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Daimler: Lkw-Absatz so hoch wie zuletzt 2006

Der Fahrzeugbauer Daimler profitiert von der Akzeptanz seiner neuen Modelle und den Erfolgen seiner Effizienzprogramme. Im Lkw-Bereich basieren die Zuwächse laut Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche nicht zuletzt auf der frühzeitigen Verfügbarkeit von Euro 6.

Der Fahrzeugbauer Daimler ist gestärkt in das Geschäftsjahr 2014 gestartet. Das gilt mit Blick auf die Geschäftszahlen und die Produkte. So stellte der Fahrzeugbauer Ende Januar seine neuen Schwerlast-Zugmaschinen der SLT-Reihe vor. "Sie können bis zu 250 Tonnen ziehen, also beispielsweise rund 300 Smart Fortwo", erklärte Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche bei der Bilanzvorlage in Stuttgart.

Umsatz von 117,98 Milliarden Euro

Was die Zahlen angeht, weist der Konzern für 2013 einen Umsatz von 117,98 Milliarden Euro aus, zu Grunde liegt ein Plus von drei Prozent. Das Ergebnis liegt mit 10,82 Milliarden Euro um 23 Prozent über dem Vorjahreswert. Darin enthalten sind jedoch Sondereffekte durch den Verkauf der restlichen EADS-Anteile. Bereinigt um diese Sondereffekte, bewegt sich das Ergebnis auf dem Niveau von 2013. Der Fahrzeugabsatz erreichte mit 2,35 Millionen Einheiten einen Höchststand, das entspricht einem Plus von sieben Prozent.

Lkw-Sparte trägt zum Wachstum mit 31,47 Milliarden Euro bei

Zu diesem Wachstum trug auch die Lkw-Sparte bei, die weltweit 484.211 Einheiten absetzte und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr. "Damit haben wir unseren besten Absatz seit 2006 erreicht", betonte Zetsche. Beim Umsatz bewegte sich der Bereich Daimler Trucks mit 31,47 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert, das Spartenergebnis aus dem operativen Geschäft kletterte um drei Prozent auf 1,75 Milliarden Euro.

Effizienzprogramme plus Produktneuheiten

Daimler führt die positive Entwicklung unter anderem auf die Erfolge unterschiedlicher Effizienzprogramme, aber auch auf viele Produktneuheiten zurück. Hier habe auch die Truck-Sparte schon viel erreicht. "In Summe haben wir heute die größte und stärkste Lkw-Flotte unserer Geschichte", sagte Vorstandschef Zetsche. Doch auch sie soll weiter wachsen und erneuert werden.

Auftakt markiert der SLT

Den Auftakt dieser Modelloffensive markiert in diesem Jahr der SLT. Auf dem US-Markt folgt ein neuer Truck der Daimler-Marke Western Star. "Er hat es sogar als Hauptdarsteller in den Hollywood-Film Transformers 4 geschafft", erklärte Zetsche. In Japan steht darüber hinaus ein Facelift des Schwer-Lkw Fuso Super Great an, und in Brasilien soll das gesamte Produktprogramm überarbeitet werden.

Konzernstärke in den neuen Märkten ausbauen

Neben neuen Modellen ist es für die Daimler-Verantwortlichen wichtig, die Konzernstärke in neuen Märkten auszubauen und bei Antriebs- und Sicherheitsthemen zu punkten. Auch dabei kommt dem Lkw eine wichtige Rolle zu. Eine bedeutsame Regionen ist für Zetsche zum Beispiel Indien, wo sein Unternehmen zu Monatsbeginn neue Modelle der Marke Bharat-Benz vorgestellt hat. Indien spielt für Daimler auch als Export-Drehscheibe eine zentrale Rolle: Seit Mai vorigen Jahres produziert der Konzern in seinem Bharat-Benz-Werk auch fünf Modelle der Marke Fuso. Diese sollen von Indien aus sukzessive in weitere Länder Asiens, aber auch nach Afrika ausgeführt werden.

