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Transportwelt: Effizient in Europa

Konzerne wie Kooperationen stehen vor der Herausforderung, ihre Europaverkehre auf Effizienz zu trimmen. Welche Hebel es gibt, um die Wirtschaftlichkeit zu steigern, zeigte ein Symposium von trans aktuell, Hochschule Heilbronn sowie Verband Spedition und Logistik (VSL) Baden-Württemberg in Heilbronn. Für Jochen Eschborn, Vorstand der Ladungskooperation Elvis, ist die Einsatzzeit des Lkw der große Hebel. „Im klassischen Trampverkehr fährt der Lkw in 24 Stunden nur 6,5 Stunden“, erklärte Eschborn. Unproduktive Warte- und Pausenzeit füllt den Rest des Tages. Um die Einsatzzeiten zu erhöhen, brauche es industrialisierte Prozesse. Das beginnt damit, dass man sich auf bestimmte Transportgüter, standardisierte Verkehre und ein einheitliches Equipment einigt. Das größte Potenzial aber birgt die Trennung von Fahrer, Lkw und Auflieger. Für einheitliches Equipment plädiert auch der Logistikdienstleister Schenker. Bewährt haben sich Großraum-Wechselbrücken, die bei dem Unternehmen in neun von zehn Verkehren zum Einsatz kommen. Der Konzern kann die Transporteinheiten auf zwei Ebenen beladen, was die Auslastung erhöht, sie für Begegnungsverkehre nutzen oder dem Kombinierten Verkehr aufladen. Doch egal, wohin und mit welchem Equipment der Lkw unterwegs ist - Hauptsache, er ist überhaupt unterwegs. „Am günstigsten ist es, 24 Stunden zu fahren“, betont Benedikt Löhnertz, der im Bereich Potenzialmanagement bei Schenker für die Optimierung der Hauptläufe zuständig ist. Datenerfassung optimierern und nutzen Viel erreichen können Unternehmen auch, indem sie ihre Datenerfassung auf Vordermann bringen. Jörg Fürbacher, Vorstand des IT- und Prozessspezialisten Euro-Log, hat die Erfahrung gemacht, dass Betriebe Daten mehrfach erfassen oder einfach zu spät nutzen. Ein Spediteur, den er besuchte, verfügt über 14 verschiedene Systeme. Fürbacher empfiehlt, die Systeme besser aneinander anzubinden. Die Arbeit lohnt sich. „In den Prozessen steckt sehr viel Potenzial“, sagte er. Stückgutkooperationen können hiervon ein Lied singen. Eine Vielzahl von Dingen muss mit einer Vielzahl an Partnern eng abgestimmt werden - besonders dann, wenn das Engagement über Deutschland hinaus geht. „Der Sprung nach Europa ist die ganz große Herausforderung“, erklärte Prof. Dr. Dirk Lohre, Dekan im Studiengang Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik an der Hochschule Heilbronn. Eine Vielzahl an Herausforderungen gilt es zu meistern: Verkehre müssen berechenbar, zu festen Laufzeiten, standardisiert und transparent ablaufen. Kooperationen steigern Wettbewerbsfähigkeit Wer diese Hürde genommen hat, darf sich glücklich schätzen. Das gilt besonders für die Mitglieder der Kooperation. Sie finden relativ einfach Zugang zum europäischen Markt. „Jeder kann definitiv jede Ecke Europas erreichen“, sagte Peter Baumann, Geschäftsführer der Kooperation 24 plus. Mittelständler sparen sich so viel Mühe. Durch Anschluss an die Kooperation könnten sie sich ohne größeren eigenen Aufwand neue Märkte und Potenziale erschließen, sagte Baumann. Nicht zuletzt steige damit auch die Wettbewerbsfähigkeit im Inland. Selbst für diejenigen, die bereits europäische Verkehre unterhalten, sei das Modell Kooperation interessant. Auch der Kontraktlogistiker Logwin baut auf 24 plus - wie auch auf das Netzwerk von CTL. „Doch keiner kann überall alles“, ist das Credo von Dieter Ruhnow, Projektverantwortlicher für Bahn- und Ladungsverkehre. Deshalb entscheidet Logwin im Einzelfall, ob ein eigenes Netz betrieben wird oder eine Kooperation zum Zuge kommt. Starke Pfeiler sind der Textil-Einzelhandel, hier sieht sich Logwin als Marktführer, oder die Medien- und Automobilbranche. In diesen Sparten will Ruhnow auf eigene Netze nicht verzichten. Es geht auch ohne Kooperation Die Spedition Nuss aus Wörth fühlt sich auch ohne Anschluss an eine Kooperation wohl. Seit dem vergangenen Jahr ist sie verstärkt auch europaweit tätig. Die Abteilung Europa Road fertigt monatlich etwa 300 Sendungen ab. Dahinter stehen drei Disponenten unter Regie von Patrizio Corvaglia. Der Abteilungsleiter spricht sechs Sprachen, so dass zumindest ein Argument, das gerne für den Anschluss an eine Kooperation angeführt wird, nicht greift: die angebliche Sprachbarriere. Bilder von der Veranstaltung finden Sie .

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Foto: photo 5000/Fotolia.com

Datum

26. November 2010
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