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Rallye Dakar 2014: Andrey Karginov gewinnt

Nach 13 Tagen und 9.374 Kilometern endete die Rallye Dakar 2014 in Valparaíso. 50 von 70 gestarteten Trucks waren am Ende noch dabei.

Eine alte Motorsport-Weisheit sagt: "The shit stops when the flag drops!" (Es endet erst, wenn die Zielflagge fällt). Das wusste auch der Niederländer Gerard de Rooy, der mit seinem Iveco Powerstar lange die Rallye dominierte, bis ihn eine Radwechsel die Führung kostete. Genau auf eine solche Situation hatte die Kamaz-Meute hinter de Rooy gelauert und gehofft, nachdem der junge Transport-Unternehmer aus Son bei Eindhoven die Dakar 2014 lange Zeit dominierte.

Und weil auch die siegverwöhnte Russen-Armada die oben zitierte Weisheit bestens kennt, nutzte Karginov die Standzeit des Iveco, um aus einem sieben-Minuten-Rückstand eine sieben-Minuten-Führung zu machen. Der Zeitpunkt war günstig: auf der drittletzten Etappe in Führung zu gehen, birgt die große Chance, diesen Vorsprung bis ins Ziel zu retten – eben dort "where the shit stops".

Drei Minuten fehlen

De Rooy machte den Hauber gefühlt noch länger, um am Ende vielleicht doch die Nase vorn zu haben. Doch es reichte nicht: Am Zielort Valparaíso tief im chilenischen Süden  hatte Karginov drei Minuten und elf Sekunden Vorsprung gerettet und damit einen weiteren Sieg in die endlose Reihe der Kamaz-Erfolge bei der Dakar eingereiht. Hinter dem Zweitplatzierten de Rooy kam der Rest der Meute, wenn auch allesamt mit deutlichen Abständen: Nikolaev (01:34:52), Sotnikov (03:22:10) und Shibalov (04:37:25) machten die Dakar 2014 erneut zu einem Gala-Auftritt der "Blauen Reiter".

Sechster wurde der Dakar-erfahrene Tscheche Loprais mit seinem Tatra. Auf Platz sieben – und damit entsprechend seiner Startnummer 507 – parkten mit Hans Stacey/Detlef Ruf der Zweite aus der de Rooy-Truppe, gefolgt von Kuipers und van Vliet/Klein (Veka/MAN).

Der Sieg in der Lkw-Wertung war umstritten. Er war bis zum Schluss durch das Duell zwischen Gerard de Rooy im Iveco und Andrey Karginov spannend geblieben. Nachdem der Niederländer in einer Passage an einem liegengebliebenen Pkw gerade noch so vorbeikam, musste der Russe mit seinem breiteren Kamaz das Hindernis erst einmal aus dem Weg räumen. Die dabei verlorene Zeit forderte Karginov als geleistete Hilfe am Ende wieder ein – und gewann dann die Gesamtwertung durch die gutgeschriebenen Minuten. 

Deutsche Co-Piloten vorne dabei

Frühzeitig mit Defekt-Aus endete der Dakar-Ausflug des Truck-Race-Teams Buggyra, ebenso die schnelle Reise von Mathias Behringer. Die "Cockpit-Beisitzer" Detlef Ruf und Arthur Klein sind damit die erfolgreichsten deutschen Rallye Trucker bei der Dakar. Mit Klaus Bäuerle/Baumann/Beier auf Platz 36 und Kühn/Rettig (Platz 45) kamen zwei weitere, mit Serviceaufgaben betraute, Teams ins Ziel.

Iveco mit Euro VI 

Die Rallye Dakar war auch eine besondere Bewährungsprobe für die Euro VI-Technologie. Unter härteren Bedingungen kann man High-Tech nicht testen. An die Motoren werden natürlich die größten Anforderungen gestellt. Alleine der Luftdruckunterschied zwischen Meereshöhe und den Andengipfeln stellt den Turbolader auf eine harte Probe. Das elektronisch geregelte Vollast-Bauteil liefert unter allen Bedingungen genügend hochreine "Pressluft", um eine außergewöhnlich saubere Verbrennung zu gewährleisten. Zwei der vier Iveco – De rooy und Stacey –  sind zudem mit der Euro VI Schadstoffnorm unterwegs. Es handelt sich um leistungs- und drehmomentgesteigerte Cursor 13 Aggregate. Die bei Iveco serienmäßige "SCR-only" Technologie ohne Abgasrückführung kommt dem natürlich entgegen.

Fazit: Euro VI ist (fast) ein Siegertyp und ein einziger Radwechsel entschied die Truck-Wertung der Rallye Dakar 2014.

Autor

Foto

DPPI

Datum

20. Januar 2014
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