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Goodyear-Reifen: Fit für die Baustelle

Leser von lastauto omnibus haben Baustellenreifen für Straße und Gelände der Baureihen Omnitrac MSS II und MSD II von Goodyear getestet. Im Alltagseinsatz zwischen Baustelle und Deponie mussten sie zeigen, was in ihnen steckt.

Drei Sätze Baustellenreifen, drei Bau- und Baustoffunternehmen: Die Teilnehmer des Praxistests wurden von lastauto omnibus sorgfältig ausgewählt. Mit dabei waren die Firma Leitenmaier im schwäbischen Ziemetshausen bei Günzburg, der Bares Baustoffhandel und Reifenservice in Gerberstedt-Siersleben in der Nähe von Halle und die Raiffeisen-Warengenossenschaft in Hildburghausen.

Omnitrac-Reifen unter der Lupe

Im Test bewähren mussten sich die zu Testbeginn brandneuen Goodyear-Reifen Omnitrac MSS II und Omnitrac MSD II. Die Pneus sind für den gemischten Einsatz in der Bauindustrie entwickelt, also für Fahrzeuge, die damit sowohl auf als auch abseits der Straße unterwegs sind. Unter Beobachtung waren Laufleistung, Traktion,  Durchstoßfestigkeit, Rollwiderstand und Geräuschverhalten. Der Omnitrac MSS II ist für die Lenkachse konzipiert, der Omnitrac MSD II für die Antriebsachse ausgelegt. Beide Reifen besitzen laut Goodyear eine Karkassenkonstruktion, die Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit gewährleisten soll.

Die Laufflächenmischung der Reifen sei besonders verschleißfest und alterungsbeständig, verspricht Goodyear. Die Gürtelmaterialien sollen bei Verletzungen korrosionsbeständig sein und einen ausreichenden Schutz auch unter verschärften Einsatzbedingungen bieten. Weiter garantiert der Hersteller eine geringe Ausdehnung durch Wärmeentwicklung bei höheren Geschwindigkeiten. Ob sich diese Eigenschaften in der Praxis mit einer höheren Laufleistung und einem geringen Pannen- sowie Ausfall­risiko bezahlt machen, sollte der lastauto-omnibus-Praxistest zeigen. Aussagen über die Runderneuerungsfähigkeit waren in der gegebenen Zeit nicht möglich.

Flotte von Bares hat 130 Fahrzeuge

Rauer Einsatz im Baustellengelände und weite Anfahrtswege über die Autobahn warteten auf die Reifen im Fuhrpark der Firma Bares. Die Flotte umfasst 130 Fahrzeuge inklusive zwölf Bagger und zehn Radlader. Das Geld verdient Bares vorwiegend mit dem Transport von Schüttgütern. Auch mit dem Baustoffhandel macht das Unternehmen einen großen Teil seines Umsatzes. Seit der Übernahme eines Kalkstein-Tagebaus bietet Bares zudem Materialien für den Tief- und ­Straßenbau an. "Unsere Baustellen sind inzwischen immer weiter entfernt vom Standpunkt unserer Flotte. Wir müssen daher lange Strecken auf der Autobahn zurücklegen", erklärt Tino Gebhardt, Werkstattmeister bei Bares.

Die Testreifen seien indessen jeweils zur Hälfte auf der Straße und im Gelände unterwegs ­gewesen. Der Kipper, auf dem sie montiert waren, transportierte Geröll, lockeren Sandboden,  aber auch Schlamm, Schotter und größere Steine. Dabei waren die Goodyear-Testreifen mit unterschiedlichstem Gelände konfrontiert. Sie hatten sich im Steinbruch, bei der Anlieferung ans Gleisbett oder auf der Straßenbaustelle ebenso zu bewähren wie auf der Deponie oder in der Kiesgrube.

Wechsel der Kipperreifen nach 50.000 Kilometer

Ein Wechsel der Kipperreifen, gemittelt auf Antriebs- und Lenkreifen, steht laut Tino Gebhardt im Bares-Fuhrpark im Schnitt alle 50.000 Kilometer an. Zustand der Omnitrac-Reifen am Ende des Tests: "Auf der ersten Vorderachse steht demnächst ein Wechsel an. Die Reifen bieten ein gleichmäßiges Abriebbild, man sieht keine übermäßig abgeriebenen Flächen. Ganz hinten an der Antriebsachse sind ebenfalls noch die Testreifen montiert, allerdings müssen auch sie demnächst erneuert werden", sagt Gebhardt. Das Resultat: "Wir sind inzwischen rund 60.000 Kilometer mit den Reifen gefahren. Ausfälle hatten wir während dieser Zeit keine."

Unversehrt bis zum Schluss blieben die Omnitrac-Reifen auch bei Leitenmaier, berichtet Stefan Schmidt, verantwortlich für den Fuhrpark. Die Widerstandsfähigkeit der Reifen gehört seiner Einschätzung nach zu den entscheidenden Kriterien. Er hält sie für wichtiger als die Laufleistung. Reifenschäden seien bei Einsätzen, wie sie bei Leitenmaier zum Tagesgeschäft gehören, keine Seltenheit. "Besonders Fahrten im Gelände und auf der Baustelle, wo abgebrochene Nägel, spitze Steine und andere scharfkantigen Kleinteile lauern, gehen an die Substanz des Materials." Durchstoßen sie die Lauffläche und beschädigen dabei die Karkasse, bedeutet dies das Aus für den Reifen.

36-Tonnen-Muldenkipper bei Leitenmaier im Einsatz

Im Fuhrpark von Leitenmaier, der von Mannschaftstransportern über eine Muldenkipper-Flotte bis zu schweren Tiefladern reicht, liefen die Omnitrac-Reifen auf einem 36-Tonnen-Muldenkipper. Sie mussten sich dort gegen eine entsprechende Michelin-Bereifung behaupten.

Der Lenkachsreifen Omnitrac MSS II besitzt eine breite Lauffläche mit geschwungenen Mittelrillen. Ein erhöhter Schutz vor Einfahrverletzungen kombiniert mit doppelt abgewinkelten Profilrillen soll Schäden durch Steine verhindern und ausreichende Selbstreinigungseigenschaften gewährleisten. Beim Antriebsreifen Omnitrac MSD II soll es eine breite Mittelrippe, die zwischen den nach außen öffnenden Rillen angeordnet ist, richten. Der Kantenversatz der Schulterblöcke verbessert laut Goodyear gleichzeitig den Grip auf lockerem Untergrund.

Gute Eigenschaften bei Traktion und Selbstreinigung

In den Kategorien Traktions- und Selbst­reinigungseigenschaften fiel das Urteil bei ­Leitenmaier entsprechend gut aus. Ein ähnliches Bild ergab sich bei Bares und der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Hildburghausen: "Abseits der Straße wurden die Reifen bei uns wirklich in extremem Gelände mit viel Schlamm und Schotter gefahren. Dennoch setzten sich die Laufflächen nie zu. Auch die Traktionseigenschaften haben uns nie enttäuscht", berichtet Gebhardt.

In Sachen Geräuschverhalten und Rollwiderstand haben die Omnitrac-Reifen ebenfalls gut abgeschnitten. "Völlig unauffällig", lautet das einhellige Urteil der Test-Teilnehmer. Antriebs- und Lenkachsreifen entsprechen laut Goodyear den aktuellen gesetzlichen Vorschriften für Abrollgeräusch und Rollwiderstand.

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

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Andreas Wolf

Datum

8. April 2013
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