als 25.000 Anwendern in Europa mit ASP-Lösungen, Zentralfunktionen und professionellen Diensten rund um das Thema EDI, Datenkonvertierung und Telematik

Unsere Experten
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
David Keil, Berater und Projektmanager Logistiksoftware und Telematiksysteme David Keil Berater Logistiksoftware und Telematiksysteme
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