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Foto: Jan Bergrath

Fahrer unter 25

Leroy Gallusz im Gespräch

Im Gespräch erzäht uns Leroy Gallusz von seinem Berufsalltag als junger Fahrer.

Warum Fahrer?

Ich komme aus den Niederlanden, aber dort war ich, wie man mir gesagt hat, schon zu alt für eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Mein Vater fährt aber schon lange bei Bördner und wohnt inzwischen in Deutschland. Er hat mir seine Firma vorgeschlagen. Nach zwei Gesprächen mit dem Betriebsleiter habe ich dann tatsächlich bei der Stadtreinigung die Chance bekommen.

Einsatzgebiet?

Mit insgesamt 26 Lkw, Front- und Heckladern, holen wir auf festen Touren Restmüll und Altpapier aus der Region rund um Limburg ab und bringen es zu uns aufs Gelände. Dort laden wir ab. Den Restmüll bringen unsere Lkw zur Deponie und das Altpapier in die Werke. Die Arbeitszeit beginnt um sechs Uhr, am frühen Nachmittag ist Feierabend. In der Ausbildung habe ich noch keinen festen Lkw. Das ist aber kein Problem, so lerne ich alle Fahrzeuge unserer sehr modernen Flotte kennen.

Lieblingstour?

Mit einem unserer neuen Scania und der Müllpresse Variopress von Faun auf Papiersammeltour im Kreis Limburg-Weilburg. Da kann ich erst mal ein paar Kilometer fahren, dann fahren wir von Haus zu Haus. Ein Kollege kümmert sich mit seinem Kipper hinten um die Tonnen und ich steuere die hydraulische ­Presse aus dem Lkw. 

Größtes Missgeschick?

Ich war mit einem unserer Frontlader auf einer Sammeltour für Hausmüll. Ich habe einen Behälter mit den Gabeln angehoben, dabei wird er automatisch gewogen und dann über Kopf abgekippt. Leider habe ich zu spät gemerkt, dass es Papier war. Das ist halt diesmal im Restmüll gelandet. Und der Kollege ist umsonst 30 Kilometer zur Abholung gefahren. 

Freundeskreis?

Die waren erst einmal geschockt, dass ich diese Ausbildung absolviere. Doch seit ich aus den Niederlanden, wo meine Mutter lebt, weggezogen bin, muss ich mir in Ahlbach, wo ich bei meinem Vater wohne, einen neuen Freundeskreis aufbauen. Ich unternehme aber ziemlich viel mit netten Kollegen aus der Firma.

Das Schöne am Job?

Die Kollegialität und der sichere Arbeitsplatz. Müll wird immer produziert. Ich habe bei Bördner geregelte Arbeitszeiten, bin jeden Tag pünktlich daheim und muss am Wochenende nicht arbeiten. Allerdings muss ich unter der Woche dafür rechtzeitig ins Bett, um in der Frühe fit zu sein. Dafür nimmt mich mein Vater mit zur Arbeit und nach der Tour wieder mit nach Hause. 

An meinem Job stört mich...

... im Sommer vor allem der Gestank von Biomüll im Sommer. Der bleibt irgendwie auch in den Klamotten. Im Winter ist es nicht so schlimm. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Und dann gibt es immer wieder Fälle, wo sich Anwohner beschweren, dass wir auf der Tour ihre Tonne vergessen hätten. Aber wir kennen unsere "Pappeneimer". Meist stellt sich dann raus, dass doch die Anwohner vergessen haben, sie rauszustellen. 

Zukunft?

Erstmal will ich in Ruhe meine Ausbildung hier zu Ende machen. Danach möchte ich auf alle Fälle bei Bördner bleiben. Der Beruf bietet sehr viele abwechslungsreiche Touren und technisch interessante Fahrzeuge. Vielleicht würde ich auch eine Zeit lang auf einem unserer Sattelzüge nationale Touren fahren. Aber dauerhaft bleibe ich doch lieber bei den Tonnen.

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

11. März 2016
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