DB-Zwischenbilanz 2026: DB Cargo bleibt weiter im roten Bereich

DB-Zwischenbilanz 2026
DB Cargo bleibt weiter im roten Bereich

Die Deutsche Bahn (DB) hat sich nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2026 wieder wirtschaftlich stabilisiert. Die Güteverkehrstochter DB Cargo bleibt aber weiter im Minus, auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation großer Kunden.

Rangierbahnhof Mannheim
Foto: Volker Emersleben

Schwarze Zahlen für den Konzern

Der Deutsche Bahn Konzern blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Nach DB-Angaben ist erstmals seit 2019 das Ergebnis nach Steuern im Kerngeschäft wieder positiv. Der Konzernumsatz stieg leicht um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Angesichts dieser positiven Entwicklung erwartet der DB-Konzern auch für das Gesamtjahr 2026 schwarze Zahlen.

"Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen: ein Erfolg. Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt“, sagt die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Pallasch.

Kostensenkung und Personalabbau zeigen Wirkung

Hauptgrund für die Fortschritte beim Ergebnis ist eine bessere operative Entwicklung der Geschäftsfelder. Darin enthalten sind auch erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern.

Alle Geschäftsfelder haben ihr operatives Ergebnis stabil gehalten oder verbessert. Die Brutto-Investitionen kletterten um 18 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro – der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der DB.

DB Cargo: Das Sorgenkind vor der schwarzen Null

Herausforderungen und ein hoher Sanierungsdruck bestehen weiterhin bei DB Cargo. Bedingt durch die schwache Nachfrage in der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie verzeichnete das Unternehmen erneut Rückgänge bei Transportleistung und Umsatz.

Nach DB-Angaben verbesserte sich das operative Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 96 Millionen Euro. Mit einem Minus von nur noch 1 Million Euro ist die schwarze Null zum Greifen nahe. Die strikte Umsetzung des harten Sanierungsplans verläuft schrittweise, wobei die Stabilität maßgeblich von der Konjunktur, der Infrastrukturlage und einer auskömmlichen Finanzierung des Einzelwagenverkehrs abhängt.

Starke Investitionen und Aufschwung im Fernverkehr

  • Der Fernverkehr kehrte mit plus 148 Millionen Euro operativ in die Gewinnzone zurück (Vorjahr: minus 59 Millionen Euro).
  • DB Regio hat sich mit einem positiven operativen Ergebnis von 89 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 weiter stabil entwickelt. Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten.

Infrastruktur & Super-Baujahr 2026

Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO schloss das Halbjahr mit minus 66 Millionen Euro ab und bewältigte die erste Hälfte des "Super-Baujahres", wie die DB schreibt, unter Hochdruck. Die Korridorsanierung Hamburg – Berlin ist abgeschlossen; im Juli folgten drei weitere Strecken: Hagen–Wuppertal–Köln, Hamburg–Hannover und etwas verspätet Nürnberg– Rgensburg. Die nächsten Korridorsanierungen haben wie geplant begonnen, zum Beispiel auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden. . Von 28.000 geplanten Baustellen für 2026 waren zur Jahresmitte rund 14.000 fertiggestellt.