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Vorausschauender Tempomat: I-See von Volvo soll fünf Prozent Sprit sparen

Scania hat ihn seit Ende vergangenen Jahres, Mercedes seit diesem Frühjahr und ab kommendem Jahr wird es ihn auch bei Volvo geben: Den vorausschauenden Tempomaten.

Bei Scania  nennt  sich der vorausschauende Tempomat  Cruise Control Active Prediction (CCAP), bei Mercedes Predictive Powertrain Controll (PPC) und bei Volvo wird er schlicht I-See heißen. Allen drei Systemen gemein ist, dass sie GPS-Daten nutzen um mit der Bewegungsenergie der damit ausgerüsteten Lkw zu spielen. Scania und Mercedes setzen für die vorrausschauende Strategie ihrer Systeme digitalisiertes Kartenmaterial ein. Hier unterscheidet sich der Autopilot von Volvo.

I-See setzt nicht auf Kartendaten

I-See ist mit dem Neigungssensor des I-Shift-Getriebes verlinkt und sammelt auf diese Weise elektronische Topographie-Daten. Das heißt, der vorausschauende Tempomat ist praktisch selbstlernend, der jeweilige Lkw muss aber eine Strecke erst einmal abfahren. Beim zweiten Mal erkennt I-See dann aber den entsprechenden Straßenverlauf. "Der Vorteil dabei ist, dass das System nicht auf Karten angewiesen ist und somit verlässlicher arbeitet, da es immer die aktuellsten Informationen sammelt", sagt Hayder Wokil, Produktmanager bei Volvo Trucks. I-See soll auf diese Weise rund 4.000 Steigungen und Gefälle speichern, was einer Distanz von insgesamt etwa 5.000 Kilometern entspricht.

Beschleunigen und Segeln

Die Strategie, nach der I-See arbeitet: Vor jeder Steigung wird der Lastzug beschleunigt. Der Verbrauchszuschlag ist dabei minimal, es lässt sich aber mehr Schwung mit in die Steigung nehmen und unter Umständen eine Schaltung sparen. Kurz vor dem Ende der Steigung verringert I-See die Geschwindigkeit. Naht ein Gefälle, nimmt das System das Gas komplett weg und lässt den Lkw im Leerlauf so lange wie möglich "segeln". Wird der Lkw zu schnell, setzt die Motorbremse ein.

Große Präzision

Das sind genau die Rollanteile im Leerlauf, in der der Lastzug so gut wie keinen Kraftstoff verbraucht. Um dieses Potential bestmöglich zu nutzen, ist I-See mit dem Getriebe vernetzt und arbeitet mit aktivem Schalteingriff. Weiter sind aber auch das Gewicht des Fahrzeugs und sein Luftwiderstand entscheidend. Anders Erikson von Volvo-Trucks, der das System mit entwickelt hat: "Es werden enorm viele Daten benötigt. Da ist größte Genauigkeit gefordert. Beispielsweise muss bekannt sein, ob die Geschwindigkeit auf dem vor dem Lkw liegenden Streckenabschnitt ab- oder zunehmen wird. Schon ein paar Prozent Steigung oder Gefälle können entscheidend sein."

Bis zu fünf Prozent weniger Sprit

Auf hügeligen Autobahnabschnitten spart I-See am meisten Kraftstoff, wogegen der Vorteil auf flachen Relationen gegen Null tendiert. Laut Volvo soll das System den Verbrauch um bis zu fünf Prozent senken. Im Vergleich mit den gezielten Eingriffen eines guten, geschulten Fahrers dürften es weniger sein. 

Weniger Bremsen- und Reifenverschleiß

Hayder Wokil lässt dieses Argument aber nicht gelten: „Im Gegensatz zu einem guten Fahrer wird I-See niemals müde. Zudem kann sich der Fahrer besser auf den Verkehr und andere fahrrelevante Dinge konzentrieren.“  Volvo geht es aber auch nicht nur um Kraftstoffeinsparungen. Die Schweden betonen, dass sich unter anderem der  Bremsen- und Reifenverschleiß verringert.

Andreas Wolf lastauto omnibus

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Datum

27. Juni 2012
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