In Hamburg hat der Transport der neuen Sternbrücke zu ihrem Einbauort begonnen. Das 3.700 Tonnen schwere Bauwerk wird auf speziellen Schwerlastfahrzeugen, sogenannten Self-Propelled Modular Transportern (SPMT), rund 500 Meter durch die Stadt bewegt. Insgesamt verteilen 1.088 Räder das Gewicht der Eisenbahnbrücke.
Ziel des Schwertransports ist die Stresemannstraße. Dort soll die neue Sternbrücke am Abend auf ihre Widerlager gesetzt werden. Die Eisenbahnbrücke ist Teil der Verbindungsbahn zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und Altona.
Sternbrücke fährt mit maximal einem km/h durch Hamburg
Gebaut wurde die neue Brücke innerhalb von 14 Monaten auf der sogenannten Brammerfläche. Für den Weg von dort zum endgültigen Standort muss das Bauwerk die Max-Brauer-Allee überqueren.
Die eingesetzten SPMT-Schwerlastfahrzeuge werden wegen ihrer zahlreichen einzeln steuerbaren Achslinien umgangssprachlich auch als „Tausendfüßler“ bezeichnet. Mit ihnen lassen sich besonders schwere und große Lasten präzise bewegen.
Die 3.700 Tonnen schwere Sternbrücke erreicht beim Transport eine Geschwindigkeit von maximal einem Kilometer pro Stunde.
Eine weitere Besonderheit ist die Transporthöhe: Das Bauwerk befindet sich bereits während der Fahrt rund sechs Meter über dem Boden. Dadurch kann die Brücke am Zielort auf Höhe der vorbereiteten Widerlager gebracht, eingedreht und anschließend abgesetzt werden.
Millimeterarbeit beim Einhub der neuen Sternbrücke
Der eigentliche Einhub gehört zu den anspruchsvollsten Abschnitten des Projekts. Die Schwerlasttransporter müssen das mehrere Tausend Tonnen schwere Bauwerk so positionieren, dass es auf den vorbereiteten Auflagern abgesetzt werden kann.
Nach Angaben der DB InfraGO soll die neue Brücke künftig zu einem zuverlässigeren Bahnverkehr auf der stark frequentierten Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Altona beitragen.
Neue Verkehrsführung unter der Sternbrücke geplant
Mit dem Einbau der Brücke sind auch Veränderungen für den Straßenverkehr unterhalb der Bahnstrecke verbunden. Nach Angaben von Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks soll zunächst eine provisorische Verkehrsführung eingerichtet werden.
Diese soll anschließend im laufenden Betrieb ausgewertet werden. Bei der endgültigen Gestaltung sollen insbesondere Bus-, Rad- und Fußverkehr berücksichtigt werden.
DB bündelt weitere Bauarbeiten im Bahnknoten Hamburg
Die für den Einhub notwendige Sperrzeit nutzt die DB InfraGO gleichzeitig für weitere Arbeiten am Hamburger Schienennetz.
Dazu gehören Baumaßnahmen für den neuen Bahnhof Altona sowie Arbeiten an den Eisenbahnbrücken Schanzenstraße und Holstenstraße. Die Projekte sind Teil des Umbaus des Bahnknotens Hamburg und sollen unter anderem die Voraussetzungen für die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona schaffen.
Mit dem Transport und Einhub der Sternbrücke erreicht eines der auffälligsten Infrastrukturprojekte der Hansestadt damit einen weiteren entscheidenden Bauabschnitt.





