Logistikneubau: Handel stark, Auto schwach

Logistikneubauten zeigen Wirtschaftslage
Handel treibt Logistikneubau – Automotive schwach

Der Logistikimmobilienmarkt zeigt die Wirtschaftslage deutlich. Handel investiert weiter, während Automotive und Logistikdienstleister beim Neubau zurückhaltend sind.

Handel treibt Logistikneubau – Automotive schwach
Foto: Logivest

Der Logistikimmobilienmarkt zeigt, wo die Wirtschaft noch läuft: Während der Handel kräftig investiert, brechen andere Branchen beim Neubau deutlich ein. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Logivest, das seinen Fokus auf Logistikimmobilien gelegt hat.

Handel wird zum wichtigsten Treiber im Logistikbau

Der deutsche Logistikimmobilienmarkt sendet klare Signale: Der Handel hat sich 2025 zur wichtigsten Treiberbranche beim Neubau entwickelt. Mit rund 640.000 Quadratmetern neuer Logistikfläche führt er das Ranking deutlich an. Besonders Einzel- und Großhandel sowie E-Commerce-Unternehmen treiben die Entwicklung. Große Projekte wie neue Logistikstandorte für Händler und Onlineplattformen unterstreichen diesen Trend.

Neubauvolumen sinkt – aber nicht überall

Insgesamt wurden 2025 rund 3,4 Millionen Quadratmeter neue Logistikflächen realisiert, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Doch der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ein deutlich differenzierteres Bild. Während der Handel wächst, geraten andere Sektoren unter Druck.

Industrie stabilisiert sich überraschend

Die Industriebranche zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet. Mit rund 460.000 Quadratmetern Neubaufläche legte sie im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 Prozent zu. Damit rückt die Industrie wieder stärker in den Fokus, nachdem sie zuvor deutlich an Bedeutung verloren hatte.

Logistikdienstleister und Automotive verlieren an Dynamik

Deutlich schwächer fällt die Entwicklung bei klassischen Logistikdienstleistern aus. Ihr Neubauvolumen liegt bei rund 430.000 Quadratmetern und ist damit rückläufig. Noch stärker zeigt sich die Zurückhaltung im Automotive-Sektor. Mit knapp 215.000 Quadratmetern Neubaufläche bleibt die Branche deutlich hinter früheren Jahren zurück – ein klares Zeichen für die anhaltende Krise in der Automobilindustrie.

Neubau wird zum Krisenindikator

Die Zahlen zeigen: Der Logistikimmobilienmarkt entwickelt sich zunehmend zum Seismographen der Wirtschaft: Wo investiert wird, läuft das Geschäft, wo Projekte ausbleiben, steigt die Unsicherheit. Gerade die Zurückhaltung im Automotive-Bereich spiegelt die aktuellen Herausforderungen der Branche wider, von schwacher Nachfrage bis hin zum Transformationsdruck.

Große Projekte sichern Wachstum im Handel

Der Blick nach vorn zeigt, dass der Handel seine führende Rolle weiter ausbauen könnte. Allein in diesem Segment sind rund 1,3 Millionen Quadratmeter Neubaufläche in Planung. Zu den wichtigsten Treibern zählen weiterhin E-Commerce-Unternehmen und Handelskonzerne. Beispiele sind neue Logistikzentren großer Anbieter wie Amazon oder Rossmann, deren Projekte bereits konkret geplant oder im Bau sind.

Zukunft hängt an wirtschaftlichen Impulsen

Auch die Industrie hat mit mehr als 500.000 Quadratmetern geplanten Flächen weiteres Wachstumspotenzial. Doch entscheidend wird sein, ob sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern. Denn viele Projekte stehen zwar in der Pipeline, ihre Umsetzung hängt jedoch stark von der konjunkturellen Entwicklung ab.

Markt bleibt im Spannungsfeld

Der Logistikimmobilienmarkt bleibt damit im Spannungsfeld zwischen Wachstum und Zurückhaltung. Während der Handel weiter investiert und vom E-Commerce profitiert, zeigen andere Branchen deutlich mehr Vorsicht. Die Entwicklung der Neubauten gibt damit einen selten klaren Einblick in die aktuelle Lage der Wirtschaft. Hier gibt es den Logistikimmobilien-Seismographen mit den Neubauentwicklungen 2025 zum Herunterladen.

In Kürze: die Key Facts

  • Markt: Logistikimmobilien Deutschland
  • Neubauvolumen 2025: 3,4 Mio. m²
  • Top-Branche: Handel (640.000 m²)
  • Industrie: 460.000 m² (+60 %)
  • Logistikdienstleister: 430.000 m² (rückläufig)
  • Automotive: 215.000 m² (schwach)
  • Trend: Verschiebung der Nachfrage
  • Zukunft Handel: 1,3 Mio. m² geplant
  • Treiber: E-Commerce, Einzelhandel
  • Indikator: Neubau als Wirtschaftsbarometer