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T-Systems: Telekom baut Telematik aus

Mit "Connected Car" schafft T-Systems einen Konzernbereich, der sich intensiv mit intelligenten Transportsystemen beschäftigt. Gleichzeitig baut das Unternehmen die offene Telematikplattform TelematicOne aus.

Die Dienstleistungen bei T-Systems wachsen weiter. Im Bereich "Connected Car" hat das Unternehmen eine Cloud-Plattform geschaffen, die alle Fahrzeugdaten sammelt, analysiert, verheiratet und als Mehrwertinformationen weiterleitet. In diesem Bereich wird noch eine zweite Plattform immer erfolgreicher: TelematicOne. Bisher hielt sich T-Systems mit ihrer Lösung weitgehend im Hintergrund. Immerhin existiert das Telematikportal  seit fast drei Jahren und arbeitet als Basis für viele Anwendungen. Hier laufen die Daten zusammen, werden analysiert, bei Bedarf ins richtige Datenformat gebracht und tauchen dann im Internetportal beim Transportunternehmen oder in einem mobilen Endgerät wieder auf. Ob nun Schmitz Cargobull Telematics, Pema oder Smart Port Logistics auf der Startseite stehen, spielt für T-Systems keine große Rolle, drin ist TelematicOne.

Bei Bedarf vereint TelematicOne die Daten von Lkw und Trailer

Mittlerweile füttert die Plattform Anwendungen von der Beschaffungslogistik bis hin zum Endkunden. Das beginnt bei der Erntesteuerung von Claas bis hin zur Ankunftszeit des Handwerkers beim Kunden. Für den Bereich Zug­maschinen- und Trailertelematik bietet sich TelematicOne an. Sie vereint bei Bedarf die Daten von Lkw und Trailer. Was letztendlich auf dem Monitor erscheint, ist vom ­Kunden abhängig. Auf die Dienste von T-Systems setzt beispielsweise Schmitz Cargobull Telematics. Das Unternehmen liefert dabei die Trailerdaten auf das System. Welche Telematiklösungen noch auf das Portal geschaltet werden, hängt ganz vom Kunden ab. Beim Vermieter Pema, der ebenfalls auf die offene Plattform setzt, kann der Mieter wählen, ob er die Telematiklösung des Fahrzeugherstellers möchte oder die eines Drittanbieters.

Zudem hat T-Systems mobile Lösungen im Programm. Dazu gehört „Be Cool“. Diese App ist auf den Fahrer ­zugeschnitten. Er behält damit auch während der Pause oder im Fahrzeug den Überblick über die Temperatur im Kühlauflieger. Die kleine Anwendung hat nicht nur die Temperatur in zwei Kammern im Programm. Sie liefert auch den Ein-/Aus-Status und Türöffnungen. Die satellitengestützte Mobilfunklösung namens MLCM (Mobile Logistics Cost Management) könnte ebenfalls in diesem Jahr auf den europäischen Markt kommen. DB Schenker testete die Anwendung bereits erfolgreich in Peking. Auf dem Smartphone läuft eine App, die per GPS Ort, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Fahrzeiten einschließlich Stillstand ermittelt. Unter Berücksichtigung der Ladung und des Fahrzeuggewichts kann anhand dieser Daten mit Hilfe von Referenzprofilen direkt der Kraftstoffverbrauch berechnet und dem Streckenprofil ­jeder Route zugeordnet werden. Sekundenschnell ge­langen die Daten über einen hauseigenen Server parallel an das Logistikunternehmen und den jeweiligen Fahrer. Disponent und Fahrer erhalten so ein detailliertes Bild über Streckenabschnitte mit erhöhtem Verbrauch. Dabei soll die Anwendung maximal eine Abweichung von drei Prozent zu Systemen liegen, die ihre Fahrzeugdaten direkt an der FMS-Schnittstelle abnehmen. Gerade diese Lösung könnte für die Unternehmen interessant sein, die nicht so viel in Telematiklösungen investieren wollen.

Daten direkt an Fahrer weiterleiten

Für den Hamburger Hafen hat T-Systems gemeinsam mit SAP Smart Port Logistics gebaut. Das Programm sorgt dafür, dass alle relevanten Transport- und Verkehrsdaten zusammenlaufen, analysiert und weitergegeben werden. Die Spediteure bekommen Nachrichten und Handlungsempfehlungen, die sie direkt an die Fahrer weiterleiten können. Mit dieser komplexen Lösung will die Hamburger Port Authority (HPA) die Verkehrsflüsse besser unter Kontrolle bekommen. So ist geplant, in diesem Jahr auch die Ankunfts- und Abfahrzeiten der Schiffe zu integrieren.

Interessant für die Transport- und Logistikbranche auch ist die Arrival-Control-App, die bisher nur auf der Plattform "Connected Car" gelegen hat. Die Applikation liefert den Anwendern die voraussichtliche ­Ankunftszeit per ­E-Mail oder SMS auf Mobiltelefon. Über den mitgeschickten Link öffnet sich eine Karte, die den aktuellen Standort des Absenders und den ­genauen Zeitpunkt der Ankunft zeigt. Je näher das ­Treffen oder die ­Lieferung rücken, umso genauer berechnet die App nach Unternehmensangaben die Ankunftszeit. Steht jemand unerwartet im Stau oder verpasst den geplanten Bus, wird die neue Ankunftszeit automatisch mitgeteilt. So können Wartende ihre Zeit besser planen, Dienstleister ihre Mitarbeiter genauer disponieren und ihre Kunden schneller informieren. Erste Unternehmen wie die Allianz Global Assistance (AGA) nutzen Arrival Control bereits. Über die App informieren sie von einer Panne betroffene Autofahrer über das ­Eintreffen des Pannenhelfers. Karl Rifesser, Analyst bei der AGA, freut sich über die Vorteile: "Mit dieser ­Applikation haben wir eine Win-Win-Situation geschaffen. ­Unsere Kunden wissen nun genau, wann der Pannenhelfer ­ankommt, und haben somit mehr Planungssicherheit. Wir profitieren davon, dass wir Rückfragen bezüglich der ­Ankunftszeit vermeiden."

Autor

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Deutsche Telekom AG/Thomas Ollendorf

Datum

3. Juni 2014
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