Federal-Mogul Eco Tough Diesel 6 Bilder Zoom

Neue Motortechnologien von Federal-Mogul: Effizienz und Kraftstoffeinsparung

Federal-Mogul zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge eine Reihe von Technologien, die Effizienz, Schadstoffausstoß und Verbrauch verbessern sollen. Dazu gehören eine Kolbenbeschichtung, neue Ventilsitzmaterialien und Isolierschläuche für Abgasanlagen.

Eco-Tough nennt sich eine Schaftbeschichtung für Kolben in Dieselmotoren, die die Reibverluste reduzieren soll. Die Beschichtung soll bis zu 13 Prozent weniger Reibung im Vergleich zu Oberflächenmaterialien auf Graphitbasis ermöglichen. Mit Eco-Tough kann laut dem Hersteller aufgrund der verbesserten Verschleißfestigkeit im Konstruktionsprozess das Spiel zwischen Kolbenschaft und Zylinderlaufbuchse vergrößert werden. Dennoch sei keine laterale Bewegung des Kolbens zu beobachten.  Weniger Reibung, hohen Fresswiderstand und verbesserte Verschleißfestigkeit erreicht der Hersteller mit Festschmierstoffen und einer mit Karbonfasern verstärkten Polymer-Basis.

Neue Ventilsitz-Materialien

Eine längere Lebensdauer und verringerter Verschleiß verspricht Federal-Mogul für zwei neue Ventilsitz-Materialen. FM-S33E ist ein hochlegiertes Sintermetall, das eine Werkzeugstahlmischung mit kobalthaltigen Hartphasen kombiniert. Das kupferinfiltrierte Material soll hoch verschleißfest und temperaturbeständig sein. Es kann sowohl auf der Auslassseite als auch auf für Einlassventilsitze zum Einsatz kommen. FM-S25A ist die Bezeichnung für eine Sintermetalllegierung mit hohem Chromanteil. Durch die Auslegung seiner Mikrostruktur soll es sehr korrosionsfest und verschleißbeständig sein. Zum Einsatz kommt es, um Korrosion bei hohen Schwefelanteilen im Dieselkraftstoff zu verhindern.

Hohe Haltbarkeit

Im Gegensatz zu konventionell legiertem Stahl hat FM-S25 A laut dem Hersteller eine Duplexstruktur mit sowohl ferritischen als auch austenitischen Phasen. Diese Struktur, kombiniert mit fein verteilten kugelförmigen Karbiden, submikroskopischen Nitriden und Festschmierstoffen soll die Haltbarkeit verbessern und abrasiven und adhäsiven Verschleiß verhindern. In einem Test, bei dem der Hersteller  S25A mit herkömmlichen Ventilsitzmaterialien verglichen hat,  soll S25A bei Temperaturen von bis zu 400 Grad in einer hochkorrosiven Lösung aus Natriumchlorid, Schwefel- und Salpetersäure einen dreimal geringeren Gewichtsverlust als herkömmliche Ventilsitztechnologien gezeigt haben.

Irox-Polymerbeschichtung

Um Verschleißfestigkeit geht es auch bei der sogenannten Irox-Polymerbeschichtung von Bronze-Lagerschalen. Das Lagermaterial besitzt eine auf dem Stahlrücken aufgebrachte Sinterschicht aus einer bleifreien Kupfer-Zinn-Bismut-Matrix, die mit Hartpartikeln verstärkt ist. Sie ist mit Irox beschichtet. Die Polymer-Gleitschicht besteht aus einem Trägerwerkstoff mit verschiedenen Zusätzen. Sie sollen Verschleiß, Ermüdungsfestigkeit und die Fähigkeit Fremdpartikel einzubetten verbessern.

Bessere Lastverteilung

Vorteil der neuen Lager ist laut Federal-Mogul eine hohe Formanpassungsfähigkeit. Dadurch verteile sich die Last besser auf der Oberfläche des Lagers, das dadurch belastbarer werde. Die Aufladung lässt sich dadurch erhöhen, bei niedriger Öl-Viskosität. Die IROX-Oberfläche soll zudem ein effizienter Trockenschmierungsbelag sein, der ermüdungsbeständig ist und Metall-zu-Metall-Kontakt unter schwierigen Bedingungen wie beim Anfahren verhindern soll.

Weniger Öl- und Gas-Verluste

PMF-10E bezeichnet ein Schmiersystem für Ventilführungen in Motoren mit hoher spezifischer Leistung. Basismaterial ist eine wärmebehandelte Legierung aus Molybdän, Nickel und Stahl. Hinzu kommen Festschmierstoffe in einer Pulvermetall-Matrix. Sie wird mit Flüssigschmierstoffen verbunden. So können laut Hersteller bisherige Beschränkungen der tribologischen Leistungsfähigkeit überwunden und eine längere Lebensdauer erreicht werden. Bei der Produktion des Basismaterials verzichte man auf den Einsatz von Blei oder bleihaltigen Komponenten. Geringer Verschleiß und Fress-Widerstand führen zu weniger Öl- und Gas-Verlusten an der Schnittstelle von Ventilführung und -Schaft. Ebenso sollen mit dem System kürzere Führungen und kleinere Schaftdurchmesser möglich sein. Es soll auch für Schwerlast-Anwendungen geeignet sein.

Isolierschläuche für Abgasanlagen

Zum Schutz von Bauteilen und Leitungen in Abgassystemen dienen die Thermflex-Isolierschläuche von Federal-Mogul. Sie sollen leicht an verschiedene Rohr-Geometrien anpassbar sein. Der Einsatz von Basaltgarnen soll eine Temperaturbeständigkeit bis zu 750 Grad garantieren. Thermflex sollen einerseits die Wärme im Abgassystem halten und andererseits die Wärmeabstrahlung vermindern. Da sich die Schläuche um das 1,5-fache dehnen ließen, seien sie auch leicht über Flansche zu ziehen.

Computergesteuerte Strickanlagen

Möglich sind laut Federal-Mogul auch Luftschlitze, um überschüssige Wärme abzuleiten oder Knopflöcher, um Befestigungselemente zu integrieren. Eine entsprechende Beschichtung soll Beständigkeit gegen Steinschlag gewährleisten. Bei der Produktion der Schläuche setzt der Hersteller auf computergesteuerte Strickanlagen. Damit ließen sich auch kurzfristig Prototypen herstellen und neue Lösungen schneller in die Serienproduktion übernehmen.

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Foto

Federal-Mogul

Datum

21. September 2012
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