Heinz-Jürgen Löw, Vertriebsvorstand MAN Truck Bus, Redaktionsgespräch 2013 Zoom

MAN Truck & Bus: Skyliner-Fertigung bald in eigener Regie?

Viseon ist pleite und kann für MAN den Skyliner nicht mehr bauen. Im Gespräch mit lastauto omnibus äußert sich der neue Vertriebsvorstand von MAN Truck & Bus, Heinz-Jürgen Löw, zur Zukunft des edlen Doppeldeckers.

Viseon ist pleite, was wird aus dem Sykliner?

Löw: Das ist eine gute Frage. Das Produkt Skyliner wurde gebaut, einige Fahrzeuge wurden ausgeliefert. Dann ging unser Lieferant in die Insolvenz. Nun müssen wir uns anschauen, ob wir den Skyliner künftig selbst bauen und wo wir ihn bauen.

Im Moment ist er aber nicht zu bekommen?

Löw: Das ist richtig. Wir haben einige Fahrzeuge verkauft, aber nun können wir bedauerlicherweise nicht mehr liefern.

Was passiert mit den Ordern, die auf dem Tisch liegen?

Löw: Wir haben uns mit den Kunden geeinigt. Wir haben ja gute Alternativen anzubieten.

Welche Chancen ergeben sich durch die Fernlinien für MAN?

Löw: Das ist ein interessantes Marktsegment, an dem wir bereits heute teilnehmen.

Wie wirkt sich hier die Zurückhaltung mit Euro-6-Antrieben aus?

Löw: Fast gar nicht. Wir haben keine Auftragsverluste verzeichnet.

Wie sieht hier die Strategie aus?

Löw: Wir treten mit einer vollständigen Euro 6-Palette während der Busworld Kortrijk im Oktober auf. Wir sind hier gut aufgestellt.

Wie haben sich in diesem Segment die Marktanteile von MAN entwickelt?

Löw: Wir haben in Europa sogar leicht Marktanteile gewonnen. Die Marke Neoplan hat sich stabil entwickelt, MAN leicht zugelegt gegenüber dem Vorjahr. Allerdings ist der Markt leicht geschrumpft. Toll entwickelt sich die Türkei, hier gibt es ja aktuell einige Incentive-Programme. In der Spitze lag der Markt um 200 Prozent über Vorjahr, aktuell sind es immer noch 150 Prozent. Dort kaufen aber preissensible Kunden, und die lokale Konkurrenz ist groß. Daher konnten wir nicht jedes Geschäft mitnehmen, wir sind eben Premiumanbieter.

Welchen Anteil hat MAN am Niedergang von Viseon?

Löw: Gar keinen. Wir haben Viseon vor einigen Jahren verkauft und haben damals Viseon mit unserer Technologie noch unterstützt und den Skyliner dort bauen lassen. Dann kam ein neuer Partner 2012… Aber das ist eine Entwicklung, die Sie bei Viseon erfragen müssen.

Stichwort Partnerwahl – Ziehen Sie daraus Rückschlüsse für das internationale Geschäft von MAN?

Löw: Wir haben bei der Partnerwahl von Viseon unsere Hände nicht im Spiel gehabt. Weitere Auswirkungen auf die Politik von MAN hat das nicht.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

7. Oktober 2013
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