Starterbatterien werden stark belastet. Zoom

Starterbatterien: Nur keine Entspannung

Fernseher, Innenbeleuchtung, Standklimaanlagen und Heizungen – der Strombedarf im Lkw allein für den Komfort des Fahrers ist enorm. Batterien werden stark belastet und machen gelegentlich früh schlapp.

Obwohl Batterien im Lkw während der Fahrt ständig geladen werden, machen sie häufig verhältnismäßig früh schlapp. In der Spedition WLS sind die Erfahrungen am Standort Ichtershausen laut Aussage des Werkstattleiters auffällig herstellerbezogen. Während die Erstaus­rüstungsbatterie eines Mercedes Ac­tros in der Regel zwischen 2,5 und
3 Jahre ohne Probleme Strom liefere, würden die Batterien der gleich ausgestatteten Volvo-Zugmaschinen bereits häufig nach rund 1,5 Jahren gewechselt. Dann rüstet WLS auf eine Markenbatterie aus dem Zweitmarkt um. Diese sei durch den Hauspreis nur rund 20 Euro teurer als ­eine No-Name-Batterie, halte aber länger.

Beim Tausch sollte immer paarweise gewechselt werden. "Bei Zwei-Batterie-Systemen (24 Volt) ist die Gefahr recht hoch, dass die zweite Batterie zumindest geschädigt ist", sagt Lena Timm von Varta und erläutert: "Die schlechtere Batterie beeinflusst die bessere und verkürzt eventuell deren Lebensdauer." Zudem hätten Batterien unterschiedlichen Typs oder von verschiedenen Herstellern ein unterschied­liches Ladeverhalten. Möglicherweise wird eine der beiden Batterien nicht vollständig geladen oder permanent von der anderen Batterie entladen.

Auch Bosch empfiehlt den paarweisen Austausch: "Die Leistungsfähigkeit der im Fahrzeug verbauten Batterien nimmt aufgrund der Alterung ab. Im Vergleich zu einer neuen Batterie unterliegt die ­ältere Batterie einer höheren Belastung", heißt es dort.

Vor dem dritten Winter wird auf jeden Fall gewechselt

Die Spedition Fehrenkötter etwa geht in Sachen Batterien auf Nummer sicher. "Wir tauschen die Batterien spätestens nach zwei Wintern aus. Ein dritter Winter mit denselben Batterien wird nicht bestritten", sagt Fuhrparkleiter Robert Theis und ergänzt: "Leider gehen Batterien teilweise schon nach einem Winter in die Knie." Auch seien bei Fehrenkötter regelmäßig Batterien auf Garantie zu tauschen, da sie nicht die geforderte Zeit halten. Ein Wechsel auf Garantie ist allerdings nur möglich, wenn die Batterie in einer Markenwerkstatt gekauft und eingebaut wurde. "Die Batterien sind seit gefühlt 50 Jahren nicht weiterentwickelt worden", ärgert sich Fuhrparkleiter Theis.

Das sehen die Batteriehersteller naturgemäß etwas anders. So stellte Varta im vergangenen Jahr eine neue Batterie­generation vor, bei der die Säureschichtung minimiert werden soll. Bei der Säureschichtung ist die Säuredichte in der Batterie unterschiedlich hoch, was die Ladungsaufnahme negativ beeinflusst. Sogenannte Zirkulatoren sollen für eine ständige Durchmischung der Säure sorgen, die Batterie soll deutlich länger halten.

Viel können Fuhrparkbetreiber nicht tun, um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern. Reservebatterien sollten nicht zu lange gelagert oder zumindest regelmäßig zwischengeladen werden. Fahrzeuge im Verteiler- und Kurzstreckenverkehr, die häufig mit der Ladebordwand arbeiten, können über Nacht an Ladegeräte gehängt werden. Bei nicht wartungsfreien Batterien sollte regelmäßig der Wasserstand geprüft und wenn nötig mit destilliertem Wasser ergänzt werden.

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Fronius

Datum

16. Dezember 2015
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