Auch in China ist Daimler auf dem Vormarsch

Auch in China ist Daimler auf dem Vormarsch: Sein dortiges Nutzfahrzeuggeschäft hat der Fahrzeugbauer seit April in einer eigenen Gesellschaft gebündelt, der Daimler Trucks und Buses China. Seit November wiederum ist Daimler mit zwölf Prozent an seinem langjährigen Partner BAIC beteiligt und versteht sich als erster ausländischer Hersteller, der im Reich der Mitte Anteile an einem dortigen Produzenten hält.

Verbrauchseffizienz ist oberste Pflicht

Vom Auslandsengagement zu den Verbrauchsthemen: Auch hier übernimmt der Lkw eine Vorreiterrolle. "Im Nutzfahrzeug-Geschäft ist Verbrauchs-Effizienz ohnehin oberste Pflicht" sagte Zetsche. Die Euro-6-Motoren kämen trotz aufwendiger Abgasnachbehandlung im Schnitt mit bis zu fünf Prozent weniger Kraftstoff aus. So sei trotz der spürbaren Vorzieh-Effekte in Richtung Euro-5-Lkw im vergangenen Jahr die Euro-6-Variante deutlich gefragter gewesen.

"In Deutschland gingen drei von vier neuen Actros-Modellen mit Euro-6-Technologie an den Kunden", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Beim Verbrauch sei der Motor aber nicht der einzige Stellhebel: So biete der vorausschauende Tempomat namens Predictive Powertrain Control weitere fünf Prozent Einsparpotenzial. "Mehr als die Hälfte der Actros- und Antos-Lkw in Europa werden schon heute mit diesem System geordert", sagte Zetsche und kündigte das System für dieses Jahr auch für den Bau-Lkw Arocs an. 

Klares Plus beim Absatz

Was die weiteren Aussichten angeht, zeigt sich Daimler-Chef Zetsche zuversichtlich. Beim Absatz rechnet er für alle Klassen mit einem "klaren Plus", ergebnisseitig mit einer "deutlichen Steigerung". Genaue Zahlen nannte er nicht. Für den Truck-Bereich zeigt sich Spartenschef Wolfgang Bernhard ebenfalls optimistisch. Er baut auf eine wirtschaftliche Erholung, welche die anfängliche Schwäche im Jahr infolge der Vorzieh-Effekte ausgleicht. Die Zuversicht basiert aber auch aus den Effekten des Effizienzprogramms "Daimler Trucks Number 1". Durch verbesserte Kostenstrukturen - unter anderem durch Reduzierung der Fixkosten und Erhöhung der Gleichteile bei den Produkten - strebt Daimler einen Ergebnisbeitrag von 1,6 Milliaden Euro an. In dem Zusammenhang hatte Daimler voriges Jahr für die deutschen Lkw-Werke auch einen Personalabbau von rund 800 Mitarbeitern angekündigt. "Bis Jahresende haben wir etwa 400 erreicht", sagte Bernhard, und auch für dieses Jahr seien Einmalaufwendungen in Zusammenhang mit der Restrukturierung vorgesehen.

Voriges Jahr habe man 30 Prozent der Optimierungsziele im Rahmen von Daimler Trucks Number 1 erreicht, die eigentlichen Früchte des Programms will Daimler also erst dieses Jahr ernten - um sich dann mit noch größerer Stärke zu präsentieren.

 


 

KEINE KLARHEIT ÜBER RENSCHLER

Auch weiterhin gibt es keine näheren Informationen zum überraschenden Ausscheiden von Produktionsvorstand Andreas Renschler aus dem Daimler-Konzern. Der frühere Nutzfahrzeug-Vorstand bei Daimler wird als möglicher starker Lkw-Mann im VW-Konzern gehandelt. "Was die Motivation von Andreas Renschler gewesen sein mag, entzieht sich meiner Kenntnis und ist völlig irrelevant", sagte Zetsche. Dennoch war die Personalie gleich Teil des zweiten Absatzes von Zetsches Rede bei der Bilanzpressekonferenz. "Andreas Renschler verlässt Daimler aus persönlichen Gründen, und ich respektiere seinen Entschluss", erklärte Zetsche

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Andreas Techel

Datum

6. Februar 2014
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