Wielton, Trailer, Kipper, Wielun, Schmitz Cargobull 15 Bilder Zoom
Foto: Wielton

Wielton

Aus vollen Fördertöpfen schöpfen

Beim Werksbesuch im polnischen Wieluń gewährt Wielton einen Einblick in seine Produktion - und überrascht mit einem modernen Forschungs- und Entwicklungzentrum.

Das Leben in Wieluń ist beschaulich und ruhig. Der erste Blick auf die 30.000.-Seelen-Gemeinde rund 130 Kilometer westlich von Breslau lässt kaum vermuten, dass hier Wielton, der polnischen Marktführers im Trailerbausegment, seinen Stammsitz hat. Die Ambitionen des Anhänger-Vollsortimenters auf dem gesamteuropäischen Markt sind groß. Auch Deutschland hat Wielton ins Visier genommen – mit der Gründung einer eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaft Anfang 2016 in Frankfurt. Doch hat der Hersteller mit dem Kamel als Konzernsignet, das Zeug sich auf dem von Schmitz Cargobull und Krone beherrschten Markt zu etablieren?

Wieltons Produktionsstandort

Beim Gang über das Werkgelände in Wieluń wird zumindest die osteuropäische Marktposition schnell nachvollziehbar. Der Hallenkomplex ist sehr großzügig dimensioniert und umfasst mehrere Produktionssegmente. Zum einen ist da das Warenlager in dessen Hochregalen laut Hersteller bis zu 18.000 Fahrzeug-Komponenten und in Summe bis zu 2.000 Tonnen Stahl lagern. In der direkt angeschlossenen Vorproduktion werden die einzelnen Bauteile auf Qualität geprüft, bevor sie in der angrenzenden Montage im Drei-Schicht-Betrieb an fünf Tagen die Woche zu Kippsattelaufliegern, Curtainsidern und Motorwagenaufbauten zusammengedengelt, -geschraubt und -geschweißt werden.

Für letzter Arbeitsschritt hat Wielton 2013 kräftig investiert und setzt seit dem auf den Einsatz von modernen Schweiß-Robotern, die vor allem bei der Produktion der Kippmulden präzise Arbeit leisten. Doch nicht nur beim Schweißen kommt Robotertechnik zum Einsatz. Auch in der neuen Lackieranlage übernimmt ein computergesteuerte Automat 90 Prozent der Arbeit. Die restlichen zehn Prozent werden händisch nachgesprüht. Bei der anschließenden Endkontrolle werden alle Fahrzeuge akribisch auf ihre Funktion getestet.  So entstehen mit sichtbar viel Manpower bis zu 200 Fahrzeuge in der Woche - für den polnischen aber auch für die italienischen Markt. Denn in Wiluń werden neben den hauseigenen Fahrzeugen auch Kipper für die 2014 zugekaufte Fahrzeuggruppe Italiana Rimorchi produziert, die mit dem entsprechenden Markenlabel versehen, ihren Weg auf den italienischen Markt antreten.

Wielton macht Schmitz Cargobull gleich

Wieltons ganzer Stolz indes ist das Mitte Februar diesen Jahres eröffnete Forschungs- und Entwicklungszentrum – Centrum Badan i Rozwoju (CBR). Nach Angaben des Unternehmens ist die Anlage CBR einzigartig in Polen und auch europaweit gebe es lediglich eine weitere vergleichbare Anlage. Und die steht am Schmitz Cargobull Stammwerk in Altenberge.

Das CBR soll in der Lage sein 90 Prozent aller vertikal auf den Trailer wirkende Kräfte zu simulieren, inklusive der Torsion, die über Sattel und Königszapfen auf das Chassis und den Aufbau wirken. Die restlichen zehn Prozent ließen sich rein rechnerisch ermitteln. Das besondere laut Wielton: mit dem neuen Hydropulser- Prüfstand sollen alle Straßentypen nachempfunden werden können, von der aspahltierten Fernverkehrsstraße bis hin zum Kopfsteinpflaster. 

Wielton schöpft aus Fördertöpfen der EU

Die Investitionen für die Anlage beliefen sich, laut Wielton auf etwa 5 Mio. EUR (22 Mio. PLN). Rund 1,14 Mio. EUR (9,5 Mio. PLN) stammen dabei aus Töpfen nationaler Fördererung und der EU – um genau zu sein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Aufgabe hat "Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Region zu beseitigen umso den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu stärken".

"Das neu errichtete Forschungs- und Entwicklungszentrum ist für uns ein weiterer Schritt, um Wielton als einer der Technologieführer auf dem europäischen Markt zu etablieren", kommentiert Mariusz Golec, CEO von Wielton die Ambitionen hinter dem Neubau. "Dafür wollen wir die talentiertesten Ingenieure und Wissenschaftler rekrutieren, sodass unsere Produkte zu den besten auf dem Markt gehören." Im Rahmen des  nationalen akademischen Programms "Entwicklung mechatronischer Mobilitäts-Systeme", das sogar unter der Schirmherrschaft Wieltons stehen soll, arbeite man deshalb eng  mit der Schlesischen Technischen Universität in Gleiwitz zusammen. Damit könnte es mit der Ruhe und Beschaulichkeit in Wieluń schon bald vorbei sein.

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Knut Zimmer

Autor

Datum

17. März 2016
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