Milence erhält 120 Millionen für E-Lkw-Netz

Milence baut Europas Lkw-Ladenetz aus
120 Millionen Euro für E-Lkw-Infrastruktur

Milence sichert sich 120 Millionen Euro für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw in Europa. Neue Ladeparks und Megawatt-Lader sollen den Fernverkehr elektrifizieren.

Die Partnerfahrzeuge von Daimler Truck, Traton Group und der Volvo Group an der Ladestation in Zwolle, Niederlande
Foto: Milence

120 Millionen Euro für Europas E-Lkw-Netz: Der Ladenetz-Anbieter MilencMilence beschleunigt den Ausbau der Ladeinfrastruktur und will den elektrischen Fernverkehr endgültig massentauglich machen.

Europas E-Lkw-Netz bekommt Milliarden-Dynamik

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw nimmt in Europa deutlich Fahrt auf. Milence, das Joint Venture von Daimler Truck, Traton Group und Volvo Group, sichert sich jetzt eine Finanzierung über 120 Millionen Euro für den weiteren Aufbau seines Ladenetzwerks. Damit setzt das Unternehmen ein klares Signal: Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs soll schneller skaliert werden und zwar europaweit.

Milence wird zum Schlüsselplayer der Branche

Milence betreibt bereits heute das größte öffentliche Ladenetzwerk für schwere Elektro-Lkw in Europa. Aktuell umfasst das Netz 34 Ladeparks in acht Ländern. Weitere 16 Standorte befinden sich bereits in Planung oder im Bau. Bis Ende 2028 sollen insgesamt 90 Ladeparks in Betrieb sein. Das Unternehmen positioniert sich damit als einer der zentralen Infrastrukturbetreiber für den elektrischen Fernverkehr.

Fernverkehr wird elektrisch

Besonders relevant ist die Entwicklung für den europäischen Fernverkehr. Denn genau dort galt die Elektrifizierung lange als schwierig. Hohe Reichweiten, kurze Ladezeiten und fehlende Infrastruktur galten als zentrale Hürden. Genau an diesem Punkt setzt Milence an. Die neuen Mittel sollen unter anderem in zusätzliche Ladeparks, größere Kapazitäten und sogenannte Megawatt Charging Systems (MCS) fließen. Diese Hochleistungslader sind speziell für schwere Nutzfahrzeuge entwickelt worden und sollen künftig deutlich kürzere Ladezeiten ermöglichen.

Drei Lkw-Konzerne treiben die Infrastruktur gemeinsam voran

Alle drei Unternehmen Daimler Truck, Traton Group und Volvo Group verfolgen das gleiche Ziel: den Aufbau eines europaweiten Ladenetzes entlang der wichtigsten Güterverkehrskorridore. Die aktuelle Finanzierung ergänzt dabei die ursprüngliche Eigenkapitalzusage der Konzerne über 500 Millionen Euro.

Kapitalmarkt glaubt an Elektro-Lkw

Besonders wichtig für Milence: Mit der neuen Finanzierung gelingt dem Unternehmen erstmals der Zugang zum breiteren Kapitalmarkt. Das gilt als wichtiger Meilenstein, weil der Aufbau von Ladeinfrastruktur extrem kapitalintensiv ist. Finanziert wird das Projekt von einem internationalen Konsortium, darunter Edmond de Rothschild Asset Management, Íslandsbanki, Invest-NL und Invest International. Unterstützt wird die Finanzierung zusätzlich durch den Invest-EU-Fonds der Europäischen Union.

Nachfrage nach Ladeinfrastruktur steigt massiv

Die Entwicklung zeigt, wie stark der Markt für emissionsfreie Transporte wächst. Immer mehr Flottenbetreiber beschäftigen sich mit batterieelektrischen Lkw. Gleichzeitig steigt der Druck durch Klimaziele, CO₂-Vorgaben und steigende Anforderungen von Kunden. Damit wird die Verfügbarkeit einer zuverlässigen Ladeinfrastruktur zunehmend zum entscheidenden Faktor.

Infrastruktur bleibt größtes Hindernis

Trotz der Fortschritte bleibt die Ladeinfrastruktur weiterhin die größte Herausforderung für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs. Zwar gibt es mittlerweile rund 1.800 für Lkw geeignete Ladepunkte entlang wichtiger europäischer Güterverkehrsrouten, doch für einen flächendeckenden Umstieg reicht das bislang nicht aus.

Megawatt-Laden soll Durchbruch bringen

Besonders große Hoffnungen setzt die Branche auf die neue MCS-Technologie. Sie ermöglicht deutlich höhere Ladeleistungen als bisherige Systeme und soll den Betrieb von Elektro-Lkw wirtschaftlicher machen. Milence sieht sich hier als Vorreiter. Das Unternehmen arbeitet bereits am Aufbau erster MCS-Korridore in Europa.

Europa will unabhängiger werden

Neben Klimazielen spielt zunehmend auch Energiepolitik eine Rolle. Laut Milence stärkt die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs langfristig die Unabhängigkeit Europas von fossilen Energieimporten. Damit wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht nur zu einem Verkehrs-, sondern auch zu einem industriepolitischen Thema.

Flotten stehen vor dem Umbruch

Für Speditionen und Logistikunternehmen beginnt damit eine entscheidende Phase. Die Technik gilt zunehmend als marktreif, jetzt entscheidet vor allem die Infrastruktur über das Tempo der Transformation.

Fazit: Europas Lkw-Ladenetz wächst schneller

Die neue Finanzierung zeigt, dass Investoren, Industrie und Politik den Ausbau der E-Lkw-Infrastruktur inzwischen als strategisch wichtig ansehen. Mit dem Ausbau der Ladeparks und der Einführung von Megawatt-Ladesystemen könnte der elektrische Fernverkehr in Europa deutlich schneller Realität werden als bislang erwartet.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Milence
  • Finanzierung: 120 Mio. Euro
  • Eigentümer: Daimler Truck, TRATON, Volvo
  • Ziel: Ausbau E-Lkw-Ladeinfrastruktur
  • Aktuell: 34 Ladeparks in 8 Ländern
  • Plan: 90 Standorte bis 2028
  • Technologie: Megawatt Charging System (MCS)
  • Europa: rund 1.800 Lkw-Ladepunkte
  • Trend: Elektrifizierung Fernverkehr
  • Fokus: emissionsfreie Logistik