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Foto: Wolfgang Grube

Symposium zum Fahrermangel

Young Professionals Truck Award

Während des Young Professionals Truck Awards diskutierten Experten Mittel gegen den immer schwerwiegenderen Fahrermangel.

Die Situation könnte dramatischer nicht sein: Um das prognostizierte Güterwachstum der nächsten Jahre zu bewältigen, müssten in Deutschland jährlich 20.000 neue Berufskraftfahrer eingestellt werden. Um diese überhaupt zu rekrutieren, ist Kreativität gefragt – beim Symposium von trans aktuell, der Schwesterzeitschrift von FERNFAHRER, am Rande des Young Professionals Truck Awards präsentierten Experten Praxislösungen. Erschwert wird die Fahrersuche laut Peter Lüttjohann, Leiter des Referats Güterverkehr und Logistik beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), durch die oft negative Darstellung des Berufs. Standen früher Lkw-Fahrer im Mittelpunkt von Kultserien im Fernsehen, würden heute in den Medien nur die Probleme gezeigt. "Wir müssen wieder die Botschaft geben, dass Fahrer unverzichtbar sind", sagte Lüttjohann.

Eine angemessene Bezahlung oder Arbeitszeiten, die eine flexiblere Freizeitgestaltung ermöglichen, das locke Fahrer. "Einstellungsbedingungen sind aber Sache der Unternehmer. Die Politik will diese angemessen unterstützen", erklärte Lüttjohann. Etwa durch ein neues Arbeitsprogramm für die Sicherung des Nachwuchses im Güterkraftverkehr, dass das Ministerium zusammen mit dem Gewerbe, Verdi, den Sozialverbänden und der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet habe.

Berufskraftfahrer haben einen sicheren Arbeitsplatz

Weitere Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm: Werbung für den Fahrerberuf in den sozialen Medien sowie Infoveranstaltungen bei Unternehmen, um Jobvermittlern bei den Arbeitsagenturen den Arbeitsalltag zu erklären. "Der Berufskraftfahrer hat auf alle Fälle dank der Wachstumsprognosen einen sicheren Arbeitsplatz", sagte Lüttjohann und appellierte an die Unternehmer: "Bilden Sie aus!" Dabei ist es auch wichtig, dass nicht nur die großen Firmen und Mittelständler ausbilden. Es koste auch gar nicht so viel, sagte Adalbert Wandt, Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL): "Wir brauchen aber dringend auch Ausbildungsbetriebe mit fünf bis zehn Lkw, die Ausbildung etwa im Verbund mit anderen und mit Werkstätten anbieten."

Hubertus Goldkuhle, zuständig für die Verbandsbetreuung von Mercedes-Benz Lkw in Deutschland, warb dafür, beim Fahrzeugkauf nicht nur Kraftstoff- oder Betriebskosten im Auge zu haben, sondern auch neue Features wie einen Abbiegeassistenten als Pluspunkt bei der Fahrergewinnung einzusetzen. Die technischen Fortschritte, etwa im Rahmen der Konnektivität, seien ein Element des autonomen Fahrens von morgen. Vernetzung und Platooning von Lkw helfen dabei, dass mehr Waren auf der vorhandenen Infrastruktur befördert werden können. "Wir wollen den Fahrer aber nicht ersetzen", bekräftige Goldkuhle. Stattdessen würden dessen Aufgabengebiet und Möglichkeiten erweitert, zudem stärke das autonome Fahren Image und Zukunftsfähigkeit des Berufes.

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Datum

8. Juli 2017
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Rechtsanwalt Matthias Pfitzenmaier ist Fachanwalt für Verkehrsrecht. Seit 1997 arbeitet er im… Profil anzeigen Frage stellen
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