Lkw-Fahrerinnen fordern bessere Parkplätze

Sicheres und komfortables Parken
Fahrerinnen fordern bessere Parkplätze

Schlechte Beleuchtung, unzureichende sanitäre Anlagen und fehlende Sicherheitskonzepte erschweren den Arbeitsalltag von Berufskraftfahrerinnen. Was Unternehmerinnen und Fahrerinnen fordern.

bunte Ansammlung von zahlreich geparkten LKWs an einem Autobahnparkplatz
Foto: Adobe Stock - alho007

Sicherheit ist oft ein subjektives Empfinden. Weibliche Berufskraftfahrer müssen aber deutlich mehr abwägen, ob sie sich etwa auf bewirtschafteten oder unbewirtschafteten Rastanlagen sicher fühlen. Das Thema sicheres Parken für Lkw-Fahrerinnen ist laut der Unternehmerin Uta Alborn von der Spedition August Alborn aus Dortmund ein Nachteil. Bei der künftigen Planung von Parkplätzen, so ihr Vorschlag beim Politikdialog des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in Berlin, sollte dieser korrigiert werden.

Zentrale Forderungen: mehr Licht und Sauberkeit

„Oft gilt bei den Überlegungen von öffentlicher Stelle das Henne-Ei-Prinzip: Die Situation soll dann verbessert werden, wenn es mehr Lkw-Fahrerinnen gibt. Aber wir bekommen nicht mehr Frauen in die Ausbildung, wenn das Problem weiter nicht gelöst ist“ sagt Alborn, die im eigenen Unternehmen die Personalverantwortung trägt und Ausbilderin der Berufskraftfahrer ist.

Die Unternehmerinnen im BGL sehen laut Alborn zwei Prioritäten beim Thema Parken: mehr Licht und mehr Sauberkeit in den vorhandenen sanitären Anlagen. Eine Blitzumfrage von Alborn hat weitere Vorschläge ergeben – explizit auch ein Votum für eigene Lkw-Parkplätze für Frauen, die näher an der Rastanlage oder Tankstelle liegen, um kürzere Weg zu haben. Diese Parkplätze sollten gegebenenfalls auch buchbar sein, damit sie im ersten Schritt zunächst nur von Frauen genutzt werden; besteht kein Bedarf, könnten sie dann wieder freigegeben werden.

Der einfachere Zugang zu Perioden- und anderen Sanitärprodukten wurde auch genannt, ein fest installierter Fön in den Duschen und auch die Möglichkeit, bei einer Gefährdungslage über einen Notfallknopf per Licht- oder akustischem Signal auf die Notlage aufmerksam zu machen.

Christina Scheib: „Für Fahrerinnen verschärfen sich die Probleme“

Auch Christina Scheib bemängelt, dass Lkw-Parkplätze noch nicht ausreichend auf Berufskraftfahrerinnen ausgerichtet sind. „Die bestehende Infrastruktur ist generell knapp bemessen und oft nicht einmal auf die Bedürfnisse von Fahrern insgesamt ausgelegt – für Fahrerinnen verschärfen sich die Probleme jedoch zusätzlich“, sagt Scheib, die Lkw-Fahrerin und Inhaberin von Christina Scheib Transporte ist und sich für Frauen im Güterkraftverkehr einsetzt, gegenüber trans aktuell.

Als besonders kritisch sieht sie die unzureichende oder ungleichmäßige Beleuchtung, die sanitären Anlagen und das Thema Sicherheit im Allgemeinen: „Es mangelt oft an Überwachung, Zugangskontrollen oder klar strukturierten Parkbereichen. Gerade nachts entsteht dadurch ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl.“ Diese Punkte würden zwar alle Fahrer betreffen, wirken sich aber auf Frauen aufgrund des Sicherheitsaspekts besonders stark aus.

Frauenparkplätze nach Pkw-Vorbild?

Scheib hat selbst unangenehme Erfahrungen beim Parken gemacht. Sie zählt unsichere Situationen durch schlecht beleuchtete Parkplätze, unangenehme oder aufdringliche Begegnungen sowie die Notwendigkeit, auf überfüllten Rastanlagen improvisiert zu parken, auf. „Diese Erfahrungen führen dazu, dass man als Fahrerin Parkplätze bewusster auswählt, früher stoppt oder Umwege in Kauf nimmt – was wiederum Auswirkungen auf die Tourenplanung und den Arbeitsalltag hat.“

Von reinen Frauenparkplätzen nach Pkw-Vorbild hält sie nicht viel. „Entscheidend ist nicht die Beschilderung, sondern die tatsächliche Sicherheit und Infrastruktur.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Frauenparkplätzen: Viele Fahrerinnen wollen keine Sonderlösung, „sondern schlicht die gleichen sicheren und vernünftigen Bedingungen wie ihre männlichen Kollegen“.

Mehr Sicherheit mit der Installation von Ladeinfrastruktur

Bei der Autobahn GmbH ist das Thema jedenfalls platziert. Beim Politikdialog des BGL bestätigte Michael Günter, Vorsitzender der Geschäftsführung, dass mehr Sicherheit einhergehe mit der Installation von Ladeinfrastruktur: „Da braucht es mehr Licht, mitunter aber auch eine Videoüberwachung, die wir aus Datenschutzgründen nicht einfach so installieren können“. Wenn die Videoüberwachung allerdings anlassbezogen ist, kann das deutlich eher möglich sein, so der Vertreter der Autobahn GmbH.

Neue Sanitärausstattung für Sattelzugmaschinen

Eine weitere Möglichkeit ist, die Fahrzeuge so auszustatten, dass Frauen nicht auf dem Rastplatz aussteigen müssen. BGL-Vorstandssprecher Prof. Dirk Engelhardt kündigte bei der Veranstaltung für die IAA Transportation die Vorstellung einer neuen Sanitärausstattung für Sattelzugmaschinen an, die auch eine Option darstellen könnte.