Neue Chance im Fernverkehr

Wichtig bei Flottentransformation
E-Lkw und Ladesäule allein reichen nicht

Achim Lotter von Netze BW Dienstleistungen erklärt, warum für die Elektrifizierung von Flotten vor allem Netzanschluss, Energiemanagement und eine langfristige Strategie entscheidend sind.

LIS Rüdinger Spedition
Foto: ilo

Viele Standorte sind auf die Elektrifizierung noch nicht vorbereitet

trans aktuell: Herr Lotter, der Netzzugang ist inzwischen eines der zentralen Themen für die Dekarbonisierung. Hat heute überhaupt jeder Spediteur Zugang zu ausreichend Strom?

Achim Lotter: Genau das ist die entscheidende Frage. Viele Speditionen verfügen heute nur über kleine Anschlüsse aus der Niederspannungsebene – ausreichend für Beleuchtung oder kleinere Anlagen. Mit der Elektrifizierung werden sie aber plötzlich zu Großverbrauchern. Das ist sowohl für die Unternehmen als auch für die Netzbetreiber eine Herausforderung.

Was sind die wichtigen Punkte, die Unternehmen beachten sollten?

Wichtig ist, dass die Transformation nicht von heute auf morgen gedacht wird, sondern als Entwicklung über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren. Unternehmen sollten frühzeitig analysieren, welche Leistung sie tatsächlich benötigen und wie sich ihr Bedarf Schritt für Schritt entwickelt. Dafür braucht es Simulationen und Modellierungen der Elektrifizierung.

Sie sehen sich als Dienstleister für Speditionen, die ihre Energieversorgung für die Transformation aufbauen wollen. Übernehmen Sie die Modellierung?

Wir arbeiten dazu inzwischen mit Intelligent Energy Systems Services zusammen, die große Kompetenz bei Simulationen und Modellierungen mitbringen – etwa bei Strompreisentwicklung, Netzentgelten oder Energiebedarf über die kommenden Jahre. Wir wiederum bringen die Erfahrung aus Projektentwicklung, Umsetzung und Betriebsführung ein. Gemeinsam können wir strategische Konzepte direkt in konkrete Projekte übersetzen. Dabei betrachten wir nicht nur den Netzanschluss, sondern auch Themen wie Stromspeicher, Photovoltaik, Flächenbedarf, Verkehrsführung beziehungsweise Mobilitätskonzepte oder Parkplatzsituation. Anschließend begleiten wir auf Wunsch auch die Projektentwicklung und Umsetzung. Wichtig ist: Es geht nicht nur um Hardware, sondern um die Funktion des Gesamtsystems – also um stabile Strompreise und eine hohe Verfügbarkeit.

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