Alles über Mercedes-Benz Actros
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Neuer Mercedes Actros: Schwerlast-Lkw mit kraftvollem Motor

Leistung, Ausdauer und Wirtschaftlichkeit sind die Eigenschaften, die Spediteure von einem neuen Schwer-Lastwagen erwarten. Der Motor im neuen Actros soll's richten.

Ganz neu ist der Motor im neuen Mercedes Actros nicht. In den Vereinigten Staaten ist er als DD13 schon seit drei Jahren zu haben, seit gut einem Jahr gibt es ihn auch in Japan als 6R10. Dem neuen Actros verhilft das hierzulande als OM 471 bezeichnete Aggregat für deutlich mehr Schub als bisher. Basis des Weltmotors ist ein Reihensechszylinder mit 12,8 Liter Hubraum, mit einteiligem Zylinderkopf und Kurbelwellengehäuse aus Grauguss, zwei oben liegenden Nockenwellen und vier hängenden Ventilen pro Zylinder. In den Leistungsstufen mit 412 PS, 449 PS und 510 PS ist der OM 471 noch in Euro-5- oder schon in Euro-6-Ausführung zu haben. Die Ausführung mit 476 PS gibt es nur in Euro 6.

Der neue Motor ist 200 Kilogramm schwerer

Kurbelwellengehäuse und Zylinderkopf bestehen nach wie vor aus Grauguss. Dabei handelt es sich beim Zylinderkopf allerdings, wie Mercedes betont, um eine patentierte Werkstofflegierung von Grauguss mit Vermiculargraphit. Die Vorteile gegenüber herkömmlichem Grauguss: Der Werkstoff soll fester, stabiler und somit auch langlebiger sein. Eine Gewichtsersparnis bei gleichbleibender Stabilität versprechen die gebauten Nockenwellen, ein Herstellungsverfahren, bei dem die Nocken auf die Welle aufgeschrumpft werden.

Abgasreinigung mit SCR, AGR und Partikelfilter

Dennoch wiegt der Actros-Motor alles in allem etwa 1.150 Kilogramm, rund 200 Kilogramm mehr als das bisherige Euro-5-Aggregat mit sechs Zylindern. Die Abgasreinigung des Motors übernimmt das Zusammenspiel eines SCR-Katalysators, einer gekühlten Abgasrückführung und eines Partikelfilters. Der Unterschied zu den Euro-5-Versionen: Die Abgas-Rückführungsrate ist geringer, der AGR-Kühler kleiner dimensioniert und der Partikelfilter fällt komplett weg.

Turbolader mit zwei unterschiedlich großen Abgasfluten

Einen genaueren Blick ist das Einspritzsystem namens X-Pulse wert. Eine Zweikolben-Hochdruckpumpe stellt in der gemeinsamen Leitung einen verhältnismäßig unspektakulären Druck von 900 bar bereit. Die Einspritzung selbst übernehmen extrem schnell schaltende Injektoren. Sie können den Druck auf bis zu 2.100 bar erhöhen. Mit der Druckerhöhung lassen sich zudem verschiedene Einspritzcharakteristiken darstellen: Entweder es wird früh, spät oder nicht verstärkt. Zusammen mit der variablen Haupteinspritzung lässt sich der Einspritzvorgang in jedem Betriebspunkt des Motors somit absolut präzise steuern.

Wie der Grauguss-Werkstoff ist auch der sogenannte asymmetrische Turbolader ein Patent von Mercedes. Die anfallenden Abgasfluten teilt er in zwei unterschiedliche Größen auf. Die Abgase des ersten bis dritten Zylinders strömen direkt zur Turbine, während die Abgase des vierten bis sechsten Zylinders zu rund einem Drittel zur Abgasrückführung gehen.

Top-Torque-Elektronik bringt zusätzliche 200 Newtonmeter

Eine ebenfalls bemerkenswerte Neuerung bietet die Motorsteuerung. Aufgrund der höheren Motorleistungen setzt Mercedes im neuen Actros längere Achsübersetzungen ein, die das Drehzahlniveau bei Tempo 85 um etwa 100/min. senken. Einen um etwa 1,0 bis 1,5 Prozent verminderten Dieselkonsum soll diese Maßnahme bringen. Damit dadurch aber nicht die Elastizität des Antriebs leidet, stattet Mercedes die Motor-Varianten von 412 bis 476 PS mit der sogenannten Top-Torque-Elektronik aus. Der Effekt: Im größten Gang stehen zusätzliche 200 Nm Drehmoment zur Verfügung.

Foto

Daimler

Datum

21. Juni 2011
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