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Europäisches Parlament

Neue Vorschriften für Lkw

Foto: Daimler

Das Europäische Parlament hat für neue Vorschriften für umweltfreundlichere und sichere Lkw gestimmt.

Besonders im Fokus steht dabei die Form der Fahrzeuge. Zunächst einmal stehe die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Laut Angaben der Europäischen Kommission könne die aktuelle Ziegelsteinform des Vorderteils des Fahrerhauses im Vergleich zu anderen Bauformen bei Zusammenstößen zu schweren Verletzungen führen. Zudem sei das Sichtfeld des Fahrers kleiner. Eine abgerundete Form wirke dem entgegen. Zudem verringere sich dadurch die Gefahr einer ernsthaften Verletzung gerade bei geringeren Geschwindigkeiten, wie beispielsweise im Stadtverkehr.

Ein anderer Faktor ist die Aerodynamik. Aktuell sei der Verkehrssektor in der EU zu etwa 96 Prozent von Erdöl abhängig. Eine verbesserte Aerodynamik, beispielsweise dank aerodynamischer Fahrerhäuser oder Luftleiteinrichtungen am Heck biete ein Einsparpotenzial von sieben bis zehn Prozent Kraftstoff. Ein im Fernverkehr eingesetztes Lkw könne bei einer jährlichen Laufleistung von 100.000 Kilometern rund 5.000 Euro pro Jahr sparen.

Gewicht im Fokus

Neben der Form der Lkw will die EU auch bei der Elektronik ansetzen. Bis zu einem Drittel aller kontrollierten Lkw seien überladen. Dies führe zu Straßenschäden und beeinträchtige zudem die Sicherheit. Fahrzeugseitige, mit dem digitalen Fahrtenschreiber verbundene Wiegesysteme und Messstellen an den Hauptstraßen, die die Fahrzeuge während der Fahrt wiegen, ermöglichen laut EU länderübergreifend einheitlichere Kontrollen. Die Überladung von Lkw koste den Steuerzahler demnach etwa 950 Millionen Euro pro Jahr.

Ein Passus zum Gewicht betreffe Lkw mit alternativen Antriebssystemen. So dürfen laut EU Lastkraftwagen, die hauptsächlich im Stadtverkehr eingesetzt werden und Busse schwerer sein, wenn dies auf Grund schwerer Batterien für alternative Antriebe erforderlich sei. Das Ladevermögen der Lkw bleibe dagegen unverändert.

Aktuelle Regelung ist fast 20 Jahre alt

"Die heutige endgültige Zustimmung des Europäischen Parlaments ist ein wichtiger Erfolg und bringt uns unserem Ziel einen Schritt näher, die Sicherheit der Lkw auf unseren Straßen zu erhöhen", sagt EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. "Der Vorschlag trägt dazu bei, die Emissionen und die Zahl der Todesopfer auf unseren Straßen zu senken und wird die Kraftstoffkosten für die Verkehrsunternehmen verringern." Die aktuellen Vorschriften für schwere Nutzfahrzeuge stammen laut EU aus dem Jahr 1996. Die EU-Kommission hatte bereits 2013 eine Aktualisierung vorgeschlagen. In den nächsten Wochen stimme der Rat der Europäischen Union über die EU-Vorschrift ab. Stimme dieser zu, können Unternehmen ab 2018 aerodynamische Luftleiteinrichtungen und ab 2020 umweltfreundliche Fahrerhäuser auf den Markt bringen.

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Jan Bergrath Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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