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Ford Ranger, Toyota Hilux, VW Amarok: Drei moderne Pick-ups im Vergleichstest

Der nagelneue Ford Ranger rollt gerade frisch zum Händler. Im Vergleichstest gegen Toyota Hilux und VW Amarok muss er sein Können unter Beweis stellen.

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der Pick-ups. Vor allem im mittleren Farmer-Westen ­erfreuen sie sich oft größter Beliebtheit. Aber auch für den breitspurigen Betondschungel der Citys oder als Beach-Shuttle werden sie rege genutzt.

Pick-ups in Deutschland noch unterrepräsentiert

Bei uns spielen die "Trucks" noch eher eine untergeordnete Rolle. Für den Sprung in die Fuhrparks reicht es nicht aus, nur auf unwegsamen Wegen zu glänzen. Die robusten Arbeitstiere müssen auch im Alltag überzeugen. Ford gibt dem taufrischen Ranger deshalb neben seinen guten Geländeeigenschaften auch eine verbesserte Agilität mit auf den Weg. Dass die Konkurrenz nicht schläft, beweisen der VW Amarok, der in unserem Vergleichstest mit neuer Achtgang-Automatik antritt, und der Anfang 2012 überarbeitete Toyota Hilux. Also einsteigen und los geht’s.

Beim Raumangebot ergeben sich keine Unterschiede. Man hat bei allen drei Kandidaten genügend Platz für fünf. Und wird mal schmutzempfindliches Gepäck transportiert, gibt es neben der offenen Ladepritsche die Möglichkeit, Sperriges im Innenraum unterzubringen. Dazu klappt man die hinteren ­Sitzflächen oder -lehnen einfach um.

Ford Ranger: Bequemen Sitze, gute Verarbeitung

Der Ford empfängt seine Gäste auf bequemen Sitzen, mit guter Verarbeitung und einfacher Bedienung. Einzig das winzig kleine Fünf-Zoll-Navi enttäuscht. Da bieten selbst mobile Routenführer inzwischen größere Bildschirme. Dass es besser geht, beweist der große Monitor im Toyota. Auch die modernen Optitron-Instrumente lassen sich einfach ablesen. Allerdings findet der Fahrer im Hilux keine entspannte Sitzposition, da sich das Lenkrad nur in der Höhe verstellen lässt. Während vorne die Oberschenkelauflage passt, wünscht man sich hingegen im Fond davon etwas mehr.

Umgekehrt verhält es sich im VW, in dem man aber insgesamt am besten untergebracht ist. Mit seiner vorbildlichen Ergonomie führt er das Feld unangefochten an. Einzig beim Thema Zuladung und Anhängelast muss er den Ford – im wahrsten Sinne des Wortes –ziehen lassen. Denn der Ranger nimmt bis zu 3,2 Tonnen an seinen Haken und seine Beladungsgrenze endet erst bei stolzen 960 Kilogramm. 3,2 Tonnen und 590 Kilo sind es beim VW. Abgeschlagen der Toyota, der nur 2,5 Tonnen zieht und 560 Kilo schleppt.

Geht es um die Übersichtlichkeit, herrscht  Gleichstand. Während das vordere Fahrzeugende bei allen drei noch einigermaßen abschätzbar ist, versperren die steilen Ladewände hingegen die Sicht nach hinten. Da die hohen Pick-ups mit über fünf Meter Länge nicht gerade zur kompakten Gattung gehören und man kleinere Fahrzeuge beim Rangieren durchaus übersehen kann, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Einparkhilfe oder die Rückfahrkamera von Ford und Toyota. Das ist besonders im überfüllten Großstadt-Dickicht ein Sicherheitsgewinn. Man denke nur an spielende Kinder, die beim Einparken unvermittelt hinter das Auto rennen.

Dürftige Sicherheitsausstattung beim Toyota

Bei der restlichen Sicherheitsausstattung hat der Japaner das Nachsehen. Großgewachsene bemängeln den zu geringen Verstellbereich der hinteren Kopfstützen und wer ESP (VSC) haben möchte, muss zur teuren Topversion Executive greifen. Ansonsten ist der elektronische Rettungsanker erst gar nicht verfügbar. Wesentlich umfangreicher fällt das Angebot für den Ford aus. Neben ESP mit Berganfahrassistent und Bergabfahrkontrolle gibt es sogar schon für das Basismodell einen Fahrer-Knieairbag ab Werk. Bei Letzterem muss selbst der VW passen, der allerdings mit seinen äußerst wirksamen Bremsen (kalt: 38,5, warm: 35,9 Meter) punktet. Der Ford kommt, kalt wie warm, aus Tempo 100 erst nach über 50 Metern zum Stillstand, während der Toyota rund 44 Meter benötigt.

Auch der Antrieb des VW gefällt am besten. Der Zweiliter-Biturbo ist zwar das hubraumschwächste Aggregat, aber mit 180 PS zugleich das stärkste. Der TDI überzeugt mit gleichmäßigem Antritt und Laufruhe. Hinzu kommt die spontan ansprechende Achtgang-Automatik, die mit ihrer großen Spreizung immer die geeignete Fahrstufe bereithält und den Amarok in gekonnter Verbindung mit dem TDI am flottesten beschleunigt.

Permanenter Allradantrieb beim VW Amarok

Im Gegensatz zu Ford und Toyota sorgt beim VW ein permanenter Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung für eine optimale Traktion. Bei den heckgetriebenen Konkurrenten muss der 4x4-Modus manuell hinzugeschaltet werden. Auf unserer Verbrauchsrunde genehmigte sich der Amarok mit 9,7 Liter Diesel am meisten. Genau 0,3 Liter weniger verbraucht der Toyota. Allerdings kann der verzögert ansprechende Dreiliter-D4-D mit 171 PS wenig überzeugen. Und die Fünfgangschaltung mit ihren langen Wegen bereitet ebenfalls nur wenig Freude. Die Sechsgang-Box des Ford ist zwar auch nicht perfekt, lässt sich aber einfacher bedienen.

Ranger etwas schwach auf der Brust

Bei unserem Test wird schnell klar, dass der Ranger mit stumpfen Waffen kämpft: Der 2.2 TDCi leistet nur vergleichsweise bescheidene 150 PS. Obendrein wiegt er am meisten. Trotzdem schlägt sich der Selbstzünder ­wacker, gefällt mit spontaner Gasannahme und wird auch unter Last nicht unaufdringlich laut. Mit nur neun Litern verbraucht er zudem am wenigsten. Bei der Fahrdynamik hat der Ranger gegenüber seinem Vorgänger deutlich zugelegt. Schnelle Richtungswechsel setzt er willig um und die Lenkung agiert nun genauer. Allerdings hat der Ford im kom­fortablen VW seinen Meister gefunden. Er ­erledigt Lenkbefehle in Pkw-Manier, während sich der weich abgestimmte Toyota schwammig anfühlt.

Für den Hilux bleibt am Ende nur der dritte Platz. Der Toyota ist ein widerstandsfähiger Lastesel, der aber inzwischen in die Jahre gekommen ist. Gegen die modernen Ford und VW hat er keine Chance. Zudem ist er fast so teuer wie der Amarok. Dagegen ist der zweitplatzierte Ranger ein Schnäppchen. Er empfiehlt sich mit sparsamem Motor und hervorragenden Transporteigenschaften. Unterm Strich erweist sich der VW aber als der ausgewogenere Pick-up, der sich neben seinem kraftvollen Motor auch in den Bereichen Komfort und Fahrdynamik am besten in Szene setzt.

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Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

21. August 2012
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