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Smart Return: Keine bösen Überraschungen

Neue Software für Leasing- und Mietfahrzeuge – mehr Kostentransparenz bei der Rückgabe.

Klare Kostentransparenz für Mieter und Leasingnehmer – wie lässt sich dies einfach und kostengünstig erreichen? Der Frage stellte sich Thomas Conseil, gelernter Speditionskaufmann, Wirtschaftsfachwirt und Geschäftsführer mehrerer Firmen. Nach Stationen in Vertrieb und Logistik war er Fuhrparkmanager bei Sixt und Dienstleistungsstratege bei MAN Truck & Bus. In seiner Karriere musste er feststellen, dass es bei Fahrzeugrückgaben oft an der Transparenz mangelt und es zu Meinungsverschiedenheiten über die Schlussabrechnung kommt. 

"Vor allem kleinere Speditionen haben bei der Fahrzeug­rückgabe öfter eine schlechte Verhandlungsposition", lautet die Erfahrung von Conseil, der in seiner Karriere jahrelang Vermieter betreut und eigene Vermietprojekte entwickelt hat. "Im Idealfall findet bei der Lkw-Rückgabe eine gemeinsame Besichtigung statt", so Conseil, aber das ist längst nicht die Regel. Das böse Erwachen kommt erst Wochen nach der Rückgabe, wenn die Schlussrechnung eine unerwartet hohe Schadenssumme ausweist und das Fahrzeug aber längst woanders neu eingesetzt wird. "Das belastet die Geschäftsbeziehung." 

Win-Win-Situation

Mit einer neuen Software will Conseil nun für eine Win-Win-Situation sorgen, damit Kunden am Ende wissen, was sie erwartet. Unter dem Dach der Firma Blue Ocean Works (Hamburg) hat er mit weiteren Partnern und Branchenkennern ein cleveres Tool entwickelt, das auch so heißt. "Smart Return" (clevere Rückgabe) können Mieter und Leasingnehmer nutzen, zum Schutz vor unerwarteten und/oder überteuerten Schlussabrechnungen bei der Fahrzeugrückgabe. Dazu nutzt der Anwender die Web-Applikation (idealerweise mit einem Tablet), fotografiert und dokumentiert bei einem Fahrzeugrundgang die Schäden und sendet das Ganze digital an Blue Ocean, die eine Kostenschätzung erstellen, mit einer Spannbreite vom günstigsten bis zum teuersten Reparaturfall. 

"Wir machen kein Gutachten", schränkt Conseil auf Nachfrage ein, "sondern liefern eine überschlagsmäßige Kostenkalkulation als Information, was auf den Kunden zukommt". Dann könne dieser selbst entscheiden, ob er die Schäden vorab in einer Werkstatt reparieren lässt. Nicht geeignet sei die App bei echten Unfällen, sie diene nur zur Dokumentation von Beschädigungen und Gebrauchsspuren am Fahrzeug vor der Rückgabe.

Für Unfälle sei immer noch ein Schadengutachten eines Sachverständigen, beispielsweise von Dekra, nötig. Das hat einen simplen Grund: "Unser Produkt bietet keine Grundlage zur Abrechnung mit einer Versicherung", erläutert Conseil. "Die Rücknahme der Fahrzeuge ist auch für Vermieter stets mit erheblichem Aufwand verbunden", sagt er.

Daher wundert es nicht, dass auch Vermieter an dem Tool interessiert sind. Einer der ersten Interessenten war etwa der Lkw-Vermieter Business Fleet Services (BFS) aus Kirchberg. In Deutschland, der Schweiz und Kroatien unterhält der Nutzfahrzeug-Vermieter ein flächendeckendes Partnernetz von MAN-Vertragswerkstätten. 

Eine Smart-Return-Kostenschätzung von unabhängiger Seite hätte für BFS-Geschäftsführer Jan Plieninger folgenden Nutzen: "Wir haben in unserem Mietfahrzeuge­pool einige Leasingfahrzeuge laufen, die am Ende des Leasings wieder an den Hersteller zurückgehen. Diese Fahrzeuge können wir über Smart Return vorab checken", erklärt er. Außerdem könnten mit dem Werkstättennetz der BFS von Smart Return vermittelte Reparaturen abgearbeitet werden. 

Zurück ohne Probleme

Im Gespräch mit Conseil ist unter anderem auch die Spedition Fehrenkötter aus Ladbergen. "Selbst wenn wir Miete und Leasing eher sporadisch betreiben – diese Dienstleistung wird einen großen Nutzen für die Anwender haben", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Joachim Fehrenkötter, der vom Nutzen der Lösung überzeugt ist. "Auch wir haben in der Vergangenheit einigen Stress und Ärger bei der Rückgabe von Miet- und Leasing-Rückläufen gehabt", berichtet der Spediteur aus Nordrhein-Westfalen im Gespräch mit trans aktuell.

Das würde sich mit dem Smart-Return-Service doch erheblich reduzieren oder ganz abstellen lassen. Von dem Produkt würden auch die Vermieter profitieren, um Missverständnissen vorzubeugen, ist er überzeugt. "Ich sehe hiermit große Möglichkeiten, die Quote an Miete und Leasing zu erhöhen, da die Rückgabe oft zum Stolperstein für weitere Geschäfte wird." Am Ende des Tages wären so alle schlauer – und gefeit vor bösen Überraschungen bei der Schlussabrechnung.

So funktioniert Smart Return

  • Software zur Dokumentation von Schäden plus Kostenschätzung durch Fahrzeugexperten
  • Kosten pro Einheit von 79, 69 (ab 36 Einheiten) oder 59 Euro (ab 76 Einheiten). Für einen Gliederzug werden zwei Einheiten benötigt
  • Anwendung über das Portal (smartreturn.report), auch über Tablet möglich 
  • Für die Dokumentation geht der Kunde um das Fahrzeug, dokumentiert und fotografiert die Schäden
  • Nach Abschluss Versand an Blue Ocean. Kfz-Fachexperten prüfen den Check und geben eine überschlägige Kostenschätzung als Grundlage einer Reparatur oder Rückgabe ab
  • Eine App für Smartphones und Tablets ist in der Entwicklung
Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 17/2016.
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Autor

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Karl-Heinz Augustin

Datum

25. August 2016
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