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Ferngesteuerter ZF-Innovationstruck: Lang-Lkw lässt sich per Fingerzeig lenken

ZF hat im Vorfeld der IAA einen neuen Innovationstruck präsentiert. Dank moderner Sensorik lässt sich der Lang-Lkw mit einem Fingerzeig am Tablet fernsteuern.

Die Basis des Innovationstrucks ist ein 25,25 Meter langer Lastzug-Prototyp. Er vereint drei verschiedene Komponenten aus den Regalen von ZF Friedrichshafen, ZF Lenksysteme und Openmatics.

Laut ZF zählt dazu auf der Antriebsseite das automatische Getriebesystem ZF-TraXon für schwere Lkw. In der verwendeten Variante TraXon Hybrid ist in die Kupplungsglocke eine elektrische Maschine integriert. Diese liefere 120 kW und 1.000 Nm Drehmoment. Zusammen mit der verbauten Trockenkupplung ermögliche dies auch rein elektrisches Rangieren. Die Batterie verfüge über genug Kapazität für mehrere lokal emissionsfreie Rangiermanöver hintereinander. Zum Getriebe komme die Nfz-Überlagerungslenkung Servotwin. Neben einer vom Verbrennungsmotor angetriebenen Hydraulikpumpe verfüge diese über einen Elektromotor. Im Versuchsfahrzeug treiben laut ZF zwei Servotwin-Powerpacks die modifizierte Pumpe an. So sei emissionsfreies Rangieren ohne Unterstützung durch den Verbrenner möglich.

Telematik-Einheit erfasst die Position

Als dritte Komponente im Bunde nennt ZF die Telematik-Anwendung Openmatics. Diese bestehe aus einer Onboard- beziehungsweise Connectivity-Unit, einer Sensorik zur Datenerfassung sowie spezieller Software. Dank sogenannter Bluetooth-Low-Energy-Tags, Funkchips mit einer Reichweite von 25 Metern, könne das System die beiden Knickwinkel von Auflieger und Zentralachsanhänger sowie die Relativposition des Tablets zum Gespann erfassen. Die Tags befinden sich laut ZF an der Rückseite der Fahrerkabine und an jeder Ecke von Auflieger und Anhänger.

Diese drei Bausteine laufen in einem Prototypen-Steuergerät zusammen, welches per Bluetooth im ständigen Kontakt mit dem Tablet stehe. ZF geht allerdings davon aus, dass in einer künftigen Serienversion auch vorhandene Steuergeräte diese Aufgabe übernehmen könnten

25,25 Meter dirigiert mit einem Fingerzeig

"Mit unserem Innovationstruck zeigen wir auf, welches zusätzliche Potenzial schon heute in unseren aktuellen Technologien steckt", sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender von ZF. Laut Olrik Weinmann, Projektleiter in der Vorentwicklung und Erprobung bei ZF, nimmt der Rangier-Assistent im Innovationstruck Fahrern auf dem Betriebshof oder an der Rampe Lenkarbeit ab. "Sie können aussteigen und den Lastzug über eine spezielle Tablet-App präzise an die gewünschte Stelle fernsteuern – nur mit kleinen Fingerbewegungen."

In der App sieht der Fahrer laut ZF Zugfahrzeug, Auflieger und Anhänger aus der Vogelperspektive. Direkt in der App kann der Fahrer Fahrstufen und Fahrgeschwindigkeiten auswählen. Vorwärts gibt es laut ZF die Optionen 4, 2 und 1 km/h, rückwärts 0,5, 1 oder 2 km/h. Nachdem der Fahrer diese Einstellungen gemacht hat, kann er den Lkw mit einem Tap auf die Lkw-Front oder den hinteren Anhänger auswählen. Verschiebt er dann den Finger auf dem Display, folgt ihm der Lastzug. Nimmt er den Finger vom Display oder bricht das Signal ab, stoppt der Lkw automatisch. Zusätzlich könne er auf dem Tablet auch Daten wie den Ladezustand der Hybridbatterie abrufen. Laut ZF funktioniere dies auch während der normalen Fahrt.

"Rein technisch wäre es ebenfalls bereits machbar, dass Lkw am Betriebshof ihre Laderampe oder Parkposition komplett von selbst, also auch ohne App-Fernsteuerung, anfahren", sagt Olrik Weinmann. Dies setze jedoch auf den Betriebshöfen eine andere Infrastruktur voraus und sei daher Zukunftsmusik.

Ford Transit Custom

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ZF

Datum

10. Juli 2014
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