Trends im Schwerlast-Fahrzeugbau – Broshuis SL-Baureihe 6 Bilder Video Zoom

Schwerlast-Fahrzeugbau: Broishuis zieht bei ERA nach

Die hydraulisch gelenkte und gefederte Einzelradaufhängung erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nun hat auch Broshuis ein entsprechendes Angebot in petto.

Meist dauert es im Fahrzeugbau nicht lange, bis eine kommerziell erfolgreiche Idee weitere Anhänger findet – ein jeder Hersteller will schließlich ein Teil vom Kuchen ergattern. So auch im Fall der hydraulisch gelenkten und gefederten Einzelradaufhängung (ERA) für Schwerlast-Fahrzeuge, die die Vorteile von Lenkschenkelachsen und Pendelachslinien verbinden soll.

Doll war Vorreiter

Doll präsentierte die eigene Panther-Fahrwerkstechnologie schon vor zwei Jahren. Nun haben die Niederländer von Broshuis nachgezogen und auf der Nutzfahrzeugmesse RAI in Amsterdam die SL-Baureihe vorgestellt. Dafür gab’s dort auch gleich den "Innovation Award 2012". Die Niederländer gehen dabei ganz ähnlich zu Werk wie der Wettbewerber aus dem Schwarzwald.

Die SL-Baureihe vereint Tiefbetten und Semisattel mit einer an Unter- und Oberlenker aufgehängten ERA. Die SL-Modelle verfügen so über eine zulässige Achslast von zwölf Tonnen pro Achslinie. Das sind je Achse zwei Tonnen mehr Tragkraft als bei durchgehenden Achsen.

Hinzu kommt ein geringeres Eigengewicht der SL-Trailer. Broshuis nennt rund 800 Kilo mehr Nutzlast pro Achslinie im Vergleich zu Pendelachssystemen. Der Gesamthub liegt laut Hersteller bei 325 Millimetern, der maximale Lenkeinschlag bei 57 Grad. Ein weiterer Vorteil der Konstruktion ist die verhältnismäßig niedrige Ladehöhe, weil ein durchgehendes Achsrohr unter dem Rahmen fehlt.

Reifengröße entscheidend für die Ladehöhe

Entscheidend für die Ladehöhe ist dabei die Reifengröße. Bei 245er-Reifen misst diese laut Hersteller in der Regel 850 Millimeter. Mit noch niedrigeren Reifenquerschnitten sollen gar 790 Millimeter möglich sein. Das gilt für alle Semi-Tieflader-Ausführungen, auch in Verbindung mit einfach, doppelt sowie dreifach teleskopierbarem Chassis. Die hydraulische Federung und Lenkung können per Fernbedienung eingestellt werden. Durch die Hydraulik soll die Ladefläche immer waagerecht bleiben. Hinzu kommt im Vergleich zu anderen Fahrwerkssystemen eine erhöhte Spurbreite, was beides zusammen in Kombination mit der niedrigen Ladehöhe eine sehr hohe Fahrstabilität gewährleisten soll.

Neben den Vorteilen, die ein SL-Trailer beim Handling bietet, soll er zudem günstig im Unterhalt sein. Die Achsenteile und Bremskomponenten der SL-Achsen sind laut Hersteller vollständig austauschbar mit BPW-Komponenten und deshalb überall und zu moderaten Preisen zu bekommen. Im Vergleich zu einem Auflieger mit Pendelachsen sollen die Unterhaltskosten nur einen Bruchteil betragen.

Zwei bis zehn Achsen stehen zur Wahl

Kunden haben die Wahl zwischen zwei- bis zehnachsigen Ausführungen, üblich sind im Falle eines teleskopierbaren Achtachsers die Kombinationen zwei plus sechs Achsen oder für zehnachsige Modelle drei plus sieben Achsen. Auch andere Achskonfigurationen sind laut Hersteller auf Wunsch verfügbar.

SL-Baureihe von Broshuis und Panther-Technologie von Doll unterscheiden sich lediglich im Detail. Unter anderem in der Zahl der Schraubverbindungen, dem verwendeten Material, der Zentralschmieranlage und der Verlegung von Versorgungsleitungen sowie der Montagelage von Bremszylindern. Auch der Einsatz von Achsliften gestaltet sich unterschiedlich.

Dass Anbieter nachziehen, erfreut sicherlich nicht die Erfinder des Systems. Auch wird Broshuis nicht der Einzige sein, der eine ERA einführt. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft, bringt neue Ideen hervor und sorgt für Preisdruck. Das freut zumindest die Kunden.

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Broshuis

Datum

20. August 2012
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