ACEA kritisiert Infrastruktur

Ladestellen für E-Lkw fehlen

eActros (entlehnt allerdings vom konventionellen Antos), FF 5/2018, Elektro-Lkw, E-Mobilität, Batterien.

Kurz vor den Verhandlungen zu künftigen CO2-Grenzwerten für schwere Nutzfahrzeuge bemängelt der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) die löchrige Infrastruktur für emissionsarme und emissionsfreie Lkw. Demnach fehlen mindestens 26.000 Ladestationen und 1.000 Wasserstofftankstellen.

Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) kritisiert pünktlich vor den entscheidenden Trilog-Verhandlungen zwischen der EU-Kommission, dem EU-Parlament und den nationalen EU-Regierungen zu CO2-Grenzwerten für schwere Nutzfahrzeuge die mangelhafte Infrastruktur für alternativ angetriebene Lkw.

Laut ACEA werden nach vorsichtigen Schätzungen bis 2025/2030 auf europäischen Autobahnen mindestens 6.000 Hochleistungs-Ladestationen mit einer Ladeleistung ab 500 kW benötigt. Dazu seien weitere 20.000 reguläre Ladepunkte für Elektro-Lkw erforderlich. Heute fehlt eine entsprechende Infrastruktur laut ACEA aber fast vollständig – und seitens der EU gibt es auch keinen klaren Aktionsplan, dieses Problem anzugehen.

Ladestellen nicht geeignet für Lkw

"Die schockierende Tatsache ist, dass es heute nicht einmal eine einzige öffentliche Ladestation für Langstrecken-Lkw gibt", sagte der ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert. „Außerdem gibt es noch keinen Standard für die benötigten Hochleistungsstecker." Die Hochleistungs-Ladestationen für Elektro-Pkw könnten schwere Lkw aufgrund ihres viel höheren Energiebedarfs sowie der fehlenden Parkplätze entlang der Hauptrouten durch Europa nicht nutzen.

Ganz ähnlich stellt sich die Situation laut ACEA bei Wasserstofftankstellen dar: Sind diese auf Pkw ausgerichtet, ist ihr Druckspeicher zu klein für den Bedarf von Lkw. Bis 2025/2030 werden nach Angaben des Verbandes rund 1.000 für Lkw geeignete Wasserstoffstationen benötigt, aber heute sind in der gesamten EU weniger als zehn verfügbar – und diese können allesamt nur Pkw nutzen.

Was komprimiertes und verflüssigtes Erdgas (CNG und LNG) angeht, sind in einigen EU-Mitgliedstaaten für Lkw geeignete Tankstellen in Betrieb – doch ihre Verteilung innerhalb von Europa ist uneinheitlich und die Anzahl der Stationen insgesamt ist gering, so der ACEA.

Europaweiter Aktionsplan erforderlich

"Die politischen Entscheidungsträger müssen sich dieser alarmierenden Situation bewusst sein, wenn sie zukünftige CO2-Ziele für Lkw vereinbaren, da diese von einem massiven Anstieg der Verkäufe alternativ angetriebener Lastwagen abhängig sind", warnte Jonnaert. "Die Ziele sollten entsprechend festgelegt werden – und müssen von einem Aktionsplan begleitet werden, um die für Lkw geeignete Infrastruktur EU-weit auszubauen. Von den Kunden kann nicht erwartet werden, dass sie in alternativ angetriebene Lkw investieren, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, sie aufzuladen oder zu tanken."

Der ACEA unterstütze uneingeschränkt eine Einigung über die neuen CO2-Normen für Lkw. "Wir fordern die Entscheidungsträger jedoch dringend auf, dafür zu sorgen, dass die Ziele in der Praxis erreicht werden können."

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