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Truck Race Nogaro: Boxengeflüster aus Nogaro

Traditionell gastiert auch in diesem Jahr die Truck Race Europameisterschaft im verschlafenen Städtchen Nogaro, mitten in der französischen Provinz. Schon zu Beginn des Grand Prix Camion läuft der Boxenfunk auf Hochtouren.

Steffi Halm im Lion Truck
 

In Nogaro überschneiden sich die Läufe der französischen und der europäischen Truck Race Meisterschaft. Und zum ersten Mal taucht das Lion Team während eines Europa-Laufs an der Rennstrecke auf. Kunststück! Schließlich startet das ehemalige Allgäuer-Team mit den knallgelben Trucks 2012 unter französischer Führung nur in der französischen Meisterschaft. Die Fahrerriege offenbart einige bekannte Gesichter: Steffi Halm pilotiert den Truck mit der Startnummer 44 – und das äußerst erfolgreich. Zwei zweite Plätze und ein von der Technik vereitelter Beinahe-Sieg zeigen, dass die Ex-Mercedes-Fahrerin versteht, wie ein Race Truck funktioniert. Den zweiten Truck im Team teilen sich zwei französische Kollegen: Jean-Philipp Belloc und Ex-Meister Ludovic Faure. Faure war noch zu Super-Race-Zeiten im roten Esso-Mercedes unterwegs. Belloc scheuchte für Lutz Bernau den blau-roten MAN um die Rennstrecken.
Mit dem ersten Runden am Freitag war Steffi Halm jedoch wenige zufrieden: Die Dämpfer an der Vorderachse wollten nicht mitspielen. Der Truck knickte praktisch vorne ein. So war es unmöglich, die Hinterachse richtig einzustellen. Gerade dies ist aber besonders wichtig, um die Power des MAN auf die Straße zu bekommen.

Umstrittener Splitter bei Albacete und Lacheze
 

Beim freien Training am Freitag sind die MAN von Antonio Albacete und Dominique Lacheze zum Teil mit eigenartigen Gebilden an der Front gefahren. Die Splitter aus foliertem Holz sollen die Luft, die auf den Truck trifft namensgemäß aufteilen. Splitter werden auch in einigen Pkw-Serien eingesetzt und sollen aerodynamische Vorteile verschaffen. Gerade das führt in Nogaro zu heftigen Diskussionen. Schließlich sind Anbauteile, die die Aerodynamik beeinflussen verboten. Die lakonische Antwort aus dem Cepsa-Lager: Windschutzscheiben, Reifen und sogar die Aufkleber beeinflussen ebenso die Aerodynamik.
Aus dem MKR-Lager folgt noch am Freitag der Kommentar auf dem Fuße: „Such splitters are bullshit squared.“ Zu deutsch: solche Splitter sind Mist hoch zwei. Doch die Renaults haben gut Reden: Die Front der Trucks ist deutlich tiefergezogen als bei den MAN von Albacete und Lacheze. Die MKR haben also ihren Splitter praktisch schon fest in die Karosserie integriert.

Ford Transit Custom

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

23. Juni 2012
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