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Altreifenlogistik mit Traumlastern : Runder Job

Der Dieselvirus war schuld, dass sich Kurz Karkassenhandel in Wendlingen einen kleinen, aber feinen Scania-Fuhrpark zulegte.

Die Antwort kommt geradeheraus und ist erfrischend ehrlich. „Nein“, lacht Hanna Schöberl, 28, seit fast drei Jahren Prokuristin bei Kurz Karkassenhandel in Wendlingen, „der Handel mit Altreifen war definitiv nicht mein Kindheitstraum. Schuld daran, dass ich hier gelandet bin, ist mein Opa. Er hat mich vor fünf Jahren gebeten, in seine Firma einzusteigen. Heute weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.“

Altreifen sind Rohstoffe

Vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland aber auch in Hessen und dem Südwesten Bayerns ist Kurz aktiv: Ein Teil der Altreifen wird als Sekundärbrennstoff der thermischen Verwertung zugeführt, also in Zementwerken auf Grund der hohen Temperaturen schadstofffrei verbrannt. Andere Reifen werden in den eigenen Anlagen sortiert. Die noch brauchbaren Karkassen, der Unterbau des Reifens ohne Felge, dienen als Werkstoff in der Runderneuerung. Als dritte Variante verkauft Kurz Altreifen an verschiedene Granulierbetriebe, wo sie zu feinem Granulat oder Gummimehlen zerkleinert werden. „Diese Erzeugnisse gehen beispielsweise in den Bau von Sportanlagen oder fließen als Füllmaterial in neue Produkte ein“, so Schöberl.

Eigener Fuhrpark

Kurz verfügt über 150 eigene Abrollcontainer mit einem Volumen von 36 bis 43 Kubikmetern und organisiert die Logistik. Die Touren selbst übernahmen in der Vergangenheit bis zu zehn Subunternehmer. Alles hätte so bleiben können. Bis 2010 – als sich auf einen Schlag alles änderte und Schöberl den Dieselvirus einfing: eine Krankheit, die immer mit der Anschaffung von Lkw endet. „An einem Donnerstag meldete unser Hausspediteur völlig überraschend Insolvenz an“, erinnert sie sich. „Wir mussten über Nacht eine Lösung finden.“ Und so entschloss sich schließlich Schöberl, für ihre Buben, wie sie das Fahrerteam längst nennt, über Scania in Möglingen drei R 480 (6x4) Topline mit Abrollcontaineraufbau von Hyvalift zu kaufen und über fünf Jahre zu finanzieren. Ausstattung: Opticruise und Standklimaanlage.

Auf zum Truck Grand Prix

Anfang 2012 wollte Schöberl es schließlich selber wissen, was es heißt, einen schweren Lkw zu fahren und machte für rund 8.000 Euro den Führerschein C/CE mit anschließender IHK-Prüfung nach der beschleunigten Grundqualifikation. „Ich bin dann anfänglich mit meinen Buben die eine oder andere Tour mitgefahren, auch um zu sehen, welche ihrer Vorschläge zur weiteren Ausstattung sinnvoll sind.“ Deutlich sichtbare Folgen dieser Praxiserfahrung sind die Zusatzscheinwerfer und Rundumleuchten. „Ich muss zugeben, dass ich mittlerweile selbst von der Optik unserer Lkw fasziniert bin. Auch von einigen Kunden weiß ich, dass unsere kleine Flotte sie durchaus beeindruckt.“ So ist es natürlich auch kein Wunder, dass Schöberl im vergangenen Sommer mit zum Truck-Grand-Prix an den Nürburgring fuhr - und die drei Trucks einem breiten Publikum in der Müllenbachschleife präsentierte.


Den vollständigen Text findet ihr im aktuellen FERNFAHRER 04/2013. Hier  könnt Ihr das Heft bestellen.

Autor

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Jan Bergrath

Datum

1. Februar 2013
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