Podiumsdiskussion VDA-Kongress Nutzfahrzeuge 2015 Zoom

Verkehrsträger: Gemeinsam die CO2-Emission senken

Nur gemeinsam kann es gelingen, den CO2-Ausstoß zu senken. Der aerodynamisch optimierte Lkw ist ein Baustein auf dem Weg zu reduzierten Werten. Darin waren sich Experten auf dem VDA-Kongress einig.

Ulrich Schöpker, Vertriebsvorstand bei Schmitz Cargobull bestätigte während der Podiumsdiskussion die Aussagen der beiden Lkw-Vorstände, Dr. Wolfgang Bernhard, Daimler, und Andreas Renschler, VW: "Alle am Transport Beteiligten müssen zusammenarbeiten, um den CO2-Verbrauch zu senken."

Aerodynamisch optimierter Lastzug

Erste Früchte dieser Zusammenarbeit gab es laut Schöpker schon 2012 zusehen. Nämlich einen aerodynamisch optimierten Lastzug, den der Fahrzeugbauer gemeinsam  mit Mercedes schon 2012 auf die Räder gestellt hatte. Der Appell scheint auf offene Ohren zu stoßen. "Wir erleben in der Diskussion mit der EU-Kommission, dass auch dort dieser sogenannte integrierte Ansatz verfolgt wird", erläuterte Bernhard. "Wir dürfen uns aber nicht allein auf die Politik verlassen, sondern müssen weiter Akzente setzen", erwiderte Schöpker. Die Vernetzung der Verkehrsträger werde in der Transportpraxis jedenfalls schon vorangetrieben.

Gelebter kombinierter Verkehr

Dr. Hansjörg Rodi von DB Schenker Deutschland: "Wir sind der gelebte kombinierte Verkehr!" Aber es müsse auch hier noch mehr Arbeit geleistet werden. "Schön wäre, wenn wir mit einem Zug durch Europa fahren könnten. Davon sind wir aber noch entfernt", so Rodi.  Auf der Straße indes achtet DB Schenker auf einen umweltgerechten Fuhrpark. "Wir setzen in der Flotte nur die modernsten Fahrzeuge ein. Das geben wir auch unseren Subunternehmern mit", erklärte Rodi. Jedoch könne nicht jedes kleine Transportunternehmen dabei mithalten.

Anreize seien daher wichtig, um noch mehr Schub bei der Erneuerung der Flotte zu bekommen. "Wir müssen andere Mechanismen finden als weitere Euro-Normen, um die Investition in saubere Fahrzeuge zu fördern", erklärte Renschler. Kein Unternehmer kaufe aus Spaß an der Freude ein Lkw mit tollem Motorsound und hoher PS-Zahl und nehme dafür einen erhöhten Verbrauch in Kauf. Das gebe es nur bei Pkw-Käufern, weswegen dort CO2-Regulierungen durchaus sinnvoll sind.

Lang-Lkw als Teil des modernen Fuhrparks

"Auch der Lang-Lkw kann ein Teil des modernen Fuhrparks sein, wenn er ins Logistikkonzept passt", sagte DB-Schenker-Vertreter Rodi. "Keiner möchte jedoch eine Rückverlagerung." Zudem fordert er, dass es keine Diskriminierung der Schiene geben dürfe.

"Wir brauchen den Lang-Lkw, damit können wir eine ganze Menge wegfahren und die wird mittelfristig auf uns zukommen", antwortete Schöpker. Aber es werde auch andere Transporte geben – schwere oder kleinteiligere wie im Internethandel. Daher brauche es auch weiterhin konventionelle Kombinationen. "Wir müssen die Wirtschaft aufrechterhalten und dafür braucht es Transport. Solange das Wachstum des Güteraufkommens nicht am Ende ist, müssen wir uns effiziente Lösungen ausdenken", erklärte Renschler. Und gleichzeitig wachse auch der kombinierte Verkehr, nicht nur jener auf der Straße, so Rodi. So hätten beide Verkehrsträger ihren Anteil am Transport.
 

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

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Werner Bicker

Datum

24. Juni 2015
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