Premiere auf der IAA Transportation 2026: Der erste Schwerlast-Scania für Kübler

Premiere auf der IAA Transportation 2026
Der erste Schwerlast-Scania für Kübler

770 PS für schwere Aufgaben: Die Spedition Kübler übernimmt ihre erste Schwerlastzugmaschine von Scania. Doch zuerst hat der Vierachser noch einen Auftritt auf der IAA Transportation.

Der erste Schwerlast-Scania für Kübler
Foto: Johannes Roller

Versierte Schwertransportfahrer sind ein knappes Gut. Und wenn einem solchen Fahrer die Kraft eines V8-Dieselmotors über alles geht, kommt ein Schwerlastspediteur nicht um Scania herum. So oder so ähnlich lautet, in aller Kürze, die Entstehungsgeschichte der grünen 770 S V8 Schwerlastzugmaschine, die am IAA-Stand von Scania in Halle 12 alle Blicke auf sich zieht.

Im von Mercedes-Benz und MAN dominierten Kübler-Fuhrpark ist sie ein Novum. Und auch Scania hat so ein Fahrzeug noch nicht gebaut. „Das ist eine Weltpremiere! Alles auf Wunsch und in enger Abstimmung mit Werk und Kunde“, erklärt Rainer Kreischer von Scania Stuttgart/Möglingen. Mit Kunde ist in diesem Fall das Dreigestirn aus Kübler-Geschäftsführer Heinz Rößler, Fuhrparkleiter Felix Mangold und Fahrer Frieder Saam gemeint.

Der Scania-Baukasten macht’s möglich

Die Grundlage bildete ein 6x6-Fahrgestell mit Doppelrahmen, Blatt- (vorne) und Luftfederung (hinten), 16,4-Liter-V8-Motor (770 PS, 3700 Nm Drehmoment) sowie Allison-Vollautomatikgetriebe GA900R (7 Schaltstufen, integrierter Retarder).

Von 6x6 zu 8x6/4, von Fahrgestell zu Schwerlaster

Im Scania-Werk Laxa erfolgte die Transformation zur Schwerlastzugmaschine A 8x6/4 HA, die im Zug-Schub-Verband aus drei Fahrzeugen bis zu 1.000 Tonnen bewegt. Die Arbeiten umfassten u.a. die Rahmenverstärkung hinten und vorn, den Einbau einer luftgefederten, liftbaren zweiten Lenkachse, die Montage einer Rockinger-RO58-Schwerlastanhängerkupplung sowohl im Heck als auch an der Front (!), den Aufbau des Schwerlastturms mit Tanks für Diesel, Adblue, Getriebeöl, mit einem zweiten Luftpresser, zwei zusätzlichen Lüftern (zwei weitere am Rahmen verbaut) und die Verlagerung der „Fuel Optimisation Unit“ links an den Rahmen neben die Batterien.

Zwei Herausforderungen

„Alles stammt bewusst aus Scania-Hand. Die Ersatzteilversorgung ist, falls etwas sein sollte, immer über uns sichergestellt“, unterstreicht Rainer Kreischer. Eine Herausforderung sei gewesen, die Kraft des V8 mit dem Automatikgetriebe in Einklang zu bringen – was eine Reduktion des Eingangsdrehmoments nötig machte.

Eine weitere war die Kombination aus großem Fahrerhaus und hohem Allradfahrgestell. Hier bestand die Lösung aus der Integration des Motortunnels aus der R-Kabine in das S-Fahrerhaus. Der Aufstieg zum Arbeitsplatz umfasst jetzt allerdings fünf Stufen. Im Inneren wartet dafür das V8-Interieur-Paket. Auch die zusätzliche Bedienkonsole stammt aus dem Scania-Baukasten.

Im Mai 2025 sei das erste Projektmeeting in Schweden gewesen, zum Jahresende habe er das Fahrzeug so bestellt, jetzt stehe es bereits auf der Messe und werde danach ausgeliefert, berichtet Rainer. Der Stolz auf sein „Baby“ ist ihm anzumerken.