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Pilotprojekt in Finnland: Fahrzeuge warnen sich vor Gefahren

Künftig sollen sich Fahrzeuge gegenseitig in Echtzeit vor Hindernissen auf den Straßen warnen.

Zusammen mit dem Kartenanbieter Here starten die finnischen Verkehrsämter dazu 2016 ein Pilotprojekt. Ziel des Projekts mit dem Namen Coop sei, so Here, die Kommunikation zwischen Fahrzeugen mit minimaler Verzögerung zu ermöglichen und sich so vor Sicherheitsrisiken wie Glatteis, Tieren auf der Fahrbahn, Unfällen oder plötzlichen Staus warnen zu können. Auftraggeber ist demnach die Finnish Transport Agency (FTA) und die Finnish Transport Safety Agency (Trafi). Dies sei zudem das erste Projekt, das der Intelligent Transportation System (IST) Richtlinie der EU entspreche.

Das Projekt soll zunächst bewerten, wie gut Mobilfunknetze und Location Cloud-Technologien für diese Aufgabe geeignet sind. Dazu, so Here, teilen Autofahrer freiwillig Meldungen über Gefahren oder veränderte Straßenverhältnisse. Dies geschieht zunächst via Smartphone, soll aber später in die Fahrzeuge integriert sein. So sollen später Sensordaten aus dem Auto und der Straßeninfrastruktur über die Cloud gesendet werden. "Dieses Projekt zeigt uns, inwieweit bereits heutige Technologien uns dabei helfen können, den Straßenverkehr im Zuge zunehmender Vernetzung sicherer zu machen", sagt George Filley, Leiter des Digital Transportation Infrastructure Programms von Here. "Fahrzeugsensoren generieren eine große Menge an Daten, die gesammelt, analysiert und mit anderen Verkehrsteilnehmern geteilt werden können." Dabei sei eine der größten Herausforderungen, relevante Informationen mit möglichst geringer Verzögerung am richtigen Ort zur richtigen Zeit bereitzustellen. "Diese Aufgabe können wir lösen."

Zweite Testphase mit 1.000 Freiwilligen

Nachdem die erste Phase die technische Reife des Systems sicherstellen soll, beginnt die zweite Phase in der zweiten Jahreshälfte 2016 auf der E18 zwischen Helsinki und Turku sowie den Autobahnringen I und III rund um Helsinki. Man erwarte, bis zu 1.000 Autofahrer für das Projekt zu rekrutieren. Bis Ende 2017 soll die Pilotphase dann abgeschlossen sein. Straßenseitige Infrastruktur sei dafür nicht nötig.

Laut einer Prognose des Marktforschungsunternehmens SBD, so Here, werden bis 2020 jährlich rund 33 Millionen vernetzungsfähige Fahrzeuge verkauft. Pro Jahr werden diese Fahrzeuge demnach mehr als 163 Millionen Terabytes Daten erzeugen. Teilten die Fahrzeuge nun diese Informationen über 4G/LTE oder später 5G, könnten sie ein Bild ihrer Umgebung entwerfen, das weit detaillierter sei, als es allein mit den jeweils fahrzeugeigenen Sensoren möglich wäre. So könnten Fahrer und Fahrzeuge in Zukunft vorausschauender fahren und schneller reagieren.

Ford Transit Custom

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Jakub Jirsak/Fotolia

Datum

13. Juli 2015
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