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Rallye Silk Way: Franz Echter: „Nasser schlich um unseren Truck“

Zurück vom Zielort der Silk Way Rallye in Sotschi am Schwarzen Meer schildert Truck Rallye-Ass Franz Echter dem Truck Sport Magazin seine Eindrücke von diesem Rallye Raid der Dakar-Serie.

Die Bilanz ist positiv. Logisch, wenn man gerade einen Fünften Platz eingefahren hat. Und das mit einem komplett neu aufgebauten Truck, ohne Testkilometer. Dabei wurmt es den Mann aus dem bayerischen Sielenbach schon ein wenig, nicht „Best of the Rest“ hinter der Kamaz-Armada geworden zu sein. Der Tschechische Tatra-Pilot Andres Loprais hat die Echter-Truppe auf der vorletzten Etappe noch vom beinahe sicher geglaubten vierten Platz in der Endabrechnung. Der Grund? „Wir fahren Auf Alu-Felgen und können die sowohl mit Schlauch als auch schlauchlos bestücken,“ erklärt Franz Echter die Situation, die zum entscheidenden Zeitverlust führte. „Wir haben uns für die schlauchlose Variante entschieden, alle Löcher am Felgenkranz schön dichtgemacht. Trotzdem war irgendwann ein Reifen fast platt. Wir vermuteten einen Defekt am Dichtring. Also wieder Luft drauf und weiter. 35 Kilometer vor Schluss der Etappe platzt uns dann der Reifen. Das lösen der zig Schrauben an der mehrteiligen Felge, wechseln der Decke und wieder montieren hat uns mehr als eine Viertelstunde und damit die entscheidende Zeit gekostet. Und das ausgerechnet einen Tag, nachdem wir Etappen-Zweite wurden.“ Am Ende trennten Loprais und Echter siebeneinhalb Minuten. Wie war die Rallye, die ja irgendwie im Ruf stand, eine Werbeveranstaltung für die Olympischen Spiele in Sotschi zu sein? „Das war gut organisiert. Die haben sich viel Mühe gegeben und eine anspruchsvolle Streckenführung gewählt. Da war für jeden etwas dabei.“ Franz Echter bereut den kurzfristigen Entschluss nicht, mit einem „jungfräulichen“ Auto in St. Petersburg angetreten zu sein. Und die - beinahe unvermeidlichen - kleinen Fehler im Roadbook? Darüber schaut der gestandene Bayer sportlich hinweg. Außerdem hatte er mit Detlef Ruf ja einen erfahrenen und trickreichen Navigator an seiner Seite. Apropos: Wie hat sich denn die neue Nummer drei, der Mechaniker Johann Balleis, bewährt? „ Der Hansi passt prima ins Team. Das hat super gepasst!“ Für Franz Echter ist der 30jährige, der bis vor wenigen Wochen noch bei MAN gearbeitet hat und jetzt ins elterliche Unternehmen einstiegt, also eine echte Verstärkung.

Aber auch ein anderer Junger hat offenbar imponiert: „Kamaz hat mit dem jungen Nikolov einen Spitzen-Nachwuchsfahrer in seinen Reihen. Der ist echt schnell, sehr stark.“ Der Überraschungssieger hat dem alten Hasen Echter offenbar imponiert. Aber ob der so eine Leistung bei der Dakar wiederholen kann? „Da fehlt sich die Wüstenerfahrung. Und die haben Chagin und Kabirov im Übermaß. Das wird schwer für den jungen Mann.“ Da war es, das Zauberwort „Dakar“. Schließlich wollen wir wissen, ob das Privatteam um Karl Maurer mit den Silk Way-Erfahrungen nach Übersee gehen will. „Das ist kein Thema,“ enttäuscht Echter uns und die Fans. „Für die Silk Way lautete das Motto: ‚Sotschi sehen’. Das ist uns geglückt. Aber jetzt müssen wir zuerst einmal Tests im Sand fahren, vielleicht bei der Dessert Challenge. Da kommt die Dakar einfach zu früh. Außerdem ist der Aufwand bekanntlich sehr hoch. Und MMMP ist ein privates Team. Der MAN ist phantastisch gelaufen. Wir haben praktisch keine Defekte gehabt - mit Ausnahme des besagten Reifenschadens. Trotzdem müssen wir das Auto weiterentwickeln. Schwachstellen ausmerzen.“ Ob sein Lächeln ein Hinweis auf die verlorenen Klappen am Aufbau ist? Und die Begrenzung auf 145 km/h ist vielleicht auch einen Tick zu weit unten programmiert. Schließlich ist der MAN-Motor des Typs D2676LF mit seinen werkspräparierten 700 PS nachgewiesen standfest. Der Motor ist übrigens die einzige “Werksunterstützung” des MMMP-Projekts. Hinzu kam vor und während der Rallye Unterstützung vor Ort durch die Sportabteilung von MAN Automobiles Russia LLC in St. Petersburg. Und was war das mit VW Touareg-Pilot Nasser Al Attiyah? „Der Nasser schlich abends im Camp um unser Auto, schaute sich alle Details genau an.“ Vielleicht will der Quatari und Rallye-Zweite bei den Pkw ja demnächst vom „Geländekleinwagen“ auf ein richtiges Auto wechseln. Karl Maurer in Türkheim nimmt sicherlich gerne die Bestellung entgegen!

Datum

10. Oktober 2010
